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Artikel über den Ulmer Ruderclub und die Ulmer Regatta
(Donau-Cup Ulm) in der Presse bzw. im Internet im Jahr 2008
Südwest Presse Ulm vom 2.12.2008:
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Hoffnungsvoll
in den Winter
Rudern:
Käufer im Soll - Achtungserfolge für Reinelt und Kerstin Hartmann
Bei winterlichem Ekel-Wetter haben die
Ruderer ihre erste Standortbestimmung für die neue Saison in Dortmund
hinter sich gebracht. Die Athleten vom Ulmer Ruder-Club Donau zeigten sich
gut vorbereitet.
hjk
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| Ungewohntes
Terrain für Max Reinelt: Im Einer setzte er sich gut in Szene.
Foto: Hansjörg Käufer |
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Sechs Kilometer auf dem Dortmund-Ems-Kanal
im Kampf gegen die Uhr und den inneren Schweinehund. Das ist alljährlich
im Spät-Herbst die Aufgabe für die ambitioniertesten deutschen Ruderer.
In diesem Jahr waren die Bedingungen besonders widrig: Bei Schneeregen
mussten sie sich unter den Augen des neuen Cheftrainers Hartmut
Buschbacher beweisen.
Die Athleten des Ulmer Ruder-Clubs Donau (URCD)
fuhren dabei akzeptable Ergebnisse ein. Zwar konnte sich kein Boot ganz
vorne platzieren, dennoch befindet man sich auf Tuchfühlung zu den
Schnellsten. Die Ulmer können nun gut motiviert ins Wintertraining gehen,
um beim nächsten Aufeinandertreffen im April in Leipzig noch besser
dazustehen. Da in Dortmund den ganzen Tag über Windstille herrschte,
waren die gemessenen Zeiten diesmal alle aussagekräftig und untereinander
vergleichbar.
Urs Käufer belegte mit Filip Adamski
(Mannheim) im Zweier in 22:07 den vierten Platz. Auf die Sieger Christoph
Wilke und Richard Schmidt (Radolfzell/Trier) fehlten den beiden 21
Sekunden. Platz zwei belegten in 21:52 Florian Eichner/Philip Naruhn aus
Halle vor dem olympischen Überraschungsduo Tom Lehmann und Felix Drahotta
(Rostock/22:02). Der angekündigte Angriff einiger Nachwuchsboote blieb in
Dortmund aus.
"Dafür, dass Filip und ich erst vor
vier Wochen die Schlagplätze getauscht haben, können wir zufrieden
sein", sagte Käufer. Dieser Sichtweise schloss sich Bundestrainer
Christian Viedt an: "Wir stehen nach einer langen Trainingspause am
Anfang eines neuen Zyklus. Von daher passt der Einstand."
Max Reinelt musste mangels Partner in den
Einer steigen, für einen Riemen-Ruderer eine undankbare Aufgabe. Er
erledigte sie besser als erwartet. Zwar hört sich der 20. Rang nicht
berauschend an, in 24:11 Minuten lag er aber in der Nähe einiger
Skull-Spezialisten. "Sechs Kilometer im Einer sind brutal
anstrengend", so sein Fazit - gekämpft hat er bis zum Schluss.
Nächste Woche zieht Reinelt an den
Dortmunder Olympiastützpunkt und widmet sich wieder ganz dem
Riemenrudern. U-23-Bundestrainer Thomas Affeldt rechnet fest mit dem
20-Jährigen.
Ähnlich ist die Leistung von Kerstin
Hartmann zu werten. Sie belegte in 26:57 Minuten den 22. Platz und bewegte
sich im Mittelfeld der Skullerinnen. Auftrieb dürfte ihr auch die
Tatsache geben, dass sie in der Nähe einiger Achter-Frauen ankam, die
ebenfalls im Einer ran mussten. So war ihre frühere Partnerin Katrin
Reinert (Heilbronn) nur sechs Sekunden schneller.
Der Sprung ins U-23-Nationalteam ist für
die Studentin zu schaffen. Gelingt ihr eine weitere Steigerung rückt
sogar das A-Team in greifbare Nähe.
Claudia Reinelt belegte bei ihrem ersten
Auftritt bei den leichtgewichtigen Frauen den 19. Platz, und reiht sich im
U-23-Ranking im Mittelfeld ein. Angesichts ihrer 18 Jahre hat die junge
Ulmerin durchaus das Potenzial sich bis im Frühjahr weiter zu steigern.
Dem gleichaltrigen Carsten Lormes (35.) bleibt nach seiner Premiere die
Erkenntnis, dass über den Winter noch viel Arbeit wartet, um sich im
Frühjahr weiter vorne platzieren zu können.
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Südwest Presse Ulm vom 27.11.2008:
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Olympiade
beginnt auf dem grauen Kanal
Rudern:
Fünf Ulmer bei der Langstrecke
Nicht nur für Skifahrer beginnt die
Saison, sondern auch für die Ruderer. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal steht
der Langstreckentest an. Der wichtigste Leistungsnachweis vor dem Winter.
uwe/hjk
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| Premiere
in Dortmund: Die Ulmerin Claudia Reinelt (rechts). Archivfoto |
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Die Wollmützen auf, eine Lage mehr
anlegen und Zähne zusammenbeißen. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal steht
der Langstreckentest an, an dem alle Bundeskader-Ruderer teilnehmen
müssen. Entsprechend groß ist das Feld: 388 Sportler in knapp 300
Booten machen sich auf die sechs Kilometer lange Strecke.
Am Rande des Kanals wird Hartmut
Buschbacher stehen, der Mann, der als Cheftrainer den Deutschen
Ruderverband auf die Olympischen Spiele 2012 in London vorbereiten
soll. Die Stelle ist neu, bisher kochten Riemen- und Skull-Bereiche
ihre getrennten Süppchen.
Auch für die Athleten des Ulmer
Ruderclubs Donau (URCD) beginnt an diesem unwirtlichen Wochenende die
nächste Olympiade. Nach den reichlich kuriosen Regatten in Peking
haben sich Urs Käufer und seine Vierer-Mitstreiter Filip Adamski,
Gregor Hauffe und Toni Seifert entschieden, das Abenteuer nochmals in
Angriff zu nehmen. Über die Weltmeisterschaften in Polen, Neuseeland
und Slowenien soll es in die britische Hauptstadt gehen. In welchem
Boot - das wird sich zeigen.
Im Abstand von je einer Minute werden
die Boote am Wochenende auf die Strecke geschickt. Es folgen sechs
Kilometer allein mit dem Wind, den Wellen und der Uhr im Kopf, die
unweigerlich tickt. In etwa 21 Minuten sollten die sechs Kilometer
dann vorbei sein. Denn ohne eine vordere Platzierung in Dortmund, wird
es schwer, die hohen Ziele zu erreichen.
"Seit Oktober trainieren wir
wieder zusammen", erzählt Käufer über sich und seinen
langjährigen Partner Filip Adamski. Mit Trainer Christian Viedt haben
die beiden intensiv an der Technik gefeilt. "Das hat uns einen
Schritt nach vorne gebracht", glaubt Käufer, der nach seiner
vierjährigen Bundeswehrzeit mit dem Studium begonnen hat.
Erfolge vergangener Tage zählen nichts
mehr, das wissen die beiden nur allzu gut. Der Nachwuchs wird die
Etablierten am Dortmunder Leistungszentrum fordern - und dazu zählt
Käufer mit seinen 24 Jahren inzwischen. Zu den jungen Hungrigen
gehört auch ein anderer Ulmer: Für Max Reinelt könnten die Spiele
2012 durchaus ein Thema sein, sofern er sich so weiter entwickelt wie
bisher.
Der 21-Jährige kämpft noch in der
U-23-Klasse. Da er seinen Grundwehrdienst im niedersächsischen
Nienburg ableistet, blieb in den vergangenen Wochen wenig Zeit fürs
Rudern. An eine Abstimmung mit einem Partner war schon gar nicht zu
denken, deshalb startet Reinelt am Sonntag im Einer. Seine Gegner: 49
Skuller - da wird es für den eingefleischten Riemenruderer schwer
sich zu behaupten. Im Dezember zieht Reinelt dann nach Dortmund an den
Stützpunkt. Zumindest während seiner Dienstzeit will er sich
ausschließlich aufs Rudern konzentrieren.
Kerstin Hartmann will ebenfalls wieder
angreifen, nachdem sie ihr Abitur in der Tasche und die unglücklich
verlaufene Saison abgehakt hat. Jetzt soll die 20-Jährige ihr Können
zunächst im Einer zeigen - die Partnerwahl wird erst im neuen Jahr
fallen. Unter ihren Gegnerinnen sind vier Medaillen-Gewinnerinnen von
Peking.
Die Ulmer Reisegruppe voll machen
Carsten Lormes und Claudia Reinelt. Beide geben ihr Debüt im
Leichtgewichts-Einer der U 23. Maß der Dinge sind die Marie Luise
Dräger (Rostock) und Jonathan Koch (Gießen).
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Südwest Presse Ulm vom 22.9.2008:
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Vom
Winde verweht
Maximilian Reinelt im Zweier auf EM-Platz
zwölf
Maximilian Reinelt hat bei der
Europameisterschaft der Ruderer zum Abschluss der Saison Erfahrung
gesammelt. Am Ende wurde er Zwölfter.
eb
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| Maximilian
Reinelt war mit dem Athen-Auftritt nicht zufrieden. Archivfoto |
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So richtig glücklich schaute
Maximilian Reinelt vom Ulmer Ruderclub Donau (URCD) nicht drein,
nachdem er gemeinsam mit seinem neuen Partner Christoph Zimmermann
über den zwölften Rang bei der Europameisterschaft nicht hinaus
gekommen war.
Stürmische Bedingungen herrschten auf
den olympischen Regattastrecken von 2004 in Schinias vor. Damit kamen
Reinelt/Zimmermann nicht zurecht. Im Halbfinale am Freitag, als es
noch etwas ruhiger war, fuhren sich die beiden Nachwuchs-Ruderer
direkt als Dritte ihres Vorlaufs ins Halbfinale.Doch am Samstag lief
es dann nicht mehr rund. Alle Finalläufe wurden aufgrund der
schlechten Wetterprognosen vom Sonntag auf diesen Tag gelegt. Für den
Zweier ohne Steuermann hieß das: Morgens zum Semifinale antreten.
Als fünftes Boot kamen die beiden ins
Ziel und waren damit nicht zufrieden. Denn dieser Rang bedeutete
lediglich die Qualifikation fürs B-Finale - und dort lief es nur zwei
Stunden später überhaupt nicht mehr. Schon vom Start weg waren
Reinelt/Zimmermann im Hintertreffen, kurzzeitig sah es so aus, als
sollten sie noch einmal aufholen können, aber am Ende blieb der
letzte und damit zwölfte Platz. Abhaken und Luft holen für die neue
Saison heißt es nun für Maximilian Reinelt.
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Südwest Presse Ulm vom 6.9.2008:
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Dabei
sein ist schließlich alles
Mit Scherz und Verständnis hat OB Ivo
Gönner die zwei Ulmer Olympiateilnehmer begrüßt, die in Peking mehr Pech
als Erfolg hatten.
STEFANIE STARKE
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| Oberbürgermeister
Ivo Gönner nahm die ausbleibenden Erfolge der Ulmer Sportler Urs Käufer
(Mitte) und Arthur Abele gelassen. Foto: Oliver Schulz |
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Nicht wie gewohnt im Sportdress,
sondern ganz formell in Hemd und Jackett sind der Zehnkämpfer Arthur
Abele (22) und der Ruderer Urs Käufer (23) von Oberbürgermeister Ivo
Gönner im Foyer des Ulmer Rathauses empfangen worden.
Zu großen Erfolgen oder gar
Medaillengewinnen konnte er ihnen nicht gratulieren. Beide wurden in
Peking vom Pech verfolgt: Arthur Abele musste wegen eines
Muskelfaserrisses den Zehnkampf nach vier Disziplinen abbrechen, und
zwei der vier Ruderer in Urs Käufers Boot wurden im Vorfeld krank.
Später auch noch einer der zwei Reserveruderer. "Wenn von vier
am Ende eigentlich nur noch ein Ruderer übrig ist, ist das schon ein
bisschen blöd", scherzte der Oberbürgermeister, der die
Olympischen Spiele mit großem Interesse verfolgt hat. "Und ein
Muskelfaserriss - das klingt ja schon so schlimm", fügte Gönner
verständnisvoll hinzu. Dennoch bedankte er sich "ganz
herzlich" nicht nur bei den Sportlern, sondern auch bei den
Begleitern und Trainern der beiden Ulmer, die sie mitgefördert und
während der Spiele vor allem mit ihnen mitgelitten haben. "Ich
sage das mit einem nicht zu übertriebenen, aber berechtigten
Stolz."
Da sich in Peking bei den Ulmer
Sportlern die erhofften Erfolge dieses Jahr nicht eingestellt haben,
blickt der Oberbürgermeister nun schon auf die Olympischen Spiele
2012 in London. "Beide sind noch gut in Saft", stellte er
fest, und vielleicht haben die Ulmer beim nächsten Mal etwas mehr
Glück.
Während der Olympischen Spiele haben
die jungen Sportler trotz der Rückschläge besonders die vielen
Eindrücke und die einzigartige Atmosphäre im Olympischen Dorf
genossen. "Das muss ein Sportler einfach einmal erlebt
haben", sind sich die beiden einig. Dabei sein ist bei den
Olympischen Spielen eben doch alles.
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Südwest Presse Ulm vom 18.8.2008:
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Gefühls-Chaos
am Bootssteg
Mit der dritten Besetzung landet der
Käufer-Vierer auf Rang sechs
Urs Käufer kehrt als OIympia-Sechster aus
Peking zurück. Im Finale konnte der gebeutelte Vierer ohne Steuermann nicht
mehr mithalten und ruderte hinterher. Die Briten siegten verdient vor
Australien.
UTE GALLBRONNER
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| Ersatzgeschwächt
auf Rang sechs gerudert: Der deutsche Vierer mit Urs Käufer
(zweiter von links). Foto: Getty |
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"Alle sagen uns, dass wir in
Originalbesetzung um eine Medaille gefahren wären, aber das ist jetzt auch
kein Trost", sagte der Ulmer Ruderer Urs Käufer, als er nach mehr als
einer Stunde vom Bootshaus in die so genannte "Kiss and Cry Area"
am Shunyi-Ruderpark kam. Platz sechs bei den Olympischen Spielen, irgendwann
werden sie mal stolz drauf sein. Aber Platz sechs ist eben auch der letzte
Rang im Finale, und das nagt an den Nerven.
Ohnehin ging es für das Heer der deutschen
Riemen-Recken mehr ums Weinen, und nur ein bisschen ums Küssen. Auf den
frischgebackenen Vierer-Schlagmann Gregor Hauffe wartete wenigstens seine
Freundin, die ihn tröstend in die Arme schloss. Die verwischte
Deutschland-Fahne auf der Backe zuckte er mit den Schultern, rang sich ein
Lächeln ab. Mehr war nicht drin gewesen, an diesem Tag, unter diesen
Umständen.
Die Umstände haben Käufer und seinen
Team-Kollegen das verwehrt, von dem sie geträumt hatten, seit sie vor mehr
als zwei Jahren zum ersten Mal gemeinsam in ein Boot gesetzt worden waren.
Sie waren Vize-Weltmeister 2006, hatten krankheitsbedingt eine völlig
verkorkste Saison 2007 und sich in diesem, dem olympischen Jahr
zurückgemeldet. Nicht zuletzt mit einem starken Auftritt im Vorlauf von
Peking. Es wurde über Medaillen nachgedacht und das völlig zurecht.
Aber dann zerstörte ein schwerer
bakterieller Infekt der Nebenhöhlen alle Träume. Toni Seifert und Filip
Adamski erwischte es zuerst, sie saßen auf der Quarantäne-Station des
Olympischen Dorfes, statt im Boot. Ein Einsatz wäre zu gefährlich gewesen
und hätte angesichts des Substanzverlustes auch nichts gebracht. Kurz vor
dem Finale begann dann auch noch Ersatzmann Marco Neumann zu fiebern.
"Die Franzosen hatten wir im Vorlauf
klar im Griff, und an den Australiern waren wir dran", sagt Käufer,
schüttelt dann den Kopf, wie um den Gedanken los zu werden. Er nimmt einen
Schluck aus der Wasserflasche, um das Gefühlschaos runter zu spülen.
"Hätte, wenn und aber gilt nun mal nichts im Sport."
Die nüchterne Meldung der Nachrichtenagentur
lautet: "Der deutsche Vierer ohne Steuermann hat im Finale den sechsten
und damit letzten Platz belegt." Dass das Boot in seinem dritten Rennen
in der dritten Besetzung fuhr, wurde nicht erwähnt, wenngleich die
Verwirrung dazu führte, dass plötzlich ein Jochen Urnan im Boot saß, den
es nachweislich nicht gibt. Urban heißt der junge Mann, und er gehört
eigentlich in den Achter. Am Samstag spielte er den Ersatzmann des
Ersatzmanns.
"Nach dem ersten Rennen waren wir super
drauf, am Mittwoch Morgen am Boden zerstört, nach dem Halbfinale einfach
nur glücklich, und jetzt sind wir wieder ganz unten", schildert
Käufer die Achterbahn der Gefühle, die es in den vergangenen acht Tagen zu
bewältigen galt. "Ich persönlich finde, dass es ein großer Erfolg
war. Respekt, was sie aus dieser Situation gemacht haben", meinte
Trainer Ralf Müller: "Die Jungs müssen sich jetzt am Halbfinale
hochziehen."
Adamski und Seifert hatten das letzte Rennen
an der Strecke verfolgt. Mehr als anfeuern konnten sie nicht, und sogar das
fiel ihnen schwer. "Wir werden versuchen ein paar Wettkämpfe
anzuschauen. Auf jeden Fall bleiben wir bis zum Schluss", sagt Urs
Käufer. Danach geht es dann heim - und zwar nach Ulm: "Das ist
Urlaub." Ans Rudern wird erst später wieder gedacht. Schließlich gilt
es auch das restliche Leben zu ordnen: Nach seiner Zeit als Sportsoldat
beginnt er das Studium der Wirtschaftspsychologie. Vom Rudern kann man
schließlich nicht leben.
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www.deutschlandachter.de
vom 15.8.2008:
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Vierter. Sechster. Achter.
Bei
der olympischen Regatta blieben die Dortmunder Boote ohne Medaille
CARSTEN OBERHAGEMANN
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| Erschöpft
und enttäuscht: Der erneut umformierte Vierer mit Gregor Hauffe (von
links), Urs Käufer, Richard Schmidt und Jochen Urban. |
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Felix Drahotta und Tom Lehmann
sorgten mit dem vierten Platz im Zweier ohne Steuermann – neben der
Silbermedaille für Christiane Huth/Annekatrin Thiele im Frauen-Doppelzweier -
für die freudige Überraschung des Tages. Der Vierer ohne Steuermann kam nach
einem weiteren Krankheitsfall nicht über Rang sechs im Finalrennen hinaus.
Der Achter beendete die Regatta als Achter.
Sie jubelten lauter als mancher Medaillengewinner – und das zu Recht: Die
Youngster im deutschen Team, Felix Drahotta (19) und Tom Lehmann (20)
behaupteten sich in diesem klasse Zweier-ohne-Feld. Schon das Erreichen des
Finals war ein großer Erfolg, mit dem famosen Finale legten sie nach eins
drauf. Mit den Australiern Ginn/Free, die schon in den beiden Jahren zuvor
Weltmeister wurden, den Luzern-Siegern aus Kanada (Calder/Frandsen) und den
Weltmeistern von 2005 aus Neuseeland (Twaddle/Bridgewater) waren die
Medaillen schon vergeben. Drew Ginn feierte nach 1996 (im Vierer) und 2004
(im Zweier) seinen dritten Olympiasieg. Die US-Amerikaner Winklefoss/Winklefoss spielten als Sechster keine Rolle.
„Bloß nicht Letzter werden – das hat geklappt, sogar deutlich“
Aber im Duell um Platz vier setzten sich die beiden Rostocker gegen die
Südafrikaner Keeling/di Clemente durch: Im Endspurt schubsten sie die beiden
noch vom vierten Rang und waren überglücklich: „Wir wollten uns nicht abservieren
lassen und bloß nicht Letzter werden. Das geklappt, sogar deutlich geklappt“,
sagte Lehmann. Und Drahotta fügte hinzu: „Als wir in Peking ankamen, hatten
wir eine gute Olympiastimmung, dann kam die gedrückte Stimmung im Achter und
jetzt kommt die Olympiastimmung zurück.“ Diese können sie jetzt nach dem
Klasse-Ergebnis auch noch eine Woche in Peking genießen…
Vierer vom Pech verfolgt: Erkrankten Neumann vertrat Urban
Der nächste Ausfall sollte diesmal kein gutes Ende für den Vierer ohne
Steuermann haben. Mit Marco Neumann erwischte der im deutschen Ruderteam
grassierende bakterielle Infekt den dritten Ruderer aus dem Vierer. Da sich
auch Filip Adamski und Toni
Seifert noch nicht wieder gesund zurückmeldeten, aber
wenigstens als Zuschauer an die Strecke kamen, war die Not groß – und Jochen
Urban aus dem Deutschland-Achter setzte sich ins Vierer-Bug.
