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Artikel über den Ulmer Ruderclub und die Ulmer Regatta (Donau-Cup Ulm) in der Presse bzw. im Internet im Jahr 2007

 

Südwest Presse Ulm vom 4.12.2007:

RUDERN  

Neuer Partner, alte Leistung

HJK

Die Ulmer Ruderer Kerstin Hartmann, Max Reinelt und Urs Käufer ordneten sich beim Kleinboot-Ranking auf dem Dortmund-Ems-Kanal in ihren Klassen vorne mit ein. Reinelt und Hartmann haben beste Karten, erneut zur U-23-WM zu fahren, für Käufer bleibt die Olympiateilnahme in Reichweite.

Der stark von vorn bis seitlich einfallende Wind verlangte den Athleten einiges ab, doch die Ulmer wussten damit gut umzugehen. Hartmann und Reinelt rudern erst seit wenigen Wochen mit neuen Partnern zusammen, deshalb war es keineswegs sicher, dass das hohe Niveau der vergangenen Saison gehalten werden kann. In 26:10 Minuten über sechs Kilometer belegten Kerstin Hartmann und die Esslingerin Sandra Luptowitsch den neunten Platz in der Gesamtwertung, von den U-23-Booten war nur ein Duo aus Mecklenburg schneller.

Der Zweier mit Max Reinelt und dem Dortmunder Felix Feldhaus benötigte 23:57 Minuten, das bedeutete Rang 17. Von den U-23ern waren nur zwei Boote früher im Ziel. Damit sitzen beide Nachwuchsboote mit Beteiligung des Ulmer Ruder Clubs Donau in ihrer Klasse fest im Sattel. URCD-Trainer Uwe Hallm: "Wir hatten nur drei Wochenenden für gemeinsame Ausfahrten, daher war das Ergebnis optimal."
Für Urs Käufer und Filip Adamski (Mannheim) bleiben die Olympischen Spiele ein Thema. Sie wurden in 22:43 Minuten Fünfte.


Südwest Presse Ulm vom 28.11.2007:

RUDERN / Max Reinelt und Kerstin Hartmann müssen sich umstellen
Mit neuen Partnern in den Winter

Langstreckentests wegweisend für die nächste Saison - Käufer hofft auf Peking

Es ist das letzte Aufbäumen der Ruderer im alten Jahr und wegweisend für die neue Saison: Die "Fleischbeschau" - oder höflicher ausgedrückt, der Leistungstest für die Kaderathleten auf der Langstrecke. Max Reinelt und Kerstin Hartmann waren mit neuen Partnern unterwegs.

UTE GALLBRONNER

 

Es ist die erste wichtige Standortbestimmung im Kampf der 22 ernstzunehmenden Bewerber für die 14 Rollsitze in den olympischen Bootsklassen. "Neben den physischen Werten, die im Kraftraum und auf dem Ergometer erreichnet werden, zähler vor allem die Leistung im Zweier ohne", hat Bundestrainer Dieter Grahn festgelegt.

Physisch hat Max Reinelt keine Probleme. Schon in seinem ersten U-23-Jahr gehörte er zu den körperlich stärksten Nachwuchs-Männern. Doch er muss sich an einen neuen Partner gewöhnen, weil Jan Rupp aufgehört hat. In Abstimmung mit U-23-Chefcoach Thomas Affeldt wurde der Dortmunder Felix Feldhaus ausgeguckt. Der 21-Jährige gehört wie Reinelt auf dem Ergometer zu den Stärksten und saß mit dem Ulmer im Silber-Achter bei der U-23-WM.

In Dortmund müssen die beiden Kraftprotze zeigen, dass sie es auch technisch auf die Reihe bekommen. "Es sieht ganz gut aus", meint der Ulmer Nachwuchs-Trainer Björn Gehrmann. Wie Reinelt hat auch Kerstin Hartmann das Ziel bei der U-23-WM in Brandenburg dabei zu sein. Sie muss aber ohne Katrin Reinert auskommen, mit der sie jahrelang die Konkurrenz in Grund und Boden gerudert hatte. Die Heilbronnerin ist nach Dortmund gewechselt und macht sich Hoffnungen auf ein Olympia-Ticket für Peking.

Kerstin Hartmann (19) hat sich mit der 18-jährigen Sandra Luptowitsch zusammen getan. Die Esslingerin ist von den Skullern ins Riemenboot gewechselt. "Die beiden haben sich zusammengesetzt, und es hat einfach gepasst", sagt Gehrmann. Seit Oktober trainieren sie gemeinsam. Beim Kadertest in Mannheim am vergangenen Wochenende sah alles sehr harmonisch aus.

Überzeugt haben auf dem Neckar auch die B-Junioren Michael Nemmer und Urs Humpenöder, die den landesweiten Langstreckenvergleich für sich entschieden haben. Wie Tim Rupp und Christian Schwaderer, die auf Rang vier landeten, und dem im Einer angetretenen Konstantin Grimminger (14.), sind die beiden von Gehrmann in die Trainingsgruppe von Uwe Hallm gewechselt. Dazu kommt A-Junior Christoph Peitz, für den Hallm noch einen Partner sucht.

Bei den jungen Frauen war das Ulmer Team in Mannheim etwas ausgedünnt, da einige mit Krankheiten zu kämpfen hatten. So war Claudia Reinelt ihre Partnerin Theresa Hanke abhanden gekommen. "Aber nur in diesem Wettkampf", gab Gehrmann gleich Entwarnung. Die beiden Leichtgewichte wollen weiter durchhalten.

"Ich denke, wir können auch in der neuen Saison ganz gut mitmischen", schätzt Gehrmann die Lage optimistisch ein. Eine neue Anfängergruppe ist jetzt ins Training eingestiegen. Betreut wird sie von Eva Nitschke, der Mutter von Urs Käufer, sowie den früheren Aktiven Viola Pfersich und Julien Herion.

Dick vermummt: Kerstin Hartmann (hinten) und ihre neue Partnerin Sandra Luptowitsch. FOTO: HANSJÖRG KÄUFER


Südwest Presse Ulm vom 13.11.2007:

RUDERN / Lore Kölle ist 70 Jahre Mitglied

Ball mit Bond für Vereinsjubilare

Der URCD-Vorsitzende Andreas Huber (rechts) mit fünf Mitgliedern, die es zusammen auf 300 Jahre Mitgliedschaft im Ruderclub bringen (von links, in Klammern die Zahl der Jahre der Vereinszugehörigkeit): Herrmann Scheuffele (60 Jahre), Rosemarie Locher (60), Bernhard Wehrheim (50) Lore Kölle (70) und Heinz Schrode (60). FOTO: MATTHIAS KESSLER

"Casino Royal" war in Anlehnung an einen der James-Bond-Filme das Motto des Herbstballs, den der Ulmer Ruderclub Donau (URCD) im Congress Centrum Ulm feierte. 160 Gäste nahmen im Kepler-Saal daran teil und waren mehr als angetan vom bunten Programm, das