Wie schon 2004 in Athen – damals sprang er für Paul Dienstbach ein, jedoch
mit viel größerer Vorbereitungszeit.
Der zweite Überraschungscoup nach dem Weiterkommen im Halbfinale sollte aber
nicht gelingen. Von Beginn an fand der Vierer mit Gregor
Hauffe auf der Position des Schlagmanns nicht ins Rennen.
Nur kurzzeitig wurde der richtige Rhythmus gefunden, schließlich trudelte der
Vierer weit hinter den Medaillen-Booten aus Großbritannien (Gold), Australien
(Silber) und Frankreich (Bronze) über die Ziellinie.
„Wir sind zum Siebener ohne geworden“
„Ein bisschen ärgerlich ist, dass ausgerechnet die Franzosen Bronze holen,
die wir im Vorlauf noch unter Kontrolle hatten Aber wer die Medaillen
gewinnt, hat sie auch verdient“, sagte Hauffe als fairer Sportsmann. „Wir
sind haben geradezu zu einem Siebener ohne geworden. Unter diesen Umständen
war das erreicht Finale ein Erfolg. Allerdings hatten wir uns hier natürlich
mehr erhofft, als gnadenlos hinterher zu schippern“, meinte Urs Käufer.
Zufrieden mit dem Abschneiden war auch Coach Ralf Müller: „Großes Lob an die
Truppe, vor allem an Gregor als Schlagmann und auch an Jochen, der seine
Sache gut gemacht hat. In der Originalbesetzung hätte den Vierer unter den
ersten Vier gesehen.“
Achter 2,30 Sekunden hinter China im B-Finale
Der Deutschland-Achter beendete die olympische Regatta auf dem achten und
damit letzten Platz. Da Jochen Urban in den
Vierer rückte, musste das Flaggschiff umbesetzt werden. Es war kein schwerer
Riemenruderer mehr einsatzfähig, so dass er vom leichtgewichtigen Jörg
Lehnigk ersetzt wurde. Er nahm im Bug Platz und Florian
Eichner rutschte auf Urbans Position mit Mittelschiff vor.
Nach diesem Handicap kam das wieder deutlich lockerer wirkende Team im bloß
mit zwei Booten besetzten B-Finale 2,30 Sekunden hinter dem chinesischen
Großboot ins Ziel, das ebenfalls im Hoffnungslauf ausgeschieden war.
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www.frauenachter.de vom
15.8.2008:
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Finale im
Männer Vierer
Nach dem grandiosen Halbfinale des
deutschen Vierers ist Marco Neumann erkrankt und kann heute nicht mit dabei
sein. Für ihn kommt Jochen Urban aus dem Deutschlandachter ins Boot. Am Start
liegen also Urs Käufer, Gregor Hauffe, Richard Schmidt und Jochen Urban gegen
die Vierer aus Frankreich, Australien, Slowenien, Großbritannien und
Tschechien.
TANJA KNÖLL
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Die ersten Schläge sitzen im deutschen Boot, die
Vier kommen gut vom Start weg. Nach der Startphase kommt der deutsche Vierer
leicht in Rückstand, das Feld liegt eine halbe Länge davor. Nach 500 Metern
ist es der sechste Platz für Deutschland, während Australien führt, aber nur
knapp vor dem britischen Vierer.
Kurz vor der Streckenhälfte liegen die Briten eine
halbe Länge hinter Australien, das Feld knapp dahinter. Der deutsche Vierer
hält ganz gut mit, weiterhin auf Platz sechs. Slowenien greift Großbritannien
an, diese beiden Mannschaften rudern nun gleichauf. Auch die Franzosen auf
Bahn eins wollen noch ein Wörtchen mitreden. Das wollen sich die Briten so
nicht mehr länger anschauen und spurten auf dem dritten Streckenviertel. Aber
die Australier kontern diesen Spurt und halten eine halbe Länge Vorsprung vor
Großbritannien und Slowenien. Die Franzosen und Tschechen sind auf den
Plätzen vier und fünf auf Tuchfühlung zur Spitze.
Die Briten setzen erneut zu einem Spurt an und
kommen mir wuchtigen Schlägen auf! 250 Meter vor dem Ziel schieben sie sich
Schlag um Schlag an die Australier heran, schon sind die Bugspitzen der
beiden Boote auf einer Höhe und die Briten ziehen vorbei! Australien hat dem
nichts mehr entgegen zu setzen und muss die Briten ziehen lassen. Dahinter
kommt plötzlich Frankreich noch heran und spurtet an den Tschechen und
Slowenen vorbei auf Platz drei!
Gold geht also fast traditionell an die Briten,
Silber an Australien und Bronze an Frankreich. Vierter wird der Vierer aus
Slowenien vor den Tschechen auf Platz fünf. Der deutsche Vierer wird
Sechster. Ein Platz, der unter diesen Umständen im Vorfeld aller Ehren wert
ist, wurde er doch in einem olympischen Finale errudert. Herzlichen
Glückwunsch zu dieser Leistung an Jochen Urban, Richard Schmidt, Urs Käufer
und Gregor Hauffe. Zieleinlauf: GBR, AUS, FRAU, SLO, CZE, GER
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Südwest Presse Ulm vom 14.8.2008:
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Ruderer
auf der Achterbahn der Gefühle
Marcel Hacker und das Frauen-Großboot
folgten dem Deutschland-Achter ins Tal der Tränen bei den Ruder-Wettbewerben in
Shunyi. Dafür sorgten Vierer und Zweier für unerhoffte Glücksmomente.
UTE GALLBRONNER
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Marcel
Hacker, ein Häufchen Elend: Das Finale verpasste der eigenwillige
Skiff deutlich. Foto: dpa
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Die
Köpfe konnten eigentlich gar nicht tiefer hängen bei den deutschen
Riemen-Ruderern im Olympischen Dorf. Das sportliche Drama um den
Deutschland-Achter, der im Hoffnungslauf kläglich gescheitert war, dazu die
Ätsche-Bätsch-Haltung der ausgebooteten Konkurrenten aus der Heimat. Aber
als ob das noch nicht genug gewesen wäre, wurde die Vierer-Crew auch noch
von einem Bakterium befallen.
Der
Leverkusener Toni Seifert bekam über Nacht hohes Fieber, Filip Adamski
machte sich zwar auf den Weg zum Ruderpark, musste dann aber wegen
Magenproblemen aufgegeben. So mutierten Richard Schmidt und Marco Neumann
von Kühlwesten-Trägern zu Olympioniken. Gregor Hauffe übernahm die Rolle
des Schlagmanns von Adamski, dahinter nahm wie gewohnt Urs Käufer (Ulm)
Platz und die Neulinge, frisch von der U-23- WM, ruderten hinten was nur
ging.
"Wir
haben an gar nichts mehr geglaubt. Wir wollten nur ein beherztes Rennen
fahren und uns nicht abkochen lassen", erzählt der Ulmer: "Aber
dann lagen wir plötzlich nicht eine Länge hinter den Holländern, sondern
vor ihnen." Und dort blieben sie auch. Schon wenige Meter bevor die erlösende
Tröte ertönte, riss Käufer die Arme hoch: Der Vierer ohne hat das Wunder
geschafft und steht im Finale. "Dass wir so ein Ding abgeliefert haben,
das kann ich einfach nicht glauben. Wahnsinn", wiederholte Käufer
immer wieder. Emotionen pur. In welcher Besetzung am Samstag gerudert wird,
das entscheidet der Arzt.
Der
Rest der Riemen-Crew wollte sich da nicht lumpen lassen: Tom Lehmann und
Felix Drahotta zauberten mit einem unbekümmerten Auftritt ein Lächeln auf
das Gesicht von Christian Viedt. Der Coach, der mit seinen Achter-Jungs
leidet, durfte sich über einen weiteren unerwarteten Finalplatz freuen.
"Mit 19 schon in einem Olympia-Finale, das ist eigentlich zu gut",
meinte der Rostocker Drahotta grinsend.
Unbekümmert
und ohne Erwartungsdruck waren die beiden gerudert, ebenso wie später der
Not-Vierer, der noch nie gemeinsam im Boot gesessen hatte. Sie haben
geschafft, was von anderen erwartet worden war. Von Marcel Hacker
beispielsweise. Mehr als drei Sekunden fuhr der egozentrische Skiff
hinterher. Nach dem Aus bot er ein ähnliches Bild wie die Kollegen tags
zuvor: Zusammengesunken hing der 1,96-Meter-Mann da und starrte fassungslos
aufs Wasser.
"Ich
habe bis zum Schluss gefightet, es hat nicht gereicht. Jetzt muss ich
erstmal mit meinem Trainer analysieren, woran es gelegen hat", sagte
Hacker, der sich losgelöst vom Rest der deutschen Ruderwelt vorbereitet
hatte.
Neben
den beiden prestigeträchtigsten Bootsklassen ist auch der Frauen-Achter nur
noch als Beiprogramm zu sehen, ebenso der Doppel-Zweier der Männer. Fünf
Boote sind dagegen im A-Finale, vier können heute nachziehen. Trotzdem sind
die glorreichen Zeiten vorbei, das war schon bei der Heim-WM in München
augenscheinlich.
"Aus
ganz bitteren Niederlagen sind schon große Sieger hervorgegangen",
versuchte Sportdirektor Michael Müller seine geknickten Achter-Crew wieder
aufzurichten. Ein wenig hilflos wirkte der Versuch. "Das tat natürlich
weh, da explodieren die Emotionen, und es geht kreuz und quer. Achter
gewonnen ist Olympia gewonnen, so ist das nun mal in der öffentlichen
Wahrnehmung in Deutschland", räumte Verbands-Präsident Siegfried
Kaidel ein. Die kurzfristige Umbesetzung sei sicher ein Risiko gewesen,
gestand der Chef zu, wies aber darauf hin, dass Müller nur vier Positionen
wechseln wollte. Zwei blieben sowieso drin, "aber Philipp Stüer und
Thorsten Engelmann haben aus persönlichen Gründen oder aus Solidarität zu
den anderen leider abgesagt. Eine Mischung wäre ideal gewesen." Die
Fronten waren längst verhärtet, die Lager gebildet - die Verantwortung dafür
muss sich wohl Ex-Coach Dieter Grahn anlasten lassen.
Zur
Person von Müller, dessen Rücktritt die alte Crew gestern in verschiedenen
Medien gefordert hatte, wollte Kaidel nicht direkt Stellung nehmen. Aber es
ist kein Geheimnis, dass der Verband schon vor den Spielen nach einem
hauptamtlichen Cheftrainer für alle Bootsklassen gesucht hat: "Der
Sportdirektor wird dann keine sportfachliche Verantwortung mehr
tragen."
Kaidel
ist nicht bange um die Zukunft seines Sports, man sei dabei aus den nicht so
fetten Jahren der Gegenwart die richtigen Schlüsse zu ziehen. "Natürlich
gibt es keine Garantie für den richtigen Weg. Aber wir haben ja auch hier
noch einige olympische Entscheidungen. Vergessen wir die anderen
Bootsklassen nicht."
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www.rudern.de vom 13.8.2008:
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Wechselbad
der Gefühle
Frauenachter
und Hacker raus, doch die Jungen schaffen das Wunder
Der
Deutsche Ruderverband (DRV) hat heute drei Boote auf dem Weg zu den olympischen
Finals verloren. Doch trotz der großen Niederlagen freuten sich die
Verantwortlichen auch über die sensationelle Qualifikation vom jungen Männer-Zweier
ohne und dem Männer-Vierer ohne. Der Vierer musste knapp 2 Stunden vor dem
Rennen mit den beiden Ersatzleuten Richard Schmidt (Trier) und Marco Neumann
(Magdeburg) besetzt werden, da sowohl Filip Adamski als auch Toni Seifert
krankheitsbedingt über Nacht ersetzt werden mussten. DRV-Sportdirektor Michael
Müller: "Es gibt im Rudern eigentlich keine Wunder, aber heute haben wir
zwei erlebt. Selbst Ralf Holtmeyer hat mir bestätigt, dass er dies in 30 Jahren
noch nicht erlebt hat."
Oliver Palme
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| Jubel
im Männer-Vierer Foto: www.rudern.de |
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Marcel Hacker dagegen konnte in seinem
Halbfinale nicht an die Leistung aus dem Viertelfinale anknüpfen. Er
belegte den vierten Platz und musste sichin einem spannenden Rennen Lassi
Karonen, Olaf Tufte und Tim Mayens geschlagen geben. "Die anderen drei
waren heute einfach besser, da kann ich nichts machen. Ich habe versucht zu
attackieren, hatte heute aber einfach die Beine nicht dafür. Ich habe am
Anfang der Saison gesagt, dass hier sechs bis neun Skuller in das Finale
fahren können und so ist es gekommen."
Auch der Männer-Doppelzweier
mit Clemens Wenzel und Karsten Brodowski aus Potsdam konnte sich mit einem
sechsten Platz nicht für das Finale qualifizieren. Selbst die Goldfavoriten
Cop/ Spik (SLO) und Waddell/ Cohen (NZL) mussten kämpfen, um hier nicht das
Finale zu verpassen. Auch der Frauenachter schaffte es nicht, die
Zielstellung zu erreichen. Nach einem harten Kampf ruderte man auf dem enttäuschenden
fünften Platz ins Ziel und ist nun nicht für das Finale qualifiziert.
Knapp 2 Sekunden fehlten im Ziel, um hier in den Kampf um die Medaillen am
Sonntag eingreifen zu können.
Ein
unglaubliches Rennen ruderten dagegen die Youngsters Tom Lehmann und Felix
Drahotta. Sie fuhren das Rennen ihres Lebens und konnten auf den letzten
200m die Finalteilnahme mit einem dritten Platz sichern. Tom Lehmann:
"Ich hätte es mir zu Beginn der Saison noch nicht einmal ansatzweise
vorstellen können im Finale zu stehen. Der Glaube daran hat sich mit den
Rennen gesteigert, der Wille in mir ist von Tag zu Tag gewachsen und jetzt
haben wir unseren Traum wahr gemacht.
Felix Drahotta:"
Ich habe vorher zu Tom gesagt: Bevor wir hier hinterher fahren, falle ich
hier lieber nachher tot um. Alles oder nichts war die Devise, denn wir
mussten nicht in das Finale fahren. Auf den letzten 300m war alles nur
schwarz, ich wollte einfach nur durchbeißen. Ich habe gehofft, dass ich zur
U23-WM kommen kann, aber Olympia hatte ich mir nicht vorgestellt.
Auch der Männer-Vierer
ohne schaffte ein nie für möglich gehaltenes Wunder. Nachdem man vorher
nur 4 KM rudern konnte, setzte man sich gegen die gesamte Weltelite durch
und holte einen dritten Platz noch vor dem Goldfavorit in dieser Bootsklasse
aus den Niederlanden. Schon 20m vor dem Ziel reckten Schlagmann Gregor
Hauffe und Urs Käufer die Arme und die Höhe und jubelten.
Gregor Hauffe:
"Ich dachte, dass wir nicht an die Leistung anknüpfen können. Doch
die Jungs haben das herausragend gemacht, wir hatten als Marschroute:
"Alles oder Nichts"! Wir wollten uns nicht auf den Endspurt
verlassen und sind so lange wie es geht auf dem Gas gegeben."
Urs Käufer:
"Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, das ist der absolute
Wahnsinn. Wir sind heute morgen noch davon ausgegangen, dass wir mit Filip
und Toni das Rennen fahren. Dann setzen wir uns mit den Ersatzleuten rein
und fackeln im Rennen so ein Ding ab, das kann ich einfach nicht glauben.
Ich habe gehofft, dass wir uns nicht völlig abschippern lassen. Unfassbar,
auf den letzten 200m habe ich nur noch gedacht: Finale, Finale!"
Richard
Schmidt: "Ich kann es nicht glauben, wir wollten nichts und sollten
einfach nur gut rudern. Von Anfang an waren wir dabei, haben gebissen und
gebissen. Ich hatte Schiss, dass der Endspurt zu hart wird. So einen
Endspurt bin ich noch nie gefahren."
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www.deutschlandachter.de vom 14.8.2008:
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Überraschungen: Zweier
und Vierer im olympischen Finale
CARSTEN OBERHAGEMANN
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| Das
neu zusammengesetzte Quartett: Gregor Hauffe (von links), Urs Käufer,
Richard Schmidt und Marco Neumann. Foto: www.deutschlandachter.de |
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Mit
ihrer Unbekümmertheit haben der erst 19-jährige Felix Drahotta und der nur
ein Jahr ältere Tom Lehmann den Sprung ins olympische Finale im Zweier ohne
Steuermann geschafft. Hinter den Ginn/Free aus Australien und den
Amerikanern Winklefoss/Winklefoss belegten die Youngster aus Rostock im
Halbfinale den dritten Platz; sie setzten sich gegen die Serben Jagar/Stojic
und die Italiener de Vita/Leonardo durch. Die Dänen spielten keine Rolle.
Während die Weltmeister Ginn/Free ein einsames Rennen von der Spitze
fuhren, lagen 300 Meter vor dem Ziel noch vier Boote auf einer Höhe und
Lehmann/Drahotta legten ihre Endspurt-Qualitäten in die Waagschale. „Ich
hatte mir vorher gesagt: Bevor wir hinterher fahren und das Finale
verpassen, will ich lieber tot im Boot umfallen“, sagte Drahotta, der sich
in der Interviewzone nicht mehr auf den Beinern halten konnte und auf einem
Stuhl sitzend die Journalistenfragen beantwortete.
Als absolut unbekannte Neulinge stehen die beiden nun im Kreis der Besten
und fahren am Samstag um Uhr um die Medaillen mit. Gegner sind neben
dem australischen und dem US-amerikanischen Zweier auch noch Kanada (Frandsen/Calder),
Neuseeland (Twaddle/Bridgewater) und Südafrika (Keeling/di Clemente).
„Wenn wir nicht Letzter werden sollten, wäre das schon das Geilste“,
meinte Drahotta.
Vierer
trotzt Krankheitspech
Die zweite große Überraschung des Tages lieferte der Vierer ohne
Steuermann, der ebenfalls ins Finale einzog. Nachdem am morgen Filip Adamski
und Toni Seifert wegen eines bakteriellen Infektes ausgefallen waren, schien
der Traum vom olympischen Finale schon ausgeträumt. „Wir liefen den
ganzen Tag mit hängenden Köpfen herum und haben uns nichts mehr
erhofft“, meinte Urs Käufer.
Doch es kam anders: Mit Gregor Hauffe als neuem Schlagmann und den beiden
Ersatzleuten Richard Schmidt und Marco Neumann im Bug ging im Rennen
„richtig die Post ab“. Von Anfang an lag der Vierer aussichtsreich im
vorderen Feld. Käufer: „Ich dachte, ich sehe nicht richtig, als bei 750
Metern die Holländer nicht eine Länge vor uns lagen, sondern eine Länge
zurück. Wahnsinn.“
Das nur Stunden zuvor neu zusammen gewürfelte Quartett behielt den Rhythmus
und konnte im Endspurt sogar noch einmal zulegen. Gregor Hauffe: „100
Meter vor dem Ziel hab ich gesehen, dass wir an den Weißrussen vorbei sind
und auch von den Holländern Ziel hat dann Urs gesagt ‚locker’ – da
war ich dankbar. Und irgendwann kam auch die Tröte.“ Urs Käufer erlaubte
es sich sogar vor der Ziellinie die Hand vom Riemen zu nehmen und sie zum
Jubeln in die Höhe zu recken.
Gegner im Finale sind nun Slowenien, Tschechien, Olympiasieger Großbritannien,
Australien und Frankreich. Nicht ein Medaillenboot vom der WM 2007 in München
setzte sich durch: Weltmeister Neuseeland schied genauso aus wie Italien und
die Niederlande.
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Neu-Ulmer Zeitung vom 11.8.2008:
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Am
Rande des Herzinfarkts
Peking (pim/hjk) - Das schwülwarme Klima von Peking macht Urs Käufer zu schaffen.
„Ich habe Probleme, mein Gewicht zu halten und seit der Ankunft schon
anderthalb Kilo verloren“, meldete der Ruder-Olympionike aus Ulm in einer Mail
in die Heimat. Sportlich immerhin läuft es ziemlich nach Wunsch. Käufer und
seine Kameraden haben im deutschen Vierer als Zweiter des Vorlaufs direkt das
Halbfinale erreicht, beim Hoffnungslauf heute können sie ganz entspannt
zuschauen.
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| Foto:
Alfa
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Die Pause wird der Besatzung des deutschen
Bootes gut tun. Obwohl die Ruderer auf dringendes Anraten ihrer
Delegationsleitung am Freitag auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier
verzichtet haben, wurde das Rennen am nächsten Tag zu einem echten Härtetest.
„Die Hitze war fast unerträglich und die Beine haben noch mehr gebrannt,
als sonst“, schilderte Käufer die extremen Bedingungen: „Ich habe gehört,
dass einige fast einen Herzinfarkt bekommen hätten.“
Das deutsche Boot erwischte einen schwachen Start und lag bis zur
1500-Meter-Marke an vierter Stelle. Dann aber packten Philipp Adamski, Urs Käufer,
Toni Seifert und Gregor Hauffe ihren international gefürchteten Endspurt
aus. Auf den letzten 500 Metern zogen sie noch an Frankreich und Irland
vorbei und belegten am Ende eine halbe Sekunde hinter Australien Platz zwei.
Fast genau sechs Minuten lang waren sie insgesamt unterwegs, wesentlich
schneller war auch in den anderen Vorläufen kein Boot.
Dabei haben Käufer und Co ihre Karten wohl noch gar nicht ganz aufgedeckt.
Vater Hansjörg Käufer zählte zu Hause am Fernsehschirm auf den letzten
500 Metern einen 41er-Schlag, bis zu 45 Schläge pro Minute hat die
Besatzung des deutschen Boots drauf. „Keine Sorge. Wir packen im
Halbfinale einen drauf“, verspricht Urs Käufer in seiner Mail: „Wir
wollen uns auf jeden Fall unseren Platz im olympischen Finale sichern und
das schaffen wir auch.“
Das Halbfinale wird am Mittwoch in zwei Läufen gerudert. Die jeweils drei
ersten Boote qualifizieren sich für das A-Finale, die anderen rudern im
B-Finale.
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Sonntag Aktuell Ausgabe Ulm vom 10.8.2008:
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Käufer
und Co. im Halbfinale
Als Zweiter des Vorlaufs ist der deutsche Vierer ohne Steuermann bei den
Olympischen Spielen in Peking ins Halbfinale eingezogen.
UWE
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| "Wenn wir ins Finale wollen, müssen wir
noch eine Schippe drauflegen", stellte der Ulmer Urs Käufer fest.
"Der Endspurt kam rechtzeitig, und wir haben im Endspurt noch
Reserven", gab sich Schlagmann Filip Adamski gewohnt gelassen, ehe sich
die Vier in ihren Kühlwesten zum Ausrudern begaben. Eine kleine
Trainingseinheit ließen sie noch folgen, ehe es ganz dunkel wurde über dem
Sunyi Ruderpark.
Kurz vor 18 Uhr Ortszeit war der Vierer ohne
im letzten Rennen des Tages dran. "Es war schon ganz schön düster
unter der Sonnenbrille. Aber das ist O.K. für uns, dann ist es etwas
kühler", meinte Adamski. Es folgte ein Rennen, wie man es von diesem
Quartett kennt. Die Australier mit den Franzosen im Schlepptau ließen sie
vornweg fahren, versuchten die Iren in Schach zu halten. Nach 1500 Meter
hatten aber plötzlich auch die Männer von der Insel die Nase, sprich die
Bugspitze vorn.
Dann schaltete Adamski einen Gang hoch, im
Eiltempo schluckte der deutsche Vierer erst die Iren, dann die Franzosen,
die am Ende komplett einbrachen. "Die Australier hätten wir auch noch
gepackt, aber darum ging es ja nicht", sagte Käufer.
Jetzt gilt es, die Hoffnungsläufe am Montag
abzuwarten, dann stehen die Gegner fürs Halbfinale (Mittwoch/12.30 Uhr
MESZ) fest. Australien und den anderen Vorlaufsiegern, Holland und
Großbritannien, würde Käufer gerne aus dem Weg gehen, doch ganz so glatt
wird es wohl nicht laufen. Bleibt die Hoffnung, dass sich die Taktik mit dem
famosen Endspurt noch nicht bei allen herumgesprochen hat: "Aber egal
wie, wir sind auf jeden Fall ein unbequemer Gegner", sagt Adamski. |
Südwest Presse Ulm vom 9.8.2008:
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Ping-Pong
statt Eröffnungsfeier für Urs Käufer
Am heutigen Samstag (11.50 Uhr MESZ)
beginnen für den Ulmer Urs Käufer die Olympischen Spiele in Peking. Im
dritten Vorlauf startet der deutsche Vierer ohne auf Bahn eins.
"Wir sind gut drauf. Alles läuft", stellte Käufer fest.
Bugmann Gregor Hauffe ergänzte nach dem gestrigen Abschlusstraining:
"Wir haben gut zusammengefunden und sind uns einig. Es kann
losgehen."
UWE
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| Einig waren sich Käufer, Hauffe, Gregor
Seifert und Filip Adamski auch in der Entscheidung auf die Eröffnungsfeier
gestern Abend zu verzichten. Sechs Stunden auf den Beinen, nicht vor 1 Uhr
morgens im Bett - so sieht definitiv nicht die richtige Vorbereitung auf
einen olympischen Wettkampf aus. Das Risiko ist einfach zu groß, also muss
Trainer Ralf Müller seine Schützlinge vertreten - er tut es gern.
Mit dabei war aber der langjährige Ulmer
Trainer Christian Viedt. "Es wird aber hart", wusste er schon
unmittelbar vor der Abfahrt: "Aber das chinesische Alphabet kommt uns
natürlich entgegen." Deshalb kamen die Deutschen gestern ziemlich am
Schluss dran und konnten auch später anreisen als andere Nationen. Vorher
hatte Viedt aber noch eine Höllentour hinter sich gebracht. Als einer der
letzten wollte er vom Sunyi-Ruderpark zurück in die Stadt. Doch der letzte
Bus kam einfach nicht mehr. Also wurde in mühevoller Überzeugungsarbeit
ein Taxi organisiert. "Die Holländerin war stinksauer. Das hat dann
auch den Soldaten an der letzten Einfahrt überzeugt", meinte der
ruhige Trainer grinsend.
Mit dem deutschen Fahnenträger Dirk Nowitzki
war Urs Käufer schon am Donnerstag im Deutschen Haus aufeinander getroffen.
Da lieferte sich der Vierer mit den Basketballern ein Match am
elektronischen Ping-Pong. Zu feiern gab es zumindest ein gutes Los: Sie
erwischten einen Vorlauf mit nur vier Booten, müssen also nur einen Gegner
schlagen, um direkt ins Halbfinale einzuziehen. |
Neu-Ulmer Zeitung vom 4.8.2008:
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Am
Tisch mit Dirk Nowitzki
Ulm/Peking (hjk) - Urs Käufer und die
anderen deutschen Ruderer haben sich inzwischen gut eingelebt im
olympischen Dorf in Peking. Die schlechte Luft in der chinesischen
Hauptstadt bereitet dem Ulmer und seinen Kameraden zwar Probleme, aber
eine tolle Entschädigung war für Käufer die Begegnung mit den deutschen
Basketballern mit ihrem Superstar Dirk Nowitzki und dem Ex-Ulmer Konrad
Wysocki.
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| Foto:
Alfa
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"Ich
durfte beim Mittagessen bei Nowitzki und den anderen deutschen
Nationalspielern am Tisch sitzen und kam mir neben denen wie ein Würstchen
vor", heißt es in einer Mail von Käufer in die Heimat: "Ich will
mir auf jeden Fall ein Basketballspiel anschauen." Generell gefällt
dem Ulmer die olympische Atmosphäre überaus gut: "Man hockt nicht,
wie bei einer Weltmeisterschaft den ganzen Tag nur auf dem Hotelzimmer und
wartet auf seinen Einsatz, sondern man hat viel Ablenkung. Aber sobald wir
im Bus sitzen und zur Strecke fahren, bauen wir die Konzentration auf.
Einfach die perfekte Mischung."
Im olympischen Dorf bleiben fast keine Wünsche offen. Die Männer des
Vierers bewohnen zusammen mit zwei Ruderern aus Rostock ein
Sechs-Personen-Appartement. Verpflegung und Freizeitangebot sind
hervorragend. "Wir können uns die freie Zeit in einer Halle mit
Billard, Tischkickern, Airhockey und Videospielen vertreiben",
berichtete Urs Käufer.
Vom Dorf zum Shunyi-Rowing-Park benötigt der Shuttlebus eine knappe Stunde.
Die Strecke wird auf einer eigens angelegten Spur, der "Olympic-Lane"
zurückgelegt. Auf der dürfen die Busse schneller als die üblichen 70
Stundenkilometer fahren. Offensichtlich hat das aber nicht jeder Fahrer
begriffen und deshalb dauert es gelegentlich doch ein wenig länger.
Die Luft wurde in den letzten Tagen ein wenig klarer. "Wir haben sogar
den blauen Himmel gesehen" meldete Käufer. Dass das Smogproblem damit
nicht gelöst ist, musste der deutsche Vierer am Sonntag erleben. Trainer
Ralf Müller lies sein Quartett 500 Meter im Renntempo bei 40 Grad rudern.
"Das war brutal und wir haben gemerkt, dass die Luft wohl doch noch
nicht ganz so rein ist. Alle hatten danach gereizte Bronchien", klagte
der Ulmer. Mannschaftsarzt Dr. Uli Kau rechnet mit ein paar Tagen Anpassung,
dann sollten die Beschwerden zurückgehen.
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Neu-Ulmer Zeitung vom 1.8.2008:
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Erst
die Boote, dann die Ruderer
Breisach/Peking (hjk) - Der Ulmer Urs Käufer
und die anderen deutschen Riemenruderer saßen in den Tagen vor der
Abreise zu den Olympischen Spielen in Peking auf dem Trockenen. Die
Sportler flogen am Mittwoch in die chinesische Hauptstadt, ihre Sportgeräte
wurden bereits am vergangenen Sonntag dorthin verfrachtet.
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| Foto:
Alfa
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Der letzte Programmpunkt des Trainingslagers
in Breisach bestand in einer Bootsreinigung. Danach wurden die teuren
Rennboote abgeschraubt und versandfertig auf den Lagern des Transporters von
Bootsmeister Markus Schmitz (Dortmund) festgezurrt. Schmitz ist für den
Versand aller deutschen Ruderboote verantwortlich. Noch am Sonntag
kutschierte er seine zwei Tonnen schwere Fracht direkt nach Luxemburg auf
den Transportflughafen. Dort wurden die Boote in eine Bundeswehrmaschine
verladen. Als die Athleten am Donnerstag zum ersten Mal den Shunyi Rowing
Park betraten, war Schmitz mit den 18 Booten der deutschen Flotte samt
Rudern und Zubehör bereits vor Ort.
Inzwischen hat sich Käufer auch schon telefonisch gemeldet. Alles sei in
Ordnung, teilte er dem Vernehmen nach mit, lediglich die Zimmer im
Olympischen Dorf seien etwas knapp bemessen.
Der vorletzte Programmpunkt von Breisach war ein Relationsrennen, in dem der
leichte und schwere Vierer ohne Steuermann und der Deutschlandachter
gegeneinander ruderten. Je nach erwarteter Endzeit wurden die drei Boote auf
die 2000 Meter lange Strecke geschickt. Die Leichtgewichte starteten drei
Sekunden vor ihren schweren Kollegen, 15 Sekunden später ging der Achter
ins Rennen. Durch die vorher festgelegten Startzeiten sollte es zwischen den
drei Booten auf den letzten 500 Metern zu einem spannenden Finish kommen, um
die Härte eines olympischen Rennens zu simulieren. Letztlich ruderte der
Achter eine Länge vor dem schweren Vierer mit Urs Käufer durch das Ziel.
Mit den Zeiten waren Trainer und Athleten zufrieden.
Trainer Ralf Müller (Leverkusen) zog eine positive Bilanz. Es gab in
Breisach keine Ausfälle, das umfangreiche Trainingsprogramm konnte voll
durchgezogen werden. Zudem haben sich seine Schützlinge körperlich und
technisch weiter entwickelt.
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Stuttgarter Zeitung vom 1.8.2008:
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Für
Gold wird es wohl nicht reichen
Breisach
- Das Flaggschiff des deutschen Rudersports ist der Achter. Ob die junge
Mannschaft um den erfahrenen Steuermann Peter Thiede allerdings schon reif
genug für eine Medaille in Peking ist, ist mehr als fraglich. Die gute
Stimmung trübt das jedoch keineswegs.
von
Dominik Ignée
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| Steuermann
Peter Thiele arbeitet an der Trainingsrudermaschine - und die
Ruderkollegen schauen zu. Foto:
dpa |
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Der
Mann, auf den sie hören, ist im Vergleich zu allen anderen ein Zwerg. Er heißt
Peter Thiede, ist 167 Zentimeter hoch und sitzt bereits seit 1993 beharrlich
im Deutschlandachter. 40 Jahre ist der Rostocker inzwischen alt. Er gab schon
vor der Wende im DDR-Flagschiff die Kommandos und sah Generationen von
Ruderriesen kommen und gehen. Doch der leichtgewichtige Wortführer blieb
stets da, wo er hingehört: vorne im Boot, den rudernden Kleiderschränken
zugewandt, ihnen den Schlagrhythmus zurufend.
Peter
Thiede kommt im deutschen Boot in etwa dieselbe Bedeutung zu wie vorn auf der
Motorhaube eines Rolls-Royce die berühmte Kühlerfigur Spirit of Ecstasy.
Anders ausgedrückt: gab es jemals einen besseren Steuermann? Negativ.
Nur einer lacht nicht
In Breisach am Rhein ist das Trainingslager des Achters, und es ziehen von
Frankreich her plötzlich dunkle Gewitterwolken auf. Trotzdem lassen die
Ruderer zu Übungszwecken ihr Boot zu Wasser. Die baumlangen austrainierten Männer
schultern ihr Sportgerät und schlappen fröhlich pfeifend auf den Steg. Einer
von singt sogar "Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus".
Allgemeines Gelächter.
Nur Thiede lacht nicht. Erst als er einen doch sehr militärisch klingenden
Befehl erteilt, lassen die Ruderer ihr Boot vorsichtig ab. Thiede hat nicht
nur zu Wasser das sagen, sondern auch zu Land.
Er, der der Vater einiger Athleten sein könnte, geht seinen Kollegen manchmal
ein wenig auf die Nerven, auch wenn er natürlich akzeptiert ist. "Es
gibt keinen einzigen Schlag, bei dem der Peter mal nichts sagt", stöhnt
Florian Eichner, den sie alle nur "Düse" nennen, weil er im
Mittelschiff für Dampf sorgt. Seine Kollegen Philipp Naruhn Matthias Flach
verdrehen die Augen und nicken zustimmend - während Thiede, der kleine
Schleifer, gelassen neben ihnen hockt und höchst zufrieden grinst.
Alte Zöpfe abgeschnitten
"Ich bin hier nicht der Opa oder der Papa, meine Aufgabe ist es, die
Jungs zu beruhigen, wenn es nötig ist, und ihnen in den Hintern zu treten,
wenn der Vorsprung schmilzt", sagt der Steuermann. In Peking wird Thiede
seine vierten und letzten Olympischen Spiele bestreiten, und da erwartet ihn
wirklich keine leichte Aufgabe.
Im Team des Deutschlandachters wurden in den vergangenen Jahren nämlich alte
Zöpfe abgeschnitten. Von verdienten Rudergrößen, die von selbst nicht den
Absprung geschafft hätten, trennte man sich - und der Trainer heißt
inzwischen Christian Viedt. Er ist ein junger, ruhig wirkender Geselle, bei
dem man sich kaum vorstellen kann, dass er die Truppe auch mal richtig
zusammenstaucht. "Man muss hin und wieder den Hammer kreisen
lassen", sagt Viedt in ruhigem Ton. Es ist aber nur der zarte Versuch, Härte
zu demonstrieren, die es möglicherweise nicht gibt.
Christian Viedt verrichtet seine Arbeit in der Funktion eines
Interimstrainers, wie es für ihn nach Peking weitergeht, ist ungewiss.
Erwarten darf der Deutsche Ruderverband von dem Coach und seinem Steuermann
allerdings nicht, dass die "Operation Gold" zum Selbstläufer wird.
Für viele der jungen, aber hochveranlagten deutschen Ruderer kommt Olympia
2008 wohl noch zu früh. Was ihnen fehlt, ist Erfahrung. Das Problem steht
ohnehin schon fest: sollte der Deutschlandachter in Peking
"untergehen", wird es Kritik hageln, denn in kein deutsches Boot
werden höhere Erwartungen gesetzt als in das Flaggschiff. Seit Jahrzehnten
ist das so.
Zum Erfolg verdammt
In den goldenen Sechzigern holte der Achter zwei Olympiasiege, erst 1960 in
Rom, später 1968 in Mexiko. Die letzte Goldmedaille datiert aus dem Jahr
1988, danach gab es einen dritten, einen zweiten und einen achterunwürdigen
vierten Platz in Athen. "Die Sportzuschauer warten wieder auf einen großen
olympischen Erfolg", weiß Viedt, der es ärgerlich findet, dass darüber
immer die Podiumsplatzierungen bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften
vergessen werden, 2006 gab es sogar den Titel. Der Deutschlandachter hat es
nicht leicht: stets zum Erfolg verdammt. Man dürfe aber niemals vergessen,
betont Viedt und hebt den Finger, dass es auch in anderen Nationen eine
Achtertradition gebe. Zum Beispiel bei den Amerikaner und Kanadiern. Das sind
die Topfavoriten auf den Sieg in China.
"Zuletzt in Luzern befanden wir uns zehn Sekunden hinter der Weltspitze,
und später gab es keine Möglichkeit mehr, unter Wettkampfbedingungen zu
trainieren", bemängelt der Coach und nimmt seine Leute damit vorsorglich
in Schutz, sollte es keine Medaille geben. Inzwischen ist die Übungsfahrt
beendet. Die hochgewachsenen Burschen sind nass geworden, die dunklen Wolken
aus Frankreich haben sich über ihnen entladen.
Nudeln ohne Ende
Im Bootshaus verstauen sie feinsäuberlich ihr 16 Meter langes Boot, es war
40.000 Euro teuer, da dürfen keine Kratzer in den Lack. Zwei Stunden später
lädt sich die Kücken-truppe im Gasthaus Krone in Achkarren bei Breisach am Büfett
die Teller voll: Nudeln ohne Ende, Fleischberge, Salat - man muss bei ihnen
nicht die Sorge haben, dass auch nur irgendetwas etwas übrig bleibt.
Einer der ruhigsten von ihnen ist Andreas Penkner, der Schlagmann, der den
Takt vorgibt. Penkner ist 25 und damit schon einer der wenigen Routiniers im
Boot. Im Mittelschiff sitzt der Motor mit jungen kraftstrotzenden Männern wie
Eichner und Naruhn. Und dann gibt es noch Flach, den "Hybrid", der
technisch versiert ist und kräftig zugleich - er soll mit etwas weniger
Aufwand dafür sorgen, dass die Geschwindigkeit gehalten wird.
"Für uns ist Peking wie Wimbledon für Tennisspieler - also das
Nonplusultra, auf das wir alle hingearbeitet haben wie verrückt", sagt
Flach. Seine Kollegen um ihn herum kichern, weil er diesen Satz so erwachsen
und staatsmännisch vorgetragen hat. Der neue, junge Deutschlandachter
befindet sich also in bester Laune. Es wäre ein Jammer, würde sie ihm in
Peking vergehen.
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Südwest Presse Ulm vom 29.7.2008:
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Abriggern
für Peking
Urs Käufer erholt sich in den letzten
vorolympischen Tagen
Urs Käufer und seine Ruder-Kollegen sitzen
auf dem Trockenen. Die Boote der deutschen Olympioniken werden heute in
Peking erwartet. Die Athleten sollen sich bis zum Abflug morgen schonen.
UTE GALLBRONNER
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| Entspannung
mit Freundin Jasmin: Ulms Ruderer Urs Käufer vor der Abreise nach
Peking. Foto: Eibner |
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"Hände weg von Riemen, Rädern und
Hanteln", diese Devise hat Trainer Ralf Müller seinem Vierer mit auf
den Weg gegeben. Es wird den Ruderern schwer fallen, nachdem sie einen
Monat lang jeden Tag in Breisach geschuftet haben. In den letzten Stunden
vor dem Abflug in Richtung Peking ist höchstens ein wenig Laufen
angesagt. Der Ulmer Urs Käufer, Filip Adamski, Gregor Hauffe und Toni
Seifert sollen sich noch einmal erholen.
Zu diesem Zwecke ist Käufer nach Bochum zu
Freundin Jasmin gefahren. Morgen hebt dann in Frankfurt der Flieger ab.
Bereits am 9. August, einen Tag nach der Eröffnungsfeier, steht der
Vorlauf an. Da drängt sich die Frage auf, ob die Crew zur
Eröffnungsfeier geht. "Natürlich will ich dabei sein. So etwas
erleb ich vielleicht nie wieder", sagte Käufer zuletzt in Breisach.
Aber es sind auch Bedenken aufgekommen, denn die Feier am Freitag Abend
bringt stundenlanges Stehen in voraussichtlich brütender Hitze mit sich -
eine ideale Vorbereitung auf einen olympischen Wettkampf sieht anders aus.
Die Entscheidung wird erst vor Ort in Peking getroffen. Gemeinsam, denn
der Teamgeist ist das, was die Crew auszeichnet - zumindest betonen das
alle vier immer wieder.
Einen ganzen Monat lang wurde im
Trainingslager in Breisach zuletzt geschuftet. Zum Abschluss gabs dann am
Sonntag noch ein Relationsrennen auf dem aufgestauten Rhein gegen den
Achter und den leichten Vierer. Das leichte Quartett wurde zuerst
losgeschickt, drei Sekunden später die schweren Jungs und wieder zwölf
Sekunden danach das Flaggschiff. Am Ende hatte der Achter eine Länge
Vorsprung, für die Vierer-Crew Grund zufrieden zu sein. Bei diesem
letzten Test hatten sich alle noch einmal völlig ausgepowert, kurze Zeit
hatte vor allem Schlagmann Filip Adamski mit den Folgen zu kämpfen. Er
hatte ja in der Vergangenheit massive gesundheitliche Probleme bei
extremer Belastung bekommen. "Aber das haben wir im Griff", sagt
Teamarzt Uli Kau. Adamski hat seine Ernährung umgestellt. "Vor allem
haben wir meine Trinkgewohnheiten verändert", meint er
augenzwinkernd. Viel Flüssigkeit muss rein in den Körper.
Nach kurzer Erholung am anderen Ufer und
weiteren vier Kilometern lockeren Ausruderns, war auch "der
Pole" wieder fit. Die Reise nach Peking - der Vierer ohne Steuermann
tritt sie optimistisch an. Bereits auf dem Weg sind die Boote. Abriggern,
war am letzten Tag im Schwarzwald angesagt. Frei übersetzt: Alles wird
abgeschraubt, was irgendwo wegsteht oder rausfallen könnte, der Rest
festgeklebt. Danach wurden die nackten Boote auf den Hänger verladen, mit
dem sich Schmitz auf den Weg nach Luxemburg machte, von wo aus es mit
überlangen Frachtflugzeugen der Bundeswehr nach Peking ging. "Die
machen nicht mehr als 500 km/h", lästert Sportsoldat Käufer - es
kann also dauern. Schmitz jedenfalls ist dabei, nimmt die wertvolle Fracht
in Peking in Empfang und bringt sie in den wenige Kilometer vom Flughafen
entfernten Sunyi Ruderpark. Die Athleten folgen morgen.
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www.deutschlandachter.de vom 15.7.2008:
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DOSB
bestätigt DRV-Vorschläge
Neue Serie: Zwölf Fragen an die Olympiateilnehmer
Jetzt ist es offiziell: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat
den Vorschlägen des Deutschen Ruderverbandes entsprochen und diese Sportler vom
Dortmunder Ruderleistungszentrum für die Olympischen Spiele nominiert:
Deutschland-Achter: Andreas
Penkner, Kristof Wilke, Florian Mennigen, Jochen Urban, Philipp Naruhn, Matthias
Flach, Sebastian Schmidt, Florian Eichner und Steuermann Peter Thiede.
Vierer ohne Steuermann: Filip
Adamski, Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe.
Zweier ohne Steuermann: Felix
Drahotta und Tom Lehmann.
CARSTEN OBERHAGEMANN
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| Urs
Käufer (2.v.l.) sitzt auf Position drei im Vierer.
Foto: Hansjörg Käufer |
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Neue
Serie: Zwölf Fragen an...
In einer vorolympischen Serie wollen wir die nominierten Athleten näher
vorstellen und haben sie gebeten, zwölf Fragen beantworten. Den Anfang
macht Urs Käufer (Ulmer RC) aus dem Vierer ohne Steuermann.
Wie
sieht dein beruflicher Werdegang aus, was fasziniert dich daran und was
ist Dein Berufswunsch?
Käufer: Ich
bin seit knapp 4 Jahren Sportsoldat und werde im Oktober anfangen,
Wirtschaftspsychologie in Bochum zu studieren.
Was
machst du als erstes, wenn Du morgens aufstehst?
Käufer:
Ich gehe ins Bad und putze mir die Zähne.
Wo
und wie wohnst Du?
Käufer:
Ich wohne seit Ende 2007 mit meiner Freundin in Bochum in einer
2 1/2 Zimmer Wohnung. Davor habe ich in Dortmund in einer 3er-WG gewohnt.
Wer
ist die wichtigste Person in Deinem Leben?
Käufer:
Eigentlich sind es mehrere Personen. Natürlich meine Freundin
Jasmin, meine Eltern und meine Schwester.
Hast
Du ein Idol?
Käufer:
Da gibt es wieder mehrere. Aber einer der größten Sportler
ist wohl der Sprinter Michael Johnson. Im Rudersport ist mein Idol James
Tomkins, der als einziger Ruderer in jeder Riemenbootsklasse Weltmeister
geworden ist. Nicht zu vergessen seine Olympiamedaillen.
Was
hast du zuletzt gelesen?
Käufer:
Ich lese sehr selten, aber das letzte Buch war Neue Vahr Süd.
Ich habe es zum Geburtstag bekommen, deswegen musste ich es lesen.
Was
war dein schönstes Urlaubserlebnis und wohin geht deine nächste Reise
nach der Zeit in Peking?
Käufer:
Mein schönstes Urlaubserlebnis war ganz klar die Woche im
Robinson Club 2006 beim Champion des Jahres. So viele Sportler auf einem
Haufen, das kann nur Spaß machen. Meine Urlaubsplanung für Peking steht
noch nicht fest.
Was
bedeutet Peking für Dich?
Käufer:
Dasselbe wie für jeden Sportler. Man hat Jahrelang darauf
hingearbeitet, auf dieses eine Ziel. Es ist das größte und wichtigste
Sportereignis der Welt.
Was
willst Du dort außerhalb der Ruderstrecke sehen?
Käufer:
Die Chinesische Mauer und die Verbotene Stadt interessieren
mich sehr.
Welche
olympische Sportart fasziniert Dich als Zuschauer?
Käufer:
Schwimmen ist für mich eine interessante Sportart und
Leichtathletik würde ich mir auch gerne anschauen. Wenn es klappt auch
noch ein Handballspiel der deutschen Nationalmannschaft.
Was
zeichnet Deine Mannschaft, in der Du ruderst, aus?
Käufer:
Wir verstehen uns blind. Sowohl im Boot als auch im Leben drum
herum. Und natürlich zeichnet uns unser Endspurt aus.
Was
habt Ihr in den letzten Wochen am meisten verbessert?
Käufer:
Wir konnten deutlich an Physis zulegen und unsere Technik noch
besser aufeinander abstimmen.
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Sonntag Aktuell Ausgabe Ulm vom 13.7.2008:
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Schwitzen
hinter Rebstöcken
Urs
Käufer und Trainer Christian Viedt bereiten sich auf die Olympischen Spiele vor
Zwei
Ulmer bereiten sich gerade in Achkarren
am Kaiserstuhl auf die Olympischen
Spiele in Peking vor. Einmal Urs Käufer, der im Vierer ohne
Steuermann um Gold fahren will. Zum anderer ist das Christian Viedt, der
als neuer Trainer den Achter wieder auf Vordermann bringen will.
UTE GALLBRONNER
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| Schuften
für Peking: Der Vierer ohne Steuermann mit (von rechts) Filip
Adamski, Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe stecken gerade
mitten in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele Privatfoto |
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Achkarren am Kaiserstuhl
ist für die deutschen Riemen-Ruderer derzeit der Nabel der Welt. In der Krone haben sie vor zwei Wochen Quartier bezogen. Ein paar Fähnchen
schmücken den Biergarten, im Speiseraum geht es eng her, aber der ist
wohl nicht für Männer dieses Formats gebaut, zumindest nicht für 18 auf
einmal.
"Lagerkoller? Keine
Spur", sagt Urs Käufer lachend: "Wir halten es hier gut aus. Am
Abend sind wir sowieso meistens zu müde, groß was zu unternehmen. Mal
ein bisschen Billard, und Spielkonsolen haben wir auch, ganz wie die Fußballer."
Und vor allem die Verpflegung stimmt, was nicht zu übersehen ist: Auf
keinem Teller liegen weniger als drei Stück Fleisch, ein Schlag Bohnen,
mehrere Knödel und dick Soße drüber. Es gilt schließlich bei
intensivem Training das Kampfgewicht zu halten. „Bon appetit", wünscht
der französische Koch.
Die Stimmung ist vor
allem deshalb gut, weil die Chemie zwischen den Athleten, die hier für
die Olympischen Spiele schwitzen, stimmt. Aus den Vierer-Konkurrenten der
ersten beiden Weltcups, als Käufer mit Filip Adamski, Gregor Hauffe und
Toni Seifert noch gegen die Hälfte der jetzigen Achter-Crew ums
Olympia-Ticket kämpfen mussten, sind wieder Freunde geworden.
„Psychologisch war das eine sehr schwierige Situation für uns",
sagt der 23-jährigen Ulmer: „Da hat es stimmungsmäßig schon Einbrüche
gegeben." Gemeinsam hätten sie für einen Umbruch gekämpft, verrät
der Radolfzeller Kristof Wilke: "Wir hatten uns vor der Sitzung
damals getroffen und waren bereit, für unsere Position einzustehen."
Soweit musste es nicht kommen. Der Leistungssport-Ausschuss entschied im
Sinne derer, die jetzt in Breisach zusammen sind.
Jetzt ist alles gut,
sogar das Wetter. Meistens jedenfalls. Aber ausgerechnet beim offiziellen
Foto-Shooting machte sich eine Gewitterfront über dem Rhein breit.
Pudelnass kehrten die Ruderer nach wenigen Minuten auf dem Wasser zurück
ins Bootshaus. Ein kurzes Schütteln, Käufer grinst, während ihm das
Wasser von der Nase tropft: "So ist das eben mit dem
Freiluftsport." Der Rest des Trainings wird im Fitnessstudio
absolviert.
Christian Viedt stellt
sich währenddessen seiner neuen Aufgabe. Als Achter-Coach steht der,
zweite Ulmer der olympischen Crew im Mittelpunkt des Interesses: „Natürlich
hat sich die Situation für mich geändert. Mit den Jungs arbeite ich zwar
schon lange zusammen, aber das Interesse am Achter ist natürlich ungleich
größer als am Vierer oder Zweier." Viedt steht für den
Generationenwechsel, für eine andere Philosophie als Dieter Grahn. Während
der alte Coach an seiner erfolgreichen Mannschaft festhielt, es zuließ,
dass dieser Kreis keinem anderen eine Chance gab, fördert Viedt den
kontinuierlichen Einbau der Jugend: „Die Entscheidungen sollen auf dem
Wasser getroffen werden, in der direkten Auseinandersetzung der Sportler,
und so wenig wie möglich am grünen Tisch."
Der Wandel vom Assistenz-
zum Chefcoach kam über Nacht, im Alltag ist er nicht so leicht zu
vollziehen: "Der Chef ist natürlich eher der Böse, der Assistent
der kumpelhafte Typ. Das kann ich jetzt ja nicht schlagartig ändern",
sagt Viedt. Und die heue Verpflichtung bringt es auch mit sich, dass die
Familie ihn noch weniger sieht: "Frau und Kinder sind gerade in Ulm.
Aber das sind von hier auch gut, dreieinhalb Stunden zu fahren."
"Langsam wird es
hart. Aber wir sind bis jetzt gut durchgekommen, besser als die letzten
Jahre", sagt Käufer, denn in Breisach wird vor allem an der Physis
gearbeitet. "Wir haben das Krafttraining noch mal umgestellt, setzen
andere Reize." 87 Kilo stehen auf seiner Pflichtenliste, kontrolliert
wird morgens um halb sieben. Nur ja nicht drunter kommen unter das
Kampfgewicht, lautet die Devise.
Morgen geht es für die
gesamte Crew zur Einkleidung, am kommenden Dienstag werden sie offiziell
nominiert. Am 30. Juli hebt dann das Flugzeug in Frankfurt ab, und am 9.
August wird es olympisch ernst für den Vierer ohne Steuermann im Sunyi
Ruderpark von Peking.
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Südwest Presse Ulm vom 30.6.2008:
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Die
starke Frau am Steuer
Sophie Steinle führt den
Junioren-Achter zum Sieg - Männer mit Rückstand
Sophie Steinle ist eine zierliche
16-Jährige, und nach ihrer Pfeife tanzen jüngere Jungs genauso wie
56-jährige Mannsbilder. Denn wenn die großen Ulmer Boote die Donau
runterjagen, sitzt sie am Steuer.
UTE GALLBRONNER
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| Wenn
sie spricht, muss die Mannschaft still sein. Sophie Steinle
steuert die Großboote in Ulm und für den Landesverband. Foto:
Oliver Schulz |
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Ein wenig Ruhe war an den Ufern der Donau
eingekehrt, als die Drachenboote gestern ihre Wettkämpfe beendet hatten.
Die Regatta-Strecke gehörte wieder ganz den Ruderern. Aufgerufen war der
Doppel-Vierer der B-Juniorinnen. Schon als die Boote die Zwischenzeit
passierten, waren unten im Ziel laute Schreie zu vernehmen. Es war
Steuermann Robert Reinelt, der Victoria Jeffries, Pia Patzwald, Barbara
Peitz und Anika Schwarz dem Ziel entgegen brüllte.
"Der Steuermann muss seine Mannschaft
im Griff haben", erklärt Trainer Björn Gehrmann die Anforderungen
an den Mann, der entweder im Bug liegt oder im Heck sitzt und mit einem
Seil steuert, das rund ums Boot verläuft. Beim Ulmer Ruderclub Donau (URCD)
ist der gefragteste Steuermann eine Frau: Sophie Steinle, die auch der
Landesverband schon entdeckt hat. Die Junioren im Achter und Vierer hören
auf ihr Kommando.
"Wenn ich rede, haben die anderen
still zu sein", sagt die 16-Jährige, was übrigens nicht nur für
ihre gleichaltrigen Kollegen gilt, sondern genauso für reife Herren
jenseits der 50. "Die tun schon, was ich sage", meint sie mit
Blick auf den URCD-Achter.
Aber das nutzte am Wochenende auch nichts,
zweimal blieb dem Flaggschiff nur der letzte Platz. Schlagmann Patrick
Ganghof, mit seinen 17 Jahren nicht mal halb so alt wie der zweitjüngste
im Boot, war ziemlich sauer nach der Zieldurchfahrt. Bis zu den
Landesmeisterschaften in drei Wochen bleibt noch viel Arbeit.
Sophie Steinle hat sich inzwischen ganz
aufs Steuern verlegt, rudert selbst nicht mehr. "Ich bin auch so
ausgelastet", sagt die Zehntklässlerin lachend. Vor den Rennen
bespricht sie mit dem Coach die Taktik: "Im Boot ersetze ich den
Trainer", erklärt die 16-Jährige. Anfeuern, die Konkurrenz im Blick
behalten, Zwischensprints ansagen, all das gehört zu ihren Aufgaben:
"Und vor allem braucht man viel Gefühl. Als Steuerfrau musst du das
Wasser spüren können." Bei großen Siegen bekommen die Steuerleute
das Wasser direkt zu spüren - dann werden sie von ihrer Crew meistens ins
Wasser geschmissen.
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Der
Ulmer Junioren-Achter nach vollbracher Arbeit auf der Donau. Foto: Oliver Schulz |
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Sophie Steinle hat ihren Platz im Achter
sicher. An der übrigen Besetzung des Junioren-Boots für die
Landesmeisterschaften basteln die Trainer noch. "Wir sind seit langem mal
wieder in der glücklichen Lage, dass wir mehr Ruderer als Rollsitze
haben", sagt Gehrmann. Nur Carsten Lormes ist angesichts seiner vielen
guten Leistungen gesetzt. Der Rest wird ausgefahren, im direkten Duell oder im
Ergometer-Vergleich. Die Junioren-Vierer treten in der kommenden Woche
gegeneinander an: "Wer gewinnt, bildet den Stamm. Um die restlichen drei
Plätze schlagen sich acht B-Junioren."
Es ist immer wieder ein Puzzlespiel für die
Trainer, eine optimale Besatzung für das Flaggschiff zu basteln. Es gilt
diejenigen zu finden, die gut zusammenpassen. "Der Achter ist die
schnellste Bootsklasse und erfordert schon deshalb eine sehr gute Technik.
Alle Bewegungen müssen viel schneller ausgeführt werden und trotzdem
gleichmäßig", erklärt Gehrmann. Eine Frequenz von 36 Schlägen pro
Minute fordert der Coach mindestens, auf den kürzeren Strecken wie beim
Donau-Cup sollten es schon 40 sein.
Daran wird nun in den kommenden drei Wochen bis
zu den Landesmeisterschaften verschärft gearbeitet. Denn in Breisach wollen
die Junioren siegen, wie schon am Samstag daheim. Sophie Steinle wird ihren
Part leisten - und dann vielleicht baden gehen.
Südwest Presse Ulm vom 30.6.2008:
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Die
Drachen lassens krachen
Donau-Cup
am Wochenende vereint Sport und Spaß auf und am Fluss
Der Donau-Cup ist ein sportlich-spaßiges
Volksfest in und am Fluss in der Friedrichsau. Am Wochenende haben
insbesondere die Läufe der über 60 Drachenboot-Teams wieder viel
Publikum angezogen.
VERENA
SCHÜHLY
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| Angefeuert
von den Trommelschlägen und Schreien der Trommler kämpfen sich die
Drachenboot-Teams über die 250 Meter lange Strecke. Foto: Oliver
Schulz |
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Ulm
Zu den rhythmischen Trommelschlägen
tauchen jeweils die 16 Paddel synchron ein. Gleichmäßig werden sie
durch das Wasser gezogen, angehoben, um etwas weiter wieder die
Oberfläche zu durchstechen. Alles geschieht mit bedächtiger Ruhe -
noch hat das Rennen nicht begonnen. Die vier Drachenboote nehmen ihre
Startpositionen ein. Hochkonzentriert sitzen die 16 schwarz
gekleideten Männer der Peri-Gorillas jeweils zu zweit nebeneinander
in dem 12,50 Meter langen Boot. Die ärmellosen Shirts und dunklen
Sonnenbrillen geben dem Team der Weißenhorner Firma ein etwas
martialisches Aussehen. An mehreren muskulösen Oberarmen prangen
Tätowierungen.
Kaum ist das Startsignal gegeben,
bewegen sich die Paddel wie im Zeitraffer präzise zu den
Trommelschlägen, wobei der Trommler und manche Paddler im Rhythmus
mitbrüllen, um sich selbst anzufeuern. Wasser spritzt, und nach
kurzer Zeit haben die Gorillas eine Bootslänge Vorsprung
herausgearbeitet. Mit rund 100 Paddelschlägen in etwas über einer
Minute sprinten sie dem Sieg dieses Vorlaufs auf der 250 Meter langen
Strecke entgegen. "Das Finale ist unser Ziel", verkündet
Stephan Zohner. Dazu ertönt der Schlachtruf: "Peri-Drachen
lassens krachen!"
Neun Männer-, acht Frauen- und 44
gemischte Freizeitteams sind am Samstag mit Drachenbooten um die Wette
gepaddelt. Der Ulmer-Ruderclub Donau (URCD) mischt bei seinem
Donau-Cup zwei Wettbewerbe: eine klassische Ruderregatta (der
Ruder-Cup, siehe Bericht im Lokalsport) mit dem Drachen-Cup der
Freizeitteams, die Betriebe, Vereine oder sonstige Gruppen der Region
stellen. "Die Mischung hat sich bewährt", sagt
URCD-Vorsitzender Andreas Huber. Die Drachenboot-Rennen bringen den
sonst eher ruhigen Ruder-Wettbewerben viel Publikum, und die
Freizeitsportler schätzen die sportliche Wettkampf-Atmosphäre. Dabei
bleibt natürlich der große Unterschied: Rudern tut man rückwärts
und paddeln vorwärts. Aber außerhalb des Wassers ist das egal - und
gefeiert wird gemeinsam zum Abschluss der Renntage im Festzelt in der
Friedrichsau.
Die im Vorlauf siegreichen
Peri-Gorillas recken wahlweise die geballten Fäuste oder die Paddel
gen Himmel. Dann geht es zurück zur Ausstiegsstelle, wo sie das Boot
an das nächste wartende Team übergeben.
Die gemischten Mannschaften machen drei
Vorläufe, die reinen Männer- und Frauenteams zwei. Die Zeiten werden
addiert, und jeweils die vier schnellsten Teams kommen ins Finale. Die
schwarz gekleideten Weißenhorner haben mit dem zweiten Sieg also ihr
Ziel erreicht. Das Team um Stephan Zohner hat in den letzten zehn
Wochen acht Mal trainiert - jeweils sonntagmorgens um 10 Uhr. Das Boot
stellt dabei der URCD, ebenso einen Steuermann und den Trainer, der
die richtige Paddel-Technik erklärt. Bezahlt wird das von der Firma,
die Paddler beteiligen sich mit kleinen Unkostenbeiträgen. Andere
Firmen in der Region halten das genauso und unterstützen eines oder
auch mehrere eigene Teams.
Das Gemeinschaftserlebnis schweißt die
Leute zusammen, wovon wiederum das Unternehmen profitiert. Manchmal
entstehen dadurch auch neue Kommunikationskanäle. "Wir von der
Produktion haben sonst mit denen aus dem Büro wenig zu tun",
berichtet Zohner. Peri stellt drei Teams: Außer den Gorillas das
Dragon Boat Team I und die Dragon Girls.
Die Gorillas bahnen sich ihren Weg
durch die am Ufer stehenden und auf Decken liegenden Zuschauer zu
ihrem Stand. Unter den Sonnenschirmen mit dem Firmenlogo kreist eine
Sonnencremeflasche mit Sprühaufsatz. Begeistert sprühen sich die
Männer den bläulichen Schaum gegenseitig auf. Der feste
Gorilla-Stamm sind zehn Leute, die restlichen kommen jedes Jahr neu
dazu. Fünf Mal haben die Männer schon am Drachen-Cup teilgenommen
und 2005 den Pokal eingefahren. Daher war es Pflicht, heuer ins Finale
zu kommen.
Die Stimmung ist locker, trotz der
sportlichen Ambitionen. Stephan Zohner: "Selbst wenn wir nicht
gewinnen - beim Feiern schlägt uns keiner!" Denn beim Auftakt
des Donau-Cups am Freitagabend haben die Weißenhorner mit ihrem
Beitrag zur Drachen-Show den ersten Platz abgeräumt. Alle drei
Peri-Teams hatten das Wettkampf-Wetter beschwört, wobei die Mädels
das schlechte Wetter übernommen hatten und die Männer das gute. Mit
Erfolg - auch wenn der engagierte Auftritt einem Mitglied des
Gorilla-Teams drei gebrochene Zehen brachte. "Wir haben das
Festzelt zum Beben gebracht."
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Neu-Ulmer Zeitung vom 30.6.2008:
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Die
Junioren rudern auf das Podest
Donau-Cup:
Der Ulmer Achter fährt nur hinterher. Die Fußball-EM ist für viele
Zuschauer und sogar Aktive wichtiger
DUJA
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| Ulm
Die jungen
Ruderer heimsten für den veranstaltenden Ulmer Ruder-Club (URCD) beim
Donau-Cup die Podestplätze ein. Von den Senioren war hingegen nicht viel zu
sehen. Bei tropischen Temperaturen wurden die Teilnehmer nicht nur beim
Kentern nass, sondern kamen auch ganz ordentlich ins Schwitzen.
Andreas Huber,
der Vorsitzende des Ulmer Ruder-Clubs, hatte schon vorher geahnt, dass das
Publikumsinteresse sich in Grenzen halten würde: Selbst von unseren Aktiven
waren wegen der Fußball-EM weniger da. Dennoch war der 20. Donau-Cup wieder
eine rundum gelungene Veranstaltung. Wir haben viele Ideen fürs nächste
Jahr gesammelt, sagte auch Huber sehr zufrieden.
Mit Kerstin
Hartmann startete eine Ulmerin im Einer und Zweier, die fast noch den Sprung
zur U23-Weltmeisterschaft in Brandenburg geschafft hätte. Nach dem
Abiturstress verzichtete sie aber auf die Rolle der Ersatzfrau und erholt
sich lieber zu Hause von den Strapazen. Im Einer musste sich Hartmann ihrer
Zweier-Partnerin und größten Konkurrentin Sandra Luptowitsch (Esslingen)
über 250 Meter geschlagen geben. Im Zweier über 500 Meter siegten die
Beiden dann souverän. Eva Nitschke, die Mutter des Ulmer Olympioniken Urs Käufer,
schwärmte hinterher: Das war technisch einwandfreies und sauberes Rudern.
Die Anfänger
dagegen kamen am Samstag schon mal aus dem Takt oder kenterten. Aber das war
kein Problem, denn letztlich soll diese Veranstaltung ja gerade die Neulinge
an den Rudersport heranführen.
In der Königsdisziplin,
dem Achter, konnten sich bei den Junioren die Ulmer in beiden Läufen über
die 250 und 500 Meter vor ihrer Konkurrenz aus Rheinfelden ins Ziel retten.
Die Ulmer Männer dagegen belegten über 250 Meter als Vierter den letzten
Platz. Über 500 Meter sollte eigentlich alles besser werden, doch kamen sie
als Dritter in ihrem Lauf wieder nur auf den letzten Platz. Der
Regattaleiter Jörg Haußer
schwärmte dennoch: Es sieht schon super aus, wenn ein komplettes Achterfeld
die Donau daher kommt.
Für Ulmer
Erfolge über die 500 Meter sorgte der Nachwuchs. Im Einer gewannen die
B-Junioren Christian Schwaderer, Constantin Grimminger und Michael Nemmer
ihre Rennen. Im Einer der A-Juniorinnen konnte Anne Köhler für den URCD
als Siegerin jubeln. Auch die Jungen vom URCD hatten Anlass zur Freude: Im
Zweier holten sich Max Huber und Lucas Schwarz souverän den ersten Rang.
Theresa Hanke und Claudia Reinelt sicherten sich im Zweier der A-Juniorinnen
den Platz an der Sonne. Die interne Meisterschaft der A-Junioren des URCD im
Zweier gewannen Patrick Ganghof und Paul Lutz.
Der Spaßfaktor
kam auch nicht zu kurz. Bei den vielen Rennen der Drachenboote wurden vor
allem auch die Laien unter den Zuschauern bestens unterhalten. Schwabenpower
paddelte zum Sieg im Drachen-Cup und das Sophie-Scholl-Gymnasium
triumphierte im Schüler-Cup. |
Neu-Ulmer Zeitung vom 30.6.2008:
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Teamgeist
und Taktgefühl waren auf der Donau gefragt Drachen-Cup:
Tausende Besucher verfolgten das Spektakel THOMAS
KEMPF
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| Ulm
Der 20.
Donau-Cup als fester Bestandteil des sommerlichen Veranstaltungsprogrammes
in Ulm lockte am Wochenende wieder Tausende von Zuschauern an das Donauufer.
Bei hoch sommerlichem Wetter wechselten sich Drachenbootläufe und
Ruderrennen ab, nachdem am Freitagabend das vom Ulmer Ruderclub Donau e. V.
organisierte Event mit einem Jubiläumsfassanstich von Ulrike Freund, Geschäftsführerin
der Brauerei Gold Ochsen, und Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner eröffnet
wurde.
Die
Drachenbootmannschaften präsentierten am Freitagabend nach dem
Abschlusstraining ihre selbst angefertigten Drachenköpfe, die Schlachtrufe
und Outfits, umrahmt von professionellen Showeinlagen und fetzigen Sounds.
Auf der Welcome-Party wurde anschließend bis nach Mitternacht ausgiebig
gefeiert.
Um 8 Uhr fiel
am Samstag der Startschuss für die Vorläufe der Drachenbootrennen,
Schlachtrufe wie Hopfen und Malz, Gott erhalt s, Vollgas! oder In der Birne
sind wir helle und auf der Donau sind wir schnelle! tönten über die Donau,
die Teams schworen sich auf ihre Rennen durch Anfeuerungsrufe ein.
Bei
Drachenbootrennen kommt es nicht nur auf Kraft und Geschick, sondern vor
allem auf Teamgeist, Takt- und Rhythmusgefühl im Team an. Jeweils vier
Drachenboote kämpften in einem Lauf gegeneinander, insgesamt waren 71
Drachenteams gemeldet, die am Wochenende die Wettkämpfe ausgetragen haben.
Jede Mannschaft besteht dabei aus 16 Paddlern und einem Trommler, der im Bug
sitzend mit kraftvollem Trommeln den Takt für die Paddelschläge ins Wasser
angibt. Ein Steuermann steht im Heck des etwa zwölf Meter langen Bootes und
hält mit einem Langruder den Kurs.
Die Renndistanz
hat für die Männer-, Frauen- und Mixedteams am Samstag 250 Meter betragen.
Gestern ging es für die gemischten Mannschaften und Schülerteams über
250, 500 und 2000 Meter Streckenlänge zur Sache. Neu-Ulms OB Gerold
Noerenberg gab im Neu-Ulmer Boot beim Städterennen am Sonntag den Takt an.
Am Vormittag sicherten sich viele Besucher ein schattiges Plätzchen unter
den Uferbäumen, teils ausgestattet mit Liege, Kühlbox und Speisen, um
nichts zu verpassen.
Rechtzeitig zu
den Finalläufen ab 18 Uhr hat es Pia Körner mit Tochter Linda geschafft:
Wir haben den ganzen Tag beim Kinderflohmarkt auf dem Ulmer Volksfestplatz
unsere Sachen verkauft. Die Finalrennen sind sehr spannend, alle Teams sind
ziemlich gleichauf.
Um 19 Uhr fand
im Festzelt die Ehrung der Sieger statt, den Pokal an die Tagessieger überreichte
Andreas Huber, 1. Vorsitzender des Ulmer Ruderclubs. Danach wurde, begleitet
von Teamspielen und Wettbewerben, der Tag ausgiebig mit viel Musik und in
bester Laune gefeiert. Folgende Gewinnerteams wurden am Samstag geehrt:
Gruppe B Frauen: 1. Zeppelinos, 2. Peri Dragon Girls, 3. Frauenpower. Gruppe
A Männer: 1. Schwabenpower, 2. Drachenjäger, 3. Peri. Gruppe C Mixed: 1.
BWK medical Express, 2. SETRAchen 1, 3. Zeppelinos. |
Sonntag Aktuell Ausgabe Ulm vom 30.6.2008:
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Die
kleinen Geschwister kommen
Ruder-Cup:
Buntes Feld von Masters bis zu 13-jährigen Anfängern
Mit
mehr als 40 Aktiven war der Ulmer Ruder-Club Donau gestern beim Donau-Cup auf
dem Wasser. Der Rest schwitzte auf dem Trockenen, sprich in den Verkaufszelten.
UTE
GALLBRONNER
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Nachwuchstrainer
Björn Gehrmann nahm sich gestern erst einmal den Männer-Achter zur Brust.
Die größtenteils älteren Herren um Ulrich Steinacker (52) hätten zwar
sehr eifrig trainiert, rudertechnisch seien sie doch "etwas
festgefahren", stellte der Coach fest. Das Resultat: Platz vier von
vier Booten. Die Höflichkeit des Gastgebers, könnte man sagen, doch die
Männer sinnen auf Revanche.
Heute
geht es über die doppelt so langen 500 Meter und ein weiterer Konkurrent
kommt hinzu. Das Spektakel ist also garantiert, und der URCD-Achter hofft,
seine konditionellen Vorteile heute auch in Vortrieb umsetzen zu können.
Besser
machten es gestern übrigens die Junioren, die sich in ihrem Rennen
durchsetzten. Aber auch hier gebe es rudertechnisch noch viel Arbeit, wie
das kritische Auge von Trainer Gehrmann zielsicher erkannt hat. Der
Donau-Cup gehört ja traditionell vor allem dem Nachwuchs. Hier fahren viele
ihre ersten Rennen, einige stranden am Ufer, kommen völlig aus dem Takt
oder kentern gar. Andere starten dagegen gleich voll durch wie Georg Lutz
und Robert Reinelt, die gestern bei ihrem ersten Start sofort den ersten
Sieg feierten. Der Jubel fiel entsprechend aus. Gleiches gelanf Kim Hartmann
und Lena Lind bei den 14-jährigen Mädchen.
Lutz,
Reinelt, Hartmann - alles Namen, die man irgendwo schon mal gehört hat. Die
drei haben nämlich eins gemeinsam: sie folgten ihren älteren Geschwistern
zum URCD. Das Kann sich der Klub durchaus als Beweis für eine gute
Jugendarbeit ans Bootshaus heften - neben den vielen Erfolgen auf nationaler
und internationaler Ebene.
Aber
auch wenn es noch nicht gleich so rund läuft bei der ersten Regatta, ist
das kein Grund aufzugeben. Bestes Beispiel sind die gestern erfolgreichen
B-Juniorinnen. Pia Patzwaldt und Vera Butscher kenterten beispielsweise im
vergangenen Jahr, dieses Mal siegte Pia mit Barbara Peitz im Zweier vor Vera
und ihrer Partnerin Ulrike Schmiedel. Zudem wird beim URCD ein neuer
Doppelvierer aufgebaut. Hier setzte sich das Quartett mit Schlagfrau Anika
Schwarz, Victoria Jeffries, Barbara Peitz und Pia Patzwald durch.
Der
Mädchen-Nachwuchs stimmt also hoffnungsfroh, und der Erfolg hat einen
Namen: Viola Pfersich, sie betreut ehrenamtlich neben der Schule die 13- und
14-jährigen jungen Damen. "Pia, Kim, Vera - sie kommen alle aus ihrer
Hand", lobte Gehrmann seine Übungsleiterin. Denn mit Kindern zu rudern
birgt auch eine ziemliche Verantwortung.
Bei
den Älteren gab es keine großen Überraschungen. Kerstin Hartmann und
Sandra Luptowitsch (Esslingen) setzten sich im Frauen-Zweier durch, allein
im Boot war die Ulmerin die schnellere. Melina Reichardt/Anne Köhler lagen
im Doppelzweier vorn, Claudia Reinelt/Theresa Hanke in der leichten
Konkurrenz. Auch A-Junior Carsten Lormes präsentierte sich gewohnt
souverän. Heute um 10 Uhr geht es weiter auf der Donau mit dem Ruder-Cup.
Laut Wetterbericht wieder mit Sonnenschein.
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Südwest Presse Ulm vom 27.6.2008:
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Nachwuchs
gibt den Takt an
Donau-Cup:
Ruderspektakel mit so vielen Achtern wie lange nicht mehr
Donau-Cup, die 20. Auflage. Bereits heute
Abend starten die Drachenboote, morgen früh lassen dann die Ruderer ihre
Gefährte zu Wasser.
UTE
GALLBRONNER
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| Ein
Leistungstest für die einen, Erholungstripp für die anderen und für
die nächsten purer Spaß: Der Rudercup ist für Sportler und
Besucher ein Magnet. Archivfoto |
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Einst war er eine klassische Regatta,
der Ruder-Cup. Seit 20 Jahren schon werden auf der Donau Sieger
gesucht. Morgen von 10 Uhr an auf der 250-Meter-Strecke, am Sonntag (9
Uhr ) geht es doppelt so lange den Fluss hinunter. Vor allem für den
Nachwuchs ist es eine Chance sich zu zeigen. Manch einer, der später
zu den Olympischen Spielen gefahren ist, hat beim Ruder-Cup seine
ersten Meriten gesammelt.
Der frischeste Olympionike in den
Reihen des Ulmer Ruderclubs Donau heißt Urs Käufer. Am Mittwoch
Abend wurde er offiziell vom deutschen Verband für Peking
vorgeschlagen. Heute ist er schon auf dem Weg ins Trainingslager nach
Breisach, wo einen Monat lang an der Form für China gefeilt wird.
Ähnliches gilt für Max Reinelt. In
Ratzeburg beginnt die Vorbereitung auf die U-23-WM, die Mitte Juli in
Brandenburg über die Bühne geht. Beinahe wäre der Ulmer sogar noch
als Ersatzmann ins Olympiateam gerutscht. Dann entschied sich
Bundestrainer Christian Viedt aber doch für Marco Neumann (Magdeburg)
und Richard Schmidt (Trier), die mit Reinelt zusammen im U-23-Achter
sitzen.
Nicht mit nach Brandenburg fährt
Kerstin Hartmann. Als Ersatzfrau hätte sie anreisen dürfen, aber das
wollte sich die 19-Jährige nicht antun. Stattdessen erholt sie sich
daheim vom Stress des Abi-Jahres - und greift beim Ruder-Cup im
Frauen-Einer an. Größte Konkurrentin dürfte ihre Zweier-Partnerin
Sandra Luptowitsch (Esslingen) sein.
Claudia Reinelt und Teresa Hanke gelten
ebenfalls als heiße Sieg-Kandidatinnen aus den eigenen Reihen, und
auch die Ulmer Junioren in den großen Booten wollen punkten. Am
Sonntag um 13.45 Uhr gibt es wohl das größte Schauspiel, wenn fünf
Achter den Fluss zum Schäumen bringen werden. So viele Großboote
waren seit langem nicht mehr im Wettbewerb. Sie könnten den
Drachenboot-Fahrern Konkurrenz machen.
Apropos Drachen-Cup: Seit die
ehrgeizigen Hobby-Paddler ihre Rennen austragen, hat der
Zuschauer-Zuspruch enorm zugenommen. Seitdem heißt der Ruder-Cup auch
Donau-Cup und ist von einem sportlichen Wettkampf zu einem Event
geworden. Dass auch viele Paddel-Crews längst sportliche Leistungen
bringen. Daran ist, bei allem Spaß, kein Zweifel.
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Südwest Presse Ulm vom 23.6.2008:
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In
Posen reifen die olympischen Träume
Käufer-Quartett
bei Gegenwind Vierter
Auf dem vierten Platz hat der deutsche Vierer
ohne Steuermann den Ruder-Weltcup in Posen beendet. Nun kann sich Urs
Käufer mit seinen Kollegen voll auf die Olympischen Spiele in Peking
konzentrieren.
UWE
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| Filip
Adamski (rechts) und Urs Käufer waren auf dem polnischen Maltasee
durchaus gut gelaunt. Foto: Hansjörg Käufer |
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Gegenwind am Maltasee hat den deutschen
Ruder-Vierer ohne Steuermann in Posen vom Weltcup-Podest geweht. Der
Wind blies natürlich allen Besatzungen ins Gesicht, doch Urs Käufer,
Filip Adamski, Toni Seifert und Gregor Hauffe machen derartige
Verhältnissen bekanntlich besonders zu schaffen. Deshalb wars dieses
Mal nichts mit dem allseits gefürchteten Endspurt.
So setzten sich die Niederlande vor
Großbritannien, den überraschend starken Slowenen und dem deutschen
Quartett durch, das knapp eine Länge hinter dem Führungstrio ankam.
Der Vierer kann davon ausgehen, dass er in dieser Besetzung nach
Peking fährt, heißt es in der Mitteilung des Ruder-Leistungszentrums
Dortmund.
Gleich im Anschluss ans Rennen, gabs
die ersten Analysen, und die fielen nicht schlecht aus. "Heute
sind wir die ersten 1000 Meter so gut wie noch nie gerudert",
stellte Käufer fest. Tatsächlich lag er mit seiner Crew nicht auf
dem letzten Platz, was sonst schon fast der Stammplatz zum Auftakt
ist.
Die Holländer voraus, Neuseeland
hintendrein und der Rest des Feldes gleichauf. So ging es auf die
zweite Streckenhälfte. Bei 1100 Metern legte Adamski einen
Zwischenspurt ein, doch er hatte die Rechnung ohne den Gegenwind
gemacht. "Wir sind zwar herangekommen, aber es hat zu viel Kraft
gekostet", sagte Käufer. Jedenfalls setzte sich das Trio vorn in
der Folge leicht ab. Die Deutschen hatten alle Hände voll zu tun, um
Weltmeister Neuseeländer in Schach zu halten. Das gelang schließlich
knapp.
"Die neue Taktik war gar nicht
schlecht. Aber die dritten 500 Meter haben mir gar nicht
gefallen", urteilte Achter-Chefcoach Christian Viedt. Wobei der
langjährige Trainer des Ulmer Ruderclubs Donau die Extrem-Belastung
aus dem Vorlauf, den Adamski und Co. mit einer Energieleistung im
Endspurt gewonnen hatten, als mögliche Erklärung sah. "Der
Ausbrenner vom Vorlauf hat wohl kräftemäßig eine Rolle
gespielt", meinte Viedt.
Bootstrainer Ralf Müller sah es
ähnlich. "Wir müssen an den dritten 500 Metern noch arbeiten.
Insgesamt bin ich aber mit dem Rennen zufrieden", urteilte der
Leverkusener. Zumindest sei seine Crew bei Gegenwind mal mitgerudert,
statt zurückzufallen.
Vom 27. Juni an schlagen die Ruderer
nun ihre Zelte in Breisach auf: Fitmachen für die Olympischen Spiele
ist das einzige, was bis zum 27. Juli zählt. "Wir sind
zuversichtlich und voll motiviert", sagt Käufer. Über die
Saison hinweg hat das Quartett jedenfalls eine stabilen Leistung
gezeigt, die in der Weltcup-Endabrechnung den dritten Platz hinter
Großbritannien und den Niederlanden einbrachte.
Sechster in München, Fünfter auf dem
Luzerner Rotsee , Vierter jetzt in Posen - das war die Serie des
deutschen Quartetts in den wichtigsten Regatten. "Da ist ja dann
klar, was als Nächstes kommt", meint Käufer mit Augenzwinkern.
Müller sieht das Boot in "Lauerstellung", weiß aber auch,
dass noch einiges zu tun ist, bis zum Abflug nach China.
Die vier Sportler träumen jetzt von
einer olympischen Medaille in Peking, und sie träumen von Schiebewind
im Shunyi Park vor den Toren der chinesischen Hauptstadt. Denn sollte
der tatsächlich blasen, dann ist dem Quartett um Schlagmann Adamski
einiges zuzutrauen. Aber bis dahin wird noch viel Wasser die Donau
runter fließen - und viel Schweiß in Breisach.
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Südwest Presse Ulm vom 21.6.2008:
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Die
Rakete zündet wieder
Deutscher
Vierer stürmt mit grandiosem Endspurt ins Finale und nach Peking
Urs Käufer und seine Vierer-Kollegen sind
beim Weltcup-Finale im polnischen Posen direkt in den Endlauf gerudert -
in einem Herzschlag-Finale.
UWE
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| Zielfoto-Entscheid
nach 2000 Metern: Der deutsche Vierer mit Urs Käufer (oben) hat die
Bugspitze vor den Tschechen. Foto: AP |
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Knapper hätte es nicht ausgehen
können. Die Jury beim Weltcup-Finale der Ruderer in Posen musste
schon das Zielfoto bemühen, um das deutsche Quartett als Sieger des
zweiten Vorlaufs auszumachen. Bei 1500 Metern lagen sie noch knapp
vier Sekunden hinter den führenden Tschechen auf Rang vier. Doch dann
setzte Filip Adamski den gefürchteten Endspurt des Quartetts an. Das
Boot schoss erst an den Slowenen, dann an den Niederländern vorbei
und schloss Zug um Zug zu den starken Tschechen auf.
Adamski, Käufer, Toni Seifert und
Gregor Hauffe (Leverkusen) legten sich voll in die Riemen, wobei ihnen
der Schiebewind am Maltasee zu Hilfe kam. Diese Bedingungen mögen die
Vier eindeutig am liebsten. Am Ende wusste keiner der Athleten, welche
Bootsspitze denn die Ziel-Hupe als Erstes ausgelöst hatte. Eine
Hundertstel-Sekunde entschied bei einer Gesamtzeit von 5:47,97 Minuten
schließlich für die Deutschen. Die Tschechen müssen nun am heutigen
Samstag den Umweg über den Hoffnungslauf gehen. Im zweiten Vorlauf
qualifizierte sich Großbritannien fürs Finale.
"Dieses Mal haben die Vier die
Rakete rechtzeitig gezündet und ein tolles Rennen geliefert. Da kommt
dann das notwendige Glück dazu, wenn es um Zentimeter geht",
sagte Sportdirektor Michael Müller. Trainer Ralf Müller stellte
fest: "Das Boot ist super gelaufen." Mit dem Sprung ins
Finale kann Urs Käufer seine Koffer für Peking packen. Die
Endlauf-Chance ist nachgewiesen, einer Olympia-Nominierung steht
nichts mehr im Wege.
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Südwest Presse Ulm vom 19.6.2008:
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Der
bärenstarke Hänfling
Ruderer
Urs Käufer beim Weltcup-Finale in Posen
Vor zwei Jahren katapultierte sich Urs
Käufer mit seinen Vierer-Kollegen in die Weltspitze. Silber bei der WM in
Eton. Es folgte ein Durchhänger 2007, aber jetzt gibt der Neu- Ulmer
wieder Vollgas.
UTE
GALLBRONNER
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| 2006
war er Vize-Weltmeister in Eton, 2008 ist Peking das Ziel: Urs Käufer
vom Ulmer Ruderclub Donau. Foto: Caob |
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Für das renommierte Flaggschiff, den
Deutschland-Achter, wurde Urs Käufer als für zu leicht befunden. Mit
mageren 85 Kilogramm Gewicht ist er für Ruder-Verhältnisse eben ein
Hänfling, ähnlich wie seine Kollegen Filip Adamski, Gregor Hauffe und Toni
Seifert. Vor zwei Jahren setzten die Trainer sie zusammen in ein Boot -, und
da sitzen sie heute noch und wollen auch nicht mehr raus.
"Ich will in Peking in einem Riemenboot
sitzen", das hatte Urs Käufer gesagt, als er im September 2004 nach
dem Abitur ans Leistungszentrum nach Dortmund umzog und sich bei der
Sportförder-Kompanie der Bundeswehr meldete. Sein Trainer beim Ulmer
Ruderclub Donau, Christian Viedt, folgte ihm ein Jahr später. Jetzt stehen
beide vor dem Abflug nach China.
Dabei hatte es im vergangenen Jahr gar nicht
gut für den 23-Jährigen ausgesehen. Denn auf das überraschende WM-Silber
2006 folgte die Krise. Schlagmann Adamski war lange krank, der junge Mann
"mit dem irrsinnigen Gefühl im Arsch" (Zitat Käufer), war nach
extremen Belastungen einfach zusammen gebrochen. Doch er bekam das Problem
in den Griff, mit Platz neun bei der Heim-WM in München wurde der
Startplatz für Peking gesichert.
Den Winter über schuftete Käufer im
Kraftraum, auf dem Ergometer und auf Langlauf-Skiern in St. Moritz. Die
ersten Tests im Wasser liefen gut, die Kraft-Werte stimmten, und trotzdem
gabs ein Problem - die Konkurrenz. Da Achter-Trainer Dieter Grahn sich für
seine alten Recken und gegen die nachrückende Generation entschieden hatte,
blieb ein starkes Quartett um Schlagmann Mathias Flach übrig. Das forderte
Käufer und Co..
Trotz freundschaftlicher Bande waren die acht
Männer plötzlich erbitterte Konkurrenten. Eine ungute Situation, mit der
sie nicht recht umgehen konnten. Zumal die Boote nahezu gleich schnell
waren, sich nur Hundertstel nahmen. Die Plätze fünf und sechs bei den
Weltcups standen für Käufer und Co. zu Buche, sie waren mittendrin in der
internationen Konkurrenz.
Aber der Showdown in Polen fällt aus, denn
Flach und seine Mannen sitzen seit dem 4. Juni im Achter. Dort, wo sie immer
hin wollten. Dort, wo Urs Käufer und seine Kollegen nicht hinpassen. Nicht
mit ihrem Gewicht und nicht mit ihrer Art zu rudern. Käufer, Hauffe und
Seifert sind in der Lage, die manchmal eher unkonventionellen Vorgaben
Adamskis aufzunehmen, umzusetzen und mitzugehen. Ihr Schlussspurt auf den
letzten 500 Metern der 2000 Meter langen Strecke ist berüchtigt -
wenngleich der Überraschungseffekt inzwischen fehlt.
Am Montag benennt der deutsche Ruder-Verband
seine Peking-Reisenden. "Wenn sie nicht ganz hinten fahren, dann sind
die vier dabei", sagt Viedt. Auch der inzwischen für das Quartett
verantwortliche Leverkusener Vereins-Coach Ralf Müller hat daran keine
Zweifel: "Sie haben sich in einem dichten Weltklasse-Feld behauptet, in
dem zwischen dem ersten und dem zwölften Rang nur eine Bootslänge
liegt."
Das will Käufer auch von morgen an in Posen
schaffen. "Wir wollen ins Finale", kündigt er selbstbewusst an.
Dann könnte er das Ticket nach China buchen.
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Südwest Presse Ulm vom 18.6.2008:
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Erbsensuppe
auf dem Kanal
Christian
Viedt und seine Ruder-Achter vor Bewährungsprobe in Posen
Nach dem Umsturz im Flaggschiff steht für
den Ruder-Achter die Bewährungsprobe an. Es ist die einzige vor den
Olympischen Spielen. Für Trainer Christian Viedt und seine Jungs steht
viel auf dem Spiel.
UTE
GALLBRONNER
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| Achter-Trainer
Christian Viedt gibt auf dem Dortmund-Ems-Kanal den Ton an. Foto:
Rolf Kosecki |
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Posen
Sie sind heiß auf den Start in Posen,
heiß darauf es den Kritikern zu zeigen. Acht junge Männer und der
40-jährige Soldat Peter Thiede am Steuer wollen den sportlichen Beweis
dafür antreten, dass sie zurecht in dem Boot sitzen, auf das die
Öffentlichkeit blickt. Der Deutschland-Achter soll am 17. August im
Shunyi-Park Edelmetall aus dem Wasser fischen. Am besten Gold.
Am 4. Juni hatte die Trainer-Crew einen
Schnitt gemacht, die hochdekorierten Recken um Bernd Heidicker
ausgemustert. "Wir sind mit 22 Athleten in die Vorbereitung
gestartet, und es war klar, dass nur 14 nach Peking fahren. Irgendwann
musste es einige treffen. Das es so läuft, hat aber sicher niemand
erwartet", blickt Christian Viedt zurück auf nervenaufreibende und
schmerzvolle Tage. Denn auch er hat eine neue Aufgabe: Bundestrainer
Dieter Grahn zog sich vom Achter zurück, sein bisheriger Assistent trägt
nun die Verantwortung.
Die Entscheidung schlug Wellen, die
ausgemusterten Ex-Weltmeister fühlten sich gedemütigt,gelten fehlendes
Vertrauen. Von "Vergiftung" schreibt gar der Schlagmann des
Olympia-Achters von 1992, Roland Baar, in einem offenen Brief. Nicht nur
er kritisierte die Entscheidung, für den Weltcup in Posen nicht beide
Boote zu melden, sondern bedingungslos auf die neue Crew zu setzen.
"Wenn wir zwei Achter gemeldet
hätten, dann hätten sie sich zerfleischt", stellt Viedt klar:
"Und außerdem hatte die andere Crew ihre Chancen. Sie hat sie nicht
genutzt." Bei den Weltcups in München war das Flaggschiff hinterher
gepaddelt, noch deutlicher in Luzern, als man zehn Sekunden hinter den
Kanadiern lag: "Außerdem hätten sie sich bei der internen
Zweier-Rangliste beweisen können. Aber da haben sie schlechte
individuelle Leistungen abgeliefert."
Viedt hat sich für die vier schnellsten
Zweier entschieden, zu denen die Radolfzeller Andreas Penkner und Kristof
Wilke gehören. "Es muss nicht immer die einzig richtige Entscheidung
sein, allein aufgrund der Zweier zu nominieren. Das Boot muss auch
harmonieren", sagt Viedt. Ob das klappt, wusste am Tag der
Entscheidung niemand, denn bis dahin hatten die acht um Schlagmann Mattias
Flach nie in einem Boot gesessen.
Seither wurde auf dem Ems-Kanal die
sportlich Harmonie gesucht, die menschlich längst vorhanden ist. Wer sich
vorstellt, dass es ständig im großen Boot den Kanal rauf und runter
geht, der irrt. "Das wär ja sonst wie jeden Tag Erbsensuppe",
erklärt Viedt, an dem seine Jungs vor allem die ruhige und besonnene Art
sowie sein fachliches Wissen schätzen. Viele Alternativen hat der
39-Jährige in der Besetzung freilich nicht mehr.
Eigentlich gelten die Rollsitze als
verteilt. Natürlich sind Athleten und Trainer angespannt vor der Abreise
nach Polen. Auf dem Maltasee werden alle Augen auf sie gerichtet sein. Die
Konkurrenz ist überschaubar, nur die Gastgeber und die starken Briten
sind da. "Wir sind angetreten den Abstand im Vergleich zu Luzern zu
verringern", sagt Viedt.
Gedanken darüber, was ist, wenn es nicht
klappt in Posen, gibt es nicht. Zumindest nicht offiziell. "Ich wurde
oft gefragt, was ich dann mache. Joachim Löw würde niemand fragen, was
er tut, wenn sein Team drei Spiele verliert", sagt Viedt. Abgerechnet
wird ohnehin am 17. August am Chaobai-Fluss.
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Südwest Presse Ulm vom 16.6.2008:
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Im
Land unschlagbar
Max
Reinelt sitzt bei der U-23-DM in zwei Siegerbooten
Der Achter der B-Junioren hat sich am
Schlusstag der deutschen Nachwuchs-Meisterschaften wacker geschlagen.
Herausragend aus Ulmer Sicht war jedoch U-23-Ruderer Max Reinelt mit zwei
Titeln.
HJK
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| Max
Reinelt (ganz rechts) holte mit dem deutschen Nachwuchs-Achter den
nationalen Titel. Archivfoto |
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Die Junioren setzten gestern den
Schlusspunkt bei den deutschen Meisterschaften in Köln-Fühlingen. Der
Verbands-Achter sorgte dabei für einen Lichtblick in einer Ulmer Bilanz,
die nicht ganz so glanzvoll war wie in vielen Jahren zuvor. Fürs Finale
hatte Trainer Uwe Hallm den nach einer Blinddarmoperation genesenen Urs
Humpenöder statt Janis Köster ins Flaggschiff gesetzt. Mit Tim Rupp,
Constantin Grimminger und Christian Schwaderer waren drei weitere
URCD-Athleten an Bord, dazu Sophie Steinle am Steuer. Während
Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vorn ruderten, lieferte sich das
württembergische Boot mit Rheinland-Pfalz einen tollen Zweikampf um
Bronze. Im Ziel hatte die Ulmer Crew um 15 Hundertstel das Nachsehen im
Kampf um den dritten Platz.
Keine Rolle spielten sowohl der Vierer mit,
als auch der Vierer ohne Steuermann. Beide Boote belegten jeweils den
sechsten Platz. Bei den A-Juniorinnen ruderten die Leichtgewichte Claudia
Reinelt und Teresa Hanke mit den Essenerinnen Alina Terjung und Jaqueline
Jozwiak im Doppel-Vierer auf Rang drei. Bis zur Hälfte führte das
Quartett, danach zeigte die RG Frankfurt/Mainz/Tübingen sowie die RG
Wanne-Eickel/Bramsche/Rauxel/Köln das bessere Stehvermögen. Trotzdem war
Schlagfrau Claudia Reinelt zufrieden, zumal sie einige Stunden zuvor mit
Teresa Hanke noch knapp fünf Sekunden an Bronze vorbeigerudert war.
Im kleinen Einer Finale feierte Anne
Köhler einen Sieg. Carsten Lormes und seine Partner Christoph Herpel aus
Heidelberg belegten im Doppelzweier den achten Platz. Bereits am Samstag
hatte Claudia Reinelts Bruder Max für die Höhepunkte aus Ulmer Sicht
gesorgt. Zwei Starts, zwei Siege - besser gehts nicht. Im Vierer mit
Steuermann wie im Achter verfolgten die Hünen um den Ulmer dieselbe
Taktik: Nach der Startphase eine Länge vors Feld legen und die bis ins
Ziel verteidigen. National, so wurde in Fühlingen deutlich, kann ihnen
keine Crew das Wasser reichen. Die wahre Herausforderung für die acht
Athleten von Bundestrainer Thomas Affeldt wartet im Juli bei der U-23-WM
in Brandenburg.
Ob Kerstin Hartmann ihren Teamkollegen nach
Brandenburg begleitet, darüber hat Frauen-Bundestrainer Tobias Rahenkamp
noch nicht befunden. Im Achter von Fühlingen saß sie im zweiten Boot und
kam auch als zweite an, gut eine Länge hinter den Favoritinnen. Im Zweier
hätte sie mit Sandra Luptowisch Punkte für das WM-Ticket sammeln
können, doch da erwischten die beiden einen schlechten Tag: Hinter
Hannover, der RG Dresden/Ems und den ungeschlagenen Rostockerinnen
Sennewald/Drygalla wurden sie Vierte. Ganz daneben ging der Auftritt im
Vierer, wo die beiden mit Franziska Kegebein (Ribnitz) und Nora von
Gaertner (Bremen) überhaupt keinen Rhythmus fanden und ohne Anschluss ans
Feld hinterher ruderten.
Hart ging es im Einer zu. Christoph Peitz
hatte es in seinem ersten U-23-Jahr mit 15 starken Skullern zu tun. Von
daher ist sein Sieg im kleinen Finale, was Platz sieben in der
Gesamtabrechnung bedeutet, eine der positiven Überraschungen im Ulmer
Lager. Beeindruckend war sein toller Endspurt, mit dem er den Leipziger
Florian Woigk auf den letzten 100 Metern noch den sicher geglaubten Sieg
wegschnappte.
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Südwest Presse Ulm vom 5.6.2008:
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Meuterei
im Flaggschiff
Bundestrainer
Dieter Grahn entmachtet - Achter komplett umbesetzt
Revolution im deutschen Ruderverband:
Riemen-Bundestrainer Dieter Grahn wurde entmachtet und der Achter komplett
umbesetzt.
UTE
GALLBRONNER
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| Die
Hälfte des neuen Achters: Matthias Flach, Florian Mennigen, Andreas
Penkner und Kristof Wilke (von rechts) . Foto: dpa |
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Dortmund
Gestern Abend kurz nach 18 Uhr kamen
Andreas Penkner und Jochen Urban in ihre
Dortmunder WG zurück. Müde, aber ansonsten rundum glücklich.
"Uns allen ist ein Stein vom
Herzen gefallen, dass die Offiziellen so entschieden
haben", sagte Penkner. Der 25-jährige Radolfzeller, der schon 2005
Schlagmann des Deutschland-Achters war, ist zurück im Flaggschiff. Bundestrainer
Dieter Grahn, mit dem Penker mehrfach aneinander geraten war,
ist entmachtet. Formal bleibt er zwar zuständig für den Riemenbereich,
doch den neuen Olympia-Achter, den stellt der Ulmer Christian
Viedt zusammen.
Gehen mussten auch die verdienten
Achter-Recken um Bernd Heidicker und Sebastian
Schulte. Letzterer war völlig konsterniert und forderte den Rücktritt
von Sportdirektor Michael Müller. Wenigstens einen Vergleichskampf
mit der neuen, im Schnitt sechs Jahre jüngeren Crew beim Weltcup
in Posen hatten sich die "Alten" gewünscht, als fairen Leistungsvergleich.
Das Trainer-Gespann um Viedt hat sich
bewusst dagegen entschieden. Man setze
voll auf die neue Crew und wolle sich nur noch mit der internationalen
Konkurrenz messen. Hinter der lag der Deutschland-Achter zuletzt
in Luzern weit zurück. Nun haben die Jungen die Chance es besser zu
machen.
Nur Jochen Urban (24) und Sebastian
Schmidt (23) bleiben im Boot, dazu Steuermann
Peter Thiede. Hinzu kommen Matthias Flach (25), Florian Mennigen
(26), Florian Eichner (22), Philipp Naruhn (25) und mit dem 23-jährigen
Kristof Wilke ein zweiter Mann aus Radolfzell. Viedt setzt auf die
Zweier, die bei der nationalen Rangliste am schnellsten waren. Nun gilt
es die Kraft umzusetzen und gemeinsam den richtigen Rhythmus zu finden.
39 Jahre ist Viedt erst alt, hat als
Trainer beim Ulmer Ruderclub Donau einige
Athleten an die Spitze geführt, wie Urs Käufer und dessen Mannheimer
Partner Filip Adamski, die 2006 WM-Silber im Vierer holten. Sie profitieren
nun ebenfalls von der Entwicklung, denn der von Grahn als Konkurrenzboot
aufgebaute Vierer um Penkner steigt komplett um. "Diese Situation
ist doch nur entstanden, weil leistungsschwächere Athleten im Achter
geparkt wurden", sagt Penkner, der nicht nur mit Urban in einer
WG wohnt, sondern auch mit Gregor
Haufe aus dem Vierer: "Das war für uns alle natürlich
schwierig."
Von Viedt, in der Öffentlichkeit stets
zurückhaltend, hält Penkner viel: "Er
ist ein hervorragender Trainer. Er vertraut uns, wir vertrauen ihm. Das
ist die richtige Basis." Er spricht damit fürs ganze Team:
"Die Stimmung ist gut. Wir
werden uns reinhauen." 65 Tage haben sie noch bis zu den
Olympischen Spielen.
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Südwest Presse Ulm vom 5.6.2008:
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Vereine
- Ulmer Ruderclub Donau
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| Ulm.
Die Junioren des Ulmer Ruderclubs Donau (URCD) haben vor kurzem ein
Trainingslager im kroatischen Vukovar absolviert. Zwischen beiden Städten
und auch den Rudervereinen bestehen seit Jahren enge freundschaftliche
Verbindungen, weil die Ulmer beim Aufbau der im Balkankrieg zerstörten
Donaustadt in vielfältiger Weise geholfen haben. Der Fluss ist in Vukovar -
rund 1000 Kilometer flussabwärts von Ulm - etwa 500 Meter breit, und die
vier Ruderinnen und sieben Ruderer hatten sich das Ziel gesetzt, während
ihres Trainings die Donau um Vukovar herum zu erkunden. Auf diese Weise hat
der URCD-Nachwuchs schätzungsweise 250 Flusskilometer abgerudert.
"Vor
den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt", motivierte Trainer
Björn Gehrmann die Gruppe. Außerdem gab es gemeinsame Übungseinheiten im
Achter mit den Jungruderern aus Vukovar, Besichtigungen in der Stadt und
ihrer Umgebung und kurzweilige Grillabende. Alles in allem kamen die jungen
Ulmer mit erheblichen sportlichen Fortschritten und vielen Eindrücken
wieder nach Hause zurück. |
www.deutschlandachter.de vom 4.6.2008:
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Radikaler
Schnitt: DRV schenkt neuer Achter-Crew das Vertrauen
Carsten
Oberhagemann
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Demonstrieren Geschlossenheit: Die
neue Achtercrew mit Sebastian Schmidt (von links), Kristof Wilke,
Andreas Penkner, Florian Eichner, Florian Mennigen, Jochen Urban,
Philipp Naruhn und Matthias Flach. Vorne Peter Thiede.
Foto: Carsten Oberhagemann |
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Bei
einer Pressekonferenz im Dortmunder Parkhotel gab der Deutsche
Ruderverband (DRV) in Person seines Präsidenten Siegfried Kaidel
folgende Veränderungen bekannt: Bundestrainer Dieter Grahn bleibt
weiterhin Disziplintrainer im Männerriemenbereich, das Projekt
Achterbildung steht bis Posen unter der Leitung von Christian Viedt
und der Achter wird aus zehn Personen gebildet.
Kaidel und DRV-Sportdirektor Michael Müller machten deutlich, dass
dieser radikale Schnitt nach dem Ergebnis vom Weltcup in Luzern – über
zehn Sekunden Rückstand auf Kanada –zum jetzigen Zeitpunkt
notwendig war und die neue Besetzung nun ausschließlich nach dem
Leistungsprinzip gebildet wird. Und hierzu seien die Ergebnisse der
Deutschen Kleinbootmeisterschaften maßgeblich.
In den Achter am Nachmittag stiegen damit: Matthias Flach, Florian
Mennigen, Jochen Urban, Andreas Penkner, Florian Eichner, Philipp
Naruhn, Kristof Wilke und Sebastian Schmidt. Urban und Schmidt haben
ihren Platz im Achter damit behalten, Steuermann Peter Thiede ohnehin.
Er stand nie zur Disposition. Philipp Stüer und Thorsten Engelmann
wurde angeboten, in diesem Kreis mitzuwirken. Für ihre Entscheidung
wurde ihnen ein Tag Bedenkzeit gegeben. Für die endgültige
Nominierung für die Olympischen Spiele in Peking, die der Deutsche
Olympische Sportbund vornimmt, muss der DRV bis zum 23. Juni eine
Mannschaft vorschlagen und kann bis zum 15. Juli noch Veränderungen
vornehmen.
Am heutigen Morgen hatten die Trainer Dieter Grahn, Christian Viedt,
Ralf Müller und Klaus Ritter über die weitere Vorgehensweise
gesprochen. „Es war eine sachliche Diskussion. Ich bin überzeugt,
dass wir eine sehr gute Wahl getroffen haben“, sagte Sportdirektor
Michael Müller. Mit der Weltmeistercrew von 2006 einen zweiten Achter
nach Posen zu schicken, sei überlegt worden. „Nach Abwägung aller
Vor- und Nachteile haben wir uns aber entschlossen, einer Gruppe
uneingeschränkt das Vertrauen auszusprechen und sich ausschließlich
mit der internationalen Konkurrenz zu messen“, sagte Müller. heranzukommen.
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Südwest Presse Ulm vom 2.6.2008:
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Eine
Bootslänge fehlt dem Vierer zu Bronze
Deutschland
II rudert in Luzern auf Platz fünf
Um eine Länge Bronze verpasst: Für den
Ruder-Vierer Deutschland II mit dem Ulmer Urs Käufer stand beim Weltcup
in Luzern Platz fünf zu Buche.
HJK
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| Fünfter
auf dem Rotsee bei Luzern: Der Vierer Deutschland II mit (von
rechts) Filip Adamski, Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe.
Privatfoto |
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Der Ruder-Vierer Deutschland II mit Filip
Adamski (Mannheim), Urs Käufer (Ulm), Toni Seifert und Gregor Hauffe (beide
Leverkusen) hat im Finale des Weltcups auf dem Rotsee bei Luzern den 5.
Platz belegt. Zu den Weltbesten - das sind aktuell die Boote aus Australien
und den Niederlanden - fehlten anderthalb Längen. Dennoch legte das
Quartett auf dem Rotsee das beste Resultat der Riemenruderer hin.
Wie schon so oft ruderte das deutsche
Quartett nach der Startphase nicht auf Höhe des Geschehens. Vorne machte
der australische Vierer knapp gefolgt von den USA und den Niederlanden
Druck. Bei Streckenhälfte änderte sich an diesem Bild nicht viel. Hinter
dem führenden Trio lag Frankreich, dahinter die amtierenden Weltmeister aus
Neuseeland. Erst dann folgten Käufer und Co. Der Endspurt führte die
Besatzung dann wieder dichter ans Feld heran, allerdings reichte es nicht zu
einem Podestplatz. Es siegte Australien - bei der letztjährigen WM in
München noch auf Platz zwölf - vor den Niederlanden, die kurz vor dem Ziel
die USA auf den Bronzerang verwiesen.
Der Endspurt von Adamski und Kollegen reichte
immerhin noch um den Weltmeister-Vierer aus Neuseeland zu überspurten und
auf den letzten Rang zu verweisen. Auf Bronze fehlte den Deutschen eine
Bootslänge. "Unser Endspurt hätte etwas besser sitzen können.
Vergleicht man die Zeiten der letzten 500 Meter miteinander, haben wir uns
diesmal auf diesem Streckenabschnitt nicht so deutlich abheben
können", meinte Urs Käufer.
Im B-Finale siegte Deutschland I mit
Schlagmann Matthias Flach knapp vor Großbritannien und belegte in der
Gesamtwertung somit den 7. Platz. Nach wie vor geht es gerade im Vierer-ohne
auf dem nationalem wie dem internationalen Parkett sehr eng zu. Nicht
weniger als zehn Länder liegen sehr eng zusammen und können in einen
Medaillenrang genauso rudern wie auf einen Platz im B-Finale. So war zum
Beispiel im Luzerner Endlauf kein einziges Medaillenboot des ersten
World-Cup in München vertreten.
Was die Olympiachancen der deutschen Vierer
angeht, ist die Entscheidung auf den letzten World-Cup in Poznan vertagt.
"Wir werden die Ergebnisse der Riemenboote genau analysieren und dann
entscheiden, welche Formationen wir an den Start schicken", meinte
Michael Müller, Sportdirektor der Deutschen Ruder-Verbands (DRV):
"Priorität hat der Achter, dann erst stehen der Vierer und Zweier in
der Reihenfolge." Am Schluss der Regatta war der Deutschland-Achter
abgeschlagen auf dem fünften Platz gelandet - knapp elf Sekunden hinter
Kanada. Dem höher gehandelten Zweier mit Florian Eichner und Philip Naruhn
(Halle) reichte es nur zum 10. Platz
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www.deutschlandachter.de vom 1.6.2008:
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Adamski-Vierer
fehlten die Kräfte im Endspurt - Fünfte
Carsten
Oberhagemann
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| Im
Ziel fast gekentert: Der Vierer mit Filip Adamski, Urs Käufer,
Toni Seifert und Gregor Hauffe Foto: Carsten Oberhagemann |
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Im
Vierer ohne Steuermann belegten Filip Adamski, Urs Käufer, Toni
Seifert und Gregor Hauffe mit fünf Sekunden Rückstand auf das
Sieger-Quartett den fünften Platz. Diesmal reichte es nicht, im
Endspurt an das enteilte Feld noch einmal heranzukommen. Gut möglich,
dass die Power nach dem Kräfte zehrenden Halbfinale am Samstag ein
bisschen fehlte. Es siegte der australische Vierer vor den
Niederlanden, USA und Frankreich. Sechster wurden die Weltmeister des
Vorjahres aus Neuseeland.
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Südwest Presse Ulm vom 28.5.2008:
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Ulmer
Ruderer auf Tour
Herausforderungen
in Luzern, in Ratzeburg und im Wasserpark Dove-Elbe
Schwerstarbeit für die Ulmer Ruderer am
kommenden Wochenende. Ob auf dem Rotsee in Luzern, dem Wasserpark in der
Nähe Hamburgs oder in Ratzeburg, überall wird um gute Platzierungen
gekämpft.
HJK
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| Der
Ulmer Urs Käufer (Zweiter von rechts) will mit seinen
Vierer-Kollegen in Luzern glänzen. Foto: Hansjörg Käufer |
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Gleich an drei Regattaorten stehen die
Ulmer Ruderer am kommenden Wochenende vor wichtigen Entscheidungen. Auf
dem Luzerner Rotsee trifft sich die Weltelite zum zweiten Weltcup. Urs
Käufer ist dort für den URCD im Vierer am Start. In Ratzeburg versuchen
die Ulmer U-23er Kerstin Hartmann und Max Reinelt im nationalen Ranking
vordere Platzierungen einzufahren. Auf die Junioren warten auf dem
Wasserpark Dove-Elbe südlich von Hamburg zahlreiche Gegner aus ganz
Deutschland.
Findet der Vierer von Urs Käufer zu seiner
alten Form zurück? Und wenn ja, gelingt es, die nationalen Konkurrenten
um den Rostocker Schlagmann Mathias Flach zu bezwingen? Zur Erinnerung:
beim 1. World-Cup in München belegte der neu gebildete Flach-Vierer Rang
drei. Sechs Sekunden dahinter folgten Käufer und Co. auf dem sechsten
Rang. In der internen Auseinandersetzung um die Olympiatickets steht es
also 1:0 für den Gegner.
Drei Wochen vor dem letzten World-Cup in
Poznan könnten der Rostocker und seine Mitstreiter den Sack theoretisch
schon zumachen. Da aber der Riemenbereich von Bundestrainer Dieter Grahn,
und hier insbesondere der Deutschlandachter, als Baustelle gilt, dämpft
Sportdirektor Michael Müller (Hannover) allzu frühe Erwartungen:
"Wir werden in Luzern sehr genau hinschauen. Die Riemenruderer werden
erst Ende Juni nach Poznan nominiert. Die Zeit nehmen wir uns." Je
nach Platzierungen in Luzern sind weitere personelle Varianten im Achter,
Vierer und Zweier durchaus denkbar.
Was Adamski, Käufer, Seifert und Hauffe
angeht, gilt ihre Konzentration schon immer "ihrem" Vierer. Sie
zeigten sich nicht nur im Erfolgsjahr 2006 als eingeschworenes Quartett,
sondern standen auch im von Krankheit und Rückschlägen geprägten
vorolympischen Jahr zueinander. In den letzten Wochen haben sie noch mal
intensiv an sich gearbeitet und reisen zuversichtlich in die
Zentralschweiz. "Es wird sehr schwer, aber wenn es bei uns normal
läuft, können wir die anderen schlagen", sagt Urs Käufer. Er und
seine Kollegen wissen, vor welcher großen Herausforderung sie stehen. Sie
kennen die enorm guten physischen Werte ihrer Mitbewerber aus dem
Stützpunkt Dortmund genau. Auf dem Luzerner Rotsee gilt der Blick nicht
nur dem internen Duell. Unter den 16 Vierern ist die gesamte Weltelite
vertreten. Sogar die starken Boote aus Übersee gehen an den Start:
Australien, USA und Weltmeister Neuseeland.
Dass sie bei der U-23-WM Mitte Juli in
Brandenburg mit dabei sind, kann nach den bisherigen Leistungen von
Kerstin Hartmann und Max Reinelt kaum in Zweifel gezogen werden. In
welcher Bootsklasse das sein wird, darüber sind sich Aktive wie
Bundestrainer noch nicht einig. Aufschluss sollen die Rennen in Ratzeburg
bringen. Samstags steht für Kerstin Hartmann und Max Reinelt ein
Zweier-Ranking an, sonntags werden dann Vierer und Achter - je nach
Ausgang der Rangliste - besetzt. Wie schon die ganze Saison über, tritt
Kerstin Hartmann mit Sandra Luptowitsch aus Esslingen an. Max Reinelt muss
sich wieder auf einen neuen Partner einstellen: den Saarbrücker Max
Bandel.
Nach vierwöchiger Rennabstinenz greifen
auch die Ulmer Junioren auf dem Wasserpark Dove-Elbe wieder ins Geschehen
ein. Claudia Reinelt und Theresa Hanke tun dies bei den A-Junioren im
leichten Doppelzweier und Carsten Lormes im Einer. Zudem treten die Ulmer
B-Junioren Tim Rupp, Christian Schwaderer, Janis Köster, Constantin
Grimminger und Michael Nemmer an. Schwaderer und Rupp werden im Vierer mit
Steuermann rudern, während Köster, Grimminger und Nemmer im Vierer ohne
ins Rennen gehen. Zudem sind die Ulmer Fünf im Achter des Landesverbandes
vertreten. Gesteuert wird das Großboot von Sophie Steinle - aus Ulm.
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Südwest Presse Ulm vom 21.5.2008:
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Eine
Ulmerin aus Hamburg wird 90 Jahre
nir
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| Gisela
Herlinger |
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Ulm
Obwohl sie in Hamburg geboren ist, fühlt
sich Gisela Herlinger in Ulm nicht als Neigschmeckte. "Ich habe mich
hier schnell eingelebt", sagt sie. Morgen wird sie 90 Jahre.
Dennoch musste sie sich umstellen, als sie
1941 nach Ulm zog: "Auf dem Markt haben mich die Leute oft schräg
angeguckt", erinnert sie sich. Bald konnte sie schwäbisch sprechen und
kochen. "Spätzle hab ich immer gern gekocht", sagt sie.
Zeit ihres Lebens arbeitete Gisela Herlinger
als Sekretärin im Geschäft ihres Mannes mit. "Wir haben
Verpackungsmaschinen verkauft, ich habe telefoniert und bin auch mit dem
Auto gefahren."
Viele Jahre waren sie und ihr inzwischen
verstorbener Mann im Ulmer Ruderclub aktiv. "Da war ich oft das
Kielschwein", sagt Gisela Herlinger und erklärt: "Ich saß im
Boot hinten drin und habe beim Rudern zugeschaut." Ihren Geburtstag
feiert sie morgen mit ihrer Familie.
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Südwest Presse Ulm vom 10.5.2008:
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Taufe
für die neuen Boote resolut und da Capo
Ulmer Ruderclub Donau startet offiziell in die Saison - Eigentlich
läuft der Betrieb das ganze Jahr über
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| Sophie
Steinle tauft den neuen Achter des Ulmer Ruderclubs Donau auf den
Namen "resolut" Foto: Matthias Kessler |
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Ulm/Neu-Ulm
Das Anrudern ist jedes Jahr der offizielle
Start in die Rudersaison, und beim Ulmer Ruderclub Donau (URCD) geht das
einher mit einer Bootstaufe.
Sophie Steinle taufte den neuen Achter auf
den Namen resolut, Kerstin Hartmann gab dem Zweier ohne
Steuermann den Namen da Capo. Anrudern, das hieß früher:
Boote raus, rauf aufs Wasser.
"Heute läuft der Betrieb das ganze Jahr
über", ebenso die Ausbildung, sagte URCD-Vorsitzender Andreas Huber.
In seiner Rede erwähnte er besonders Prof. Jürgen Steinacker und Johanna
Kienzerle, seit kurzem Präsidentin des Landesruderverbands. Beide trügen
dazu bei, den Rudersport in Deutschland voranzubringen.
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Südwest Presse Ulm vom 8.5.2008:
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Duell
um den Olympia-Vierer
Urs Käufer und seine Crew wollen in München überzeugen
In München startet der Ulmer Ruderer Urs Käufer in die Weltcup-Saison.
Mit
seinen drei
Vierer-Kollegen will er das Ticket für Peking ergattern.
HJK
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| Urs
Käufer hofft auf einen Platz im deutschen Vierer. Foto: Archiv |
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Erster großer Etappenort der Ruderer auf dem
Weg zu den Olympischen Spielen in Peking ist München. Dort beginnt heute
der Weltcup, zugleich das erste Kräftemessen mit der internationalen
Konkurrenz. 54 Nationen sind am Start - so viele wie noch nie bei einem
Weltcup-Auftakt. Viele Verbände haben ihre Crews bereits nominiert, die
Deutschen nicht. Urs Käufer geht mit seinem bewährten Vierer der letzten
beiden Jahre ins Rennen.
Nach den bisherigen Tests lagen Urs Käufer,
Filip Adamski (Mannheim), Toni Seifert und Gregor Hauffe (Leverkusen) stets
dicht beieinander, deshalb setzte Bundestrainer Dieter Grahn die Vier wieder
in ihr Wunschboot. Geschenkt kriegen die Vizeweltmeister von 2006 nichts.
Nach der Achternominierung blieb ein zweiter starker Vierer übrig, der in
der Zweier-Rangliste vorne liegt.
Doch die nationale Rangliste ist nicht alles.
Die Männer um Schlagmann Adamski setzen vor allem auf Gefühl, Technik und
die perfekte Harmonie in "ihrem" Vierer. Damit wollen sie schnell
sein und ihre Fahrkarte nach Peking lösen.
In München geht es nicht nur gegen das
andere deutsche Boot, Grahn verlangt auch im internationalen Vergleich einen
klaren Leistungsnachweis. Die Konkurrenz ist stark: Außer Neuseeland und
den USA, sind alle wichtigen Nationen am Start. Doch das Quartett hat in den
letzten drei Wochen gut trainiert. "Schon nach der zweiten Einheit lief
das Boot gut. Wir konnten schnell an den technischen Feinheiten
arbeiten", sagt Urs Käufer. Auch Coach Ralf Müller ist optimistisch:
"Auf den Jungs liegt ordentlich Druck. Wir werden in München offensiv
ins Rennen gehen und die Herausforderung annehmen. Die Mannschaft ist mental
stark und hat sich über den Winter körperlich weiterentwickelt.
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Südwest Presse Ulm vom 7.5.2008:
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Ein
Quartett schiebt sich nach vorn
HJK
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| Einen Sieg verbuchte der Ulmer Nachwuchs bei
der internationalen Junioren-Regatta in München, zu der 1600 Ruderer aus 15
Nationen gekommen waren. Den machte der Junior-B-Vierer mit Janis Köster,
Tim Rupp, Christian Schwaderer, Constantin Grimminger und Steuerfrau Sophie
Steinle perfekt. In der knappsten Entscheidung der Regatta lagen sie fünf
Hundertstel vor der Rheinland-Pfalz-Auswahl. Dabei drehte die Crew von
Trainer Uwe Hallm auf den letzten 400 Metern mächtig auf und konnte mit dem
letzten Schlag ihren Bug nach vorn schieben. Tags darauf parierte der
Südwest-Vierer den Ulmer Endspurt und lag 72 Hundertstel vorn.
Anders sieht die Situation im B-Achter des
Landesverbandes aus, in dem neben dem erfolgreichen Ulmer Quartett mit
Michael Nemmer ein weiterer Junior des URCD rudert. Dem Großboot fehlten an
beiden Tagen zwei Längen auf die Pfälzer. Auch die Spanier musste man klar
ziehen lassen und kam auf den dritten Platz.
Anne Köhler ruderte bei den A-Juniorinnen
hinter Machtheld Laureyns (Belgien) auf den zweiten Rang. Dritte Plätze
belegten die A-Junioren Carsten Lormes sowie der Doppelzweier Claudia
Reinelt/ Theresa Hanke. Die Leichtgewichte starteten in der schweren Klasse,
so dass es kaum verwundert, dass der Abstand zur Spitze groß war. |
Südwest Presse Ulm vom 22.4.2008:
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Pech
für die Ulmer Ruderer in Brandenburg
UWE
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| Urs Käufer vom Fieber matt gesetzt, Max
Reinelt und Kerstin Hartmann auf dem Weg zur U-23-Weltmeisterschaft - so
sieht die Bilanz der Ulmer Ruderer bei den deutschen
Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg aus.
"Nach 500 Metern hat mir die Kraft
gefehlt", sagte Urs Käufer nach dem Halbfinale, das er mit Filip
Adamski auf Platz fünf beendete. Danach führte der Weg zum Arzt, die
überstanden geglaubte fiebrigen Erkältung hatte sich zurück gemeldet. Ans
B-Finale war nicht zu denken. Nun hofft der Ulmer, dass Bundestrainer Dieter
Grahn ihn weiter mit Adamski sowie Toni Seiffert und Gregor Hauffe im Vierer
aufs Wasser schickt. Heute steht eine Sitzung im Ruderzentrum Dortmund an,
die zur Krisensitzung mutieren wird, da die bisherige Besatzung des Achters
sich fast ausnahmslos schwach präsentierte.
Reinelt hatte mit seinem Partner Milan
Dzambasevic Pech im Halbfinale. Beim ersten Schlag brach sein
Kohlefaserausleger - die beiden kenterten. Der Lauf wurde zwei Stunden
später neu gestartet, doch so richtig kam der Zweier nicht mehr ins Laufen.
Es blieb Platz fünf und als Entschädigung ein souveräner Sieg im
D-Finale. Reinelt steuert auf einen Platz im U-23-Achter zu. Dasselbe gilt
für Kerstin Hartmann. Sie wurde mit Sandra Luptowitsch Dritte im B-Finale
der Frauen. |
Südwest Presse Ulm vom 19.4.2008:
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Erkältung
bremst Ruderer Urs Käufer
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| Zwei dritte, ein zweiter und ein fünfter
Platz - das waren die Vorlauf-Ergebnisse der Ulmer Zweier-Ruderer am ersten
Tag der deutschen Kleinboot-Meisterschaften in Brandenburg. Für Urs Käufer
hatten die Vorzeichen nicht gut gestanden. Die ganze Woche über hatte ihn
eine Erkältung außer Gefecht gesetzt, als einziger Zweier waren er und
sein etatmäßiger Partner Filip Adamski die Vorbelastung nicht gefahren.
Gestern lief es nun ganz ordentlich. Hinter Philipp Naruhn/Florian Eichner
wurden sie Zweite.
Bereits zuvor war Nachwuchs-Mann Maximilian
Reinelt mit seinem neuen Partner Milan Dzambasevic am Start. Die beiden
kamen zwar schwer in Schwung, holten dann aber auf. Am Ende fuhren sie in
6:58,21 Minuten als Dritte durchs Ziel. Vorne lagen mit Sebastian Schmidt
(Mainz/Krefeld/6:49,86), die als Favoriten auf den Titel gelten, und Jörg
Dießner/Stephan Koltzk Kandidaten, die sich Hoffnungen auf Plätze im
olympischen Achter für Peking machen. Christoph Peitz musste im Einer ran
und landete auf dem fünften Rang.
Bei den Frauen erreichte Kerstin Hartmann mit
der Esslingerin Sandra Luptowitsch ebenfalls den dritten Vorlaufrang.
Unmittelbar vor ihr kam ihrer frühere Partnerin Kerstin Reinert mit Kerstin
Naumann an. Den Lauf gewannen Christina Hennings/Nadine Schmutzler. |
Südwest Presse Ulm vom 5.4.2008:
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Die
Füße in die Donau strecken
Ruderer, Paddler und Bootsfahrer sprechen im Club Orange über eine
neue Ufer-Gestaltung
Anlegestellen bauen, Wege vernetzen und
Nähe zum Wasser schaffen, das sind die Ideen für ein neues Donauufer.
Rund 50 Fluss-Nutzer diskutierten am Donnerstag im Club Orange in der
Ulmer Volkshochschule.
NINA RECKMANN
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| Ruderer
und Schifffahrer tummeln sich gerne auf der Donau - nur heraus kommt
man wegen der steilen Hänge schwer. Foto: Volkmar Könneke |
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Ulm
Ob sie am Ufer entlang schlendern, auf dem
Fahrrad vorüber fahren oder auf einer Bank sitzen und auf das Wasser
hinausschauen - für viele Ulmer ist die Donau ein wichtiger Lebensraum.
Doch gibt es nicht nur Donau-Freunde am, sondern auch auf und im Fluss. Dazu
gehören die Schiff- und Bootsfahrer, die Ruderer, die Paddler und die
Rettungsschwimmer. Um das Donauufer einmal aus ihrer Sicht zu betrachten,
hatten Stadt und Volkshochschule (vh) die Vertreter der einzelnen
Organisationen zu einer Podiumsdiskussion in den Club Orange eingeladen. Bei
der ersten Veranstaltung der Reihe "Unsere Donau" diskutierten gut
50 Fluss-Nutzer über ihre Ideen für eine neue Ufer-Gestaltung.
Auf der Fahrt bis zum Schwarzen Meer würde
den Schifffahrern nirgends so ein schlechter Empfang bereitet wie in Ulm,
sagte Frieder Nething von der Gesellschaft der Donaufreunde. "Dabei
meine ich nicht nur die großen Städte wie Ingolstadt, Linz oder
Budapest", fügte er hinzu, "auch in Lauingen ist der Empfang für
ankommende Schiffe sympathischer als bei uns." Würden sie ihre Schiffe
zwischen Böfinger Halde und Adenauerbrücke an- und ablegen, hätten sie
jedes Mal das Problem der steilen Böschung: "Wir müssen über das
Ufer hinauf und hinab krakeln, das ist buchstäblich tragisch", fand
er. Die stark abfallenden Uferhänge sind für den Donaufreund das größte
Defizit am heutigen Ufer, er plädierte für eine Abflachung: "Die
Stadt tut sich bisher nicht so leicht zum Wasser zu kommen."
Dabei wolle der flanierende Ulmer nicht nur
am Wasser entlang, sondern auch mal zum Wasser hinuntergehen, sagte
Bürgermeister Alexander Wetzig, der die Diskussionsrunde moderierte.
"Einfach um die Füße mal in die Donau zu strecken." Bei vielen
Zuhörern stießen diese Worte auf positive Resonanz, dennoch erntete Wetzig
auch skeptische Stimmen. "Bei allem Flanieren und aufs Wasser
Hinausschauen dürfen wir nicht vergessen, dass die Donau ein reißender
Fluss ist", sagte Raimund Hörmann, der sportliche Leiter des
Ruderclubs Ulm. Eine Uferglättung würde die Hochwassergefahr erhöhen,
sagte der Olympiasieger von 1984, da müsse aufgepasst werden, dass man
nicht ungewollt nasse Füße bekommt. Außerdem habe die Donau ein sehr
hohes Strömungsgefälle - 76 Zentimeter pro Kilometer - und seit dem Anbau
gebe es allein unter der Eisenbahnbrücke ein Gefälle von 40 Zentimetern:
"Selbst geübte Ruderer müssen da aufpassen, dass der Bug nicht unter
Wasser geht."
Für Hobbysportler, die mit ihrem
Schlauchboot die Donau hinunterfahren, ist die starke Strömung jedoch eine
große Gefahr: "Nicht ortskundige Flusswanderer können die Durchfahrt
unter der Eisenbahnbrücke kaum händeln", sagte Thomas Biek,
technischer Leiter des DRLG. Es wäre wichtig, diese Stelle zu kennzeichnen.
Außerdem schlug er die Abschaffung der drei Schwimmstege vor. "Bei
Veranstaltungen wie dem Fischerstechen oder dem Nabada halten sich ungeübte
Fahrer oft daran fest, ohne die starke Strömung zu beachten."
Auch auf dem Land gibt es
Verbesserungswünsche: "Der Aufgang an der Herdbrücke ist so
verdreckt, da muss man unbedingt was machen", sagte Reinhold Kräß von
der Personenschifffahrt. Außerdem wäre es schön, die historischen
Anlegestellen der alten Fischer auszuschildern, meinte Günter Bodmer von
den Nabada-Organisatoren. Zuhörer Wolfgang Dieterich, der Geschäftsführer
der Ulm/Neu-Ulm Touristik, plädierte für eine bessere Vernetzung der
Radwege: "Bequeme Radfahrer fahren auf der Höhe Herdbrücke einfach
über die Stadtmauer - obwohl sie dort nicht fahren dürfen - und gefährden
somit die Fußgänger", sagte Dieterich. Zusätzlich meldete sich eine
Bewohnerin des Fischerviertels: Auf keinen Fall solle das Donauufer so
abflachen wie in Neu-Ulm: "Da ist das Ufer gestylt. Wir sollten unser
Ufer als Naturgarten erhalten."
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Südwest Presse Ulm vom 31.3.2008:
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Der
Olympia-Traum lebt
Käufer mit tollem Ergometer-Test, Reinelt
mit neuem Partner
Die Ulmer Ruderer Urs Käufer und Max
Reinelt waren beim Langstreckentest in Leipzig gut drauf. Der eine will zu
Olympia, der andere zur U-23-WM.
HJK
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| Neues
Team mit großem Potenzial: Der Ulmer Max Reinelt (li.) und sein
Partner Milan Dzambasevic. Foto: Hansjörg Käufer |
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Urs Käufer und Max Reinelt, die
Leistungsträger des Ulmer Ruder-Clubs Donau, sind nach dem
Langstrecken-Wettbewerb über sechs Kilometer in Leipzig weiterhin im Rennen
um einen Startplatz bei Olympia beziehungsweise der U-23-WM. In 21:04
Minuten belegte Käufer mit seinem Mannheimer Partner Filip Adamski den
siebten Rang in der Gesamtwertung. Max Reinelt ruderte mit seinem neuen
Kollegen Milan Dzambasebic (Hannover) in 21:26 Minuten auf Platz 15. Im
U-23-Ranking bedeutete das Platz sechs.
Viel Wind und hohe Wellen wühlten am
Wochenende den Elster-Saale-Kanal auf und ließen die Strecke vor den Toren
Leipzigs schwer bewältigen. Zwischen den elf Zweiern ging es ungewöhnlich
eng zu. Einzig die Sieger Jochen Urban und Sebastian Schmidt (Krefeldt/Mainz)
setzten sich in 20:46 Minuten mit dem Rostocker Nachwuchszweier Lehmann/Drahotta
(20:53) etwas vom Feld ab. Zwischen dem dritten und neunten Boot lagen
gerade Mal sieben Sekunden.
Obwohl Käufer und Adamski ihren fünften
Platz von der Dortmunder Langstrecke nicht halten konnten, wahrten sie ihre
Olympia-Chancen. Vor allem, weil den Baden-Württembergern tags zuvor eine
Steigerung auf dem Ergometer gelungen war. Über die virtuelle
2000-Meter-Distanz verbesserte Käufer seine persönliche Bestzeit um 2,5
Sekunden und blieb in 5:59 erstmals unter der Sechs-Minuten-Grenze.
Stützpunkttrainer Christian Viedt sagt: "Die Ergo-Werte von Urs und
Filip waren eine tolle Steigerung. Vom Rennen der Beiden hätte ich mir
etwas mehr erwartet." Doch nur wenigen der 22 Olympiakandidaten gelang
es an diesem Wochenende, in beiden Disziplinen eine stabile Leistung
abzuliefern. Deshalb liegen alle weiterhin eng beieinander. "Es ist
für jeden Einzelnen noch alles drin", meint Bundestrainer Dieter
Grahn.
Für eine positive Überraschung sorgte Max
Reinelt mit seinem neuen Partner Milan Dzambasevic. Das aus der Not geborene
Duo hatte nur ein Wochenende Zeit, um an der Abstimmung zu arbeiten. Zwar
konnte Reinelts zweiter Platz von Dortmund im Dezember nicht gehalten
werden, dafür verringerten sie den Abstand zum U-23-Sieger Lehmann/Drahotta
deutlich. U-23-Bundestrainer Thomas Affeldt war voll des Lobes: "Max
und Milan haben ihre Sache richtig gut gemacht." Christoph Peitz
ruderte bei seinem U-23-Debüt im Einer auf den guten 13. Rang (23:18).
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Südwest Presse Ulm vom 27.3.2008:
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Der Ruderclub baut auf
Ulmer planen Erneuerung der
Vereinsanlage in Neu-Ulm
Der Ulmer Ruderclub möchte seine Anlage in
Neu-Ulm erneuern. Die Pläne stammen von einem Mitglied: Architekt Josef
Seidel. Die Mitglieder haben es nun in der Hand, ob das Millionenprojekt
kommt.
HANS-ULI THIERER
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| Ruderclub-Perspektiven:
Die Pläne des Büros Seidel Architekten sehen vor, auf die
bestehenden Gebäude zwei Querriegel zu stellen. Rechts der durch
Glas zur Donau hin lichtdurchflutete Kraftraum, links die neue
Umkleide. Foto: Matthias Kessler |
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Ulm/Neu-Ulm
Kaum zwei Kilometer flussabwärts steht dem
Ulmer Großverein am anderen Donauufer das Wasser bis zum Hals. Der mehr als
20-mal kleinere Ulmer Ruderclub Donau (URCD) schmiedet dagegen große
Pläne. Während der SSV Ulm 1846 in der Friedrichsau am finanziellen
Abgrund steht, möchte der URCD sein mittlerweile durch dicke Betonmauern
gegen Hochwasser geschütztes Vereinsgelände unterhalb der Adenauer-Brücke
am Neu-Ulmer Ufer aufmöbeln.
Sofern die Mitglieder mitspielen und einen
Grundsatzbeschluss fassen, wird noch in diesem Jahr der Ausbau der Anlage
auf den Weg gebracht. Damit nähme der URCD ein Projekt in Angriff, für das
zwar noch keine Kostenberechnung vorliegt, das aber bestimmt zwischen einer
und zwei Millionen Euro teuer werden wird, wie Kenner der Materie schätzen.
Ein erkleckliches Sümmchen für einen Verein, der gerade mal 540 Mitglieder
hat.
URCD-Vorsitzender Andreas Huber sprach, als
am Montag im Vereinsheim die Pläne des Architekten und Vereinsmitglieds
Josef Seidel ("Seidel-Architekten") für die Erweiterung
präsentiert wurden, unverblümt die Erwartung aus, dass der finanzielle
Grundstein mittels einer Sonderumlage gelegt wird. "Jedes Mitglied
sollte sich auch entsprechend beteiligen."
Die Worte des Vorsitzenden werden auf
fruchtbaren Boden fallen, schließlich ist der URCD kein Arme-Leute-Verein,
was sich auch darin äußert, dass die Pläne das Ergebnis eines
vereinsinternen Architektenwettbewerbs sind. Vier Büros, deren Chefs dem
URCD angehören, hatten sich beteiligt. Welcher andere Verein kann auf
solche Kompetenzen zurückgreifen?
Im Übrigen müsste der URCD selber nur 20
bis 30 Prozent der Investitionssumme aufbringen. 70 bis 80 Prozent kämen
als Zuschüsse von der Stadt Ulm und vom Württembergischen Landessportbund
(WLSB), sagte Huber, der mehrere Gründe für die Erweiterung nannte: Die
Zahl aktiver Ruderer wachse stark - laut Sportchef Raimund Hörmann gehen
fast 350 Jugendliche, Frauen und Männer regelmäßig auf die Donau -, vor
allem Umkleide- und Sanitäranlagen reichten hinten und vorn nicht mehr aus.
Der Ruderclub müsse sich wappnen fürs
kommende Jahrzehnt. Rasche Entscheidungen seien zu treffen, denn unklar sei,
ob es mit der Sportförderung der Stadt Ulm so weitergehe wie bisher. Wenn
auch längst nicht spruchreif, so sei es doch eine Perspektive, dass der
URCD Stützpunkt des Landesruderverbands werde. "Dann brauchen wir
Tagungsräume, die aber im wesentlichen der Landesverband finanzieren
müsste."
Dieser Zukunftsmusik kommen Seidels Pläne
entgegen. Ausgewählt hat sie eine Jury mit Huber und Hörmann, Gebäudewart
Hans-Jörg Stöhr, Neu-Ulms Stadtbaudirektor Ingo Degenhart und Ulms
Chefstadtplaner Volker Jescheck. Seidel hat ein Baukastenprinzip entwickelt,
das auf bestehende Anlagen aufbaut, ohne großen Verbrauch freier Flächen
auskommt und besagten Tagungstrakt unabhängig erst als dritten Baustein
vorsieht. Die beiden ersten Bausteine, auf die sich die Schätzung des
Millionenaufwandes bezieht, sind zwei Querriegel für Kraftraum und
Umkleidetrakt, die auf vorhandene Gebäude gesetzt werden.
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Südwest Presse Ulm vom 27.3.2008:
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Endspurt
um Olympia-Tickets
Ulmer Ruderer Urs Käufer hofft mit Partner Filip Adamski auf
Zuschlag
Am Samstag treten die deutschen Ruderer in
die heiße Phase um die Vergabe der Olympia-Tickets. Auf dem Elster
Saale-Kanal bei Leipzig wird die Regattasaison eröffnet - mit dabei: zwei
Ulmer.
HJK
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| Urs Käufer
(li.) und Filip Adamski wollen es am Wochenende wissen. Archivfoto |
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Zwei Ulmer Ruderer wollen mit guten
Ergebnissen auf sich aufmerksam machen: Während es bei Urs Käufer
und seinem Partner Filip Adamski (Mannheim) um Punkte für einen
Olympiaplatz geht, versucht der Ulmer U-23-Ruderer Max Reinelt mit
seinem neuen Partner Milan Dzambasevic (Hannover) seine
Spitzenstellung im Nachwuchsbereich zu festigen.
Auf ein umfangreiches Winterprogramm
blicken Urs Käufer und seine 21 Mitbewerber des Leistungszentrums
Dortmund zurück. Unzählige Kilometer legten sie auf Langlaufskiern,
mit dem Rennrad und im Boot zurück.
Erst letztes Wochenende kehrte der
Dortmunder Tross von einem mehrwöchigen Trainingsblock am Lago di
Sabaudia, südlich von Rom, zurück. Bundestrainer Dieter Grahn und
sein Co. Christian Viedt begleiteten sämtliche Maßnahmen. Erste
Erkenntnisse, wer denn am besten in eines der drei olympischen
Riemenboote (Achter, Vierer, Zweier) passen könnte, zog das
Trainergespann bereits aus den Leistungen der vergangenen Monate.
Richtig ernst wird es für den 22 Mann starken Riemenbereich bereits
morgen beim Ergometertest. Eine Maßnahme, die bei Käufer und Adamski
keine guten Erinnerungen hervorruft, denn genau vor einem Jahr an
gleicher Stelle verausgabte sich Adamski dermaßen, dass er
kollabierte. Es folgte ein Krankenhausaufenthalt mit anschließend
mehrwöchiger Trainingspause. Die Saison 2007 war so gut wie gelaufen.
Morgen wird Adamski gut beraten sein, das letzte Viertel der
virtuellen Zwei-km-Distanz etwas gemäßigter anzugehen.
Wenn es am Samstag aufs Wasser geht,
gilt freilich keine Zurückhaltung mehr. Als Bewertungsgrundlage dient
die letzte Überprüfung von Dezember 2007. Käufer und Adamski
belegten seinerzeit auf dem Dortmund-Ems-Kanal den fünften Rang.
"Am Samstag wollen wir das Resultat von Dortmund
verbessern", sagt Urs Käufer.
Nach der Dortmunder Langstrecke ging
Max Reinelt mit seinem damaligen Partner Felix Feldhaus (Dortmund) als
zweitschnellstes Boot der deutschen U-23er in den Winter. Vor wenigen
Tagen zog sich Feldhaus vom Leistungssport zurück - Reinelt stand von
heute auf morgen alleine da. Mit Hilfe des Dortmunder Stützpunktes
konnte wenigstens der ruderische Nobody Milan Dzambasevic aus Hannover
vermittelt werden.
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Südwest Presse Ulm vom 23.1.2008:
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RUDERN
/ Grimminger überrascht beim Ergo-Cup
Ohne Boot bärenstark
Die Ruderer sitzen auf dem Trockenen
und messen deshalb auf dem Ergometer ihre Kräfte. Max Reinelt überzeugte
in Dortmund mit starken Kraftwerten.
UWE
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| Auf
dem Ergometer so stark wie auf dem Wasser: Max Reinelt. Archivfoto |
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Während die Kollegen in Stuttgart die
Ergometer surren ließen, war Max Reinelt am Leistungszentrum in
Dortmund. "Die Form stimmt. Er hat seine Bestzeit wieder
verbessert", lobte Trainer Uwe Hallm den Abiturienten. Die
Aussichten erneut im U-23-Achter zu sitzen, sind glänzend:
"Vielleicht klappt' s ja sogar im Zweier."...
Bei den süddeutschen Ergo-Meisterschaften hat
Constantin Grimminger alle überrascht. 1500 virtuelle Meter mussten die B-Junioren
zurücklegen, Grimminger ließ in 4:56,70 Minuten Teamkollege
Urs Humpenöder (3./4:57,30) hinter sich. Die anderen URCD-Starter
landeten auf den Rängen sieben bis neun, wobei der Jüngste vorn war:
Christian Schwaderer kam in 5:04,00 Minuten an. Michael Nemmer und Tim
Rupp folgten innerhalb einer Sekunde.
Leichtgewichte schnell
Für den zweiten Ulmer Erfolg sorgte
Claudia Reinelt über 2000 Meter der Juniorinnen A (7:30,90). Sie
hatte die Nase vor ihrer ebenfalls leichtgewichtigen Zweier-Partnerin
Theresa Hanke (7:40,00). Bei den "schweren" Mädchen wurde
Melina Reichart Dritte (7:32,40). Bei den jungen Männern war Carsten
Lormes als Siebter stärkster Ulmer. "Ich denke, das ist alles
ganz in Ordnung. Von der konditionellen Seite her können wir
zufrieden sein", urteilte Trainer Björn Gehrmann. Mit Neuzugang
Matthias Kettner, der von "Rudern 2000", dem anderen
Ruderclub in der Doppelstadt gekommen ist, zeichnet sich ein neuer
Vierer der 17-Jährigen ab. "Er hat sich rudertechnisch nahtlos
eingefügt", lobte Gehrmann die Arbeit der Kollegen aus der
Nachbarschaft.
Bei den Frauen musste Kerstin Hartmann
ihrer neuen Partnerin Sandra Luptowitsch (Esslingen/ 7:16,10) den
Vortritt lassen. An die Leistung der überragenden
Leichtgewichts-Athletin Anja Noske (7:08,10) kam sie nicht heran, was
angesichts der Stärke der Saarbrückerin auch nicht weiter
überraschend war. Bei den Männern gelang dem 18-jährigen Christoph
Peitz als Siebter (6:25,30) ein guter Einstand in dieser Altersklasse.
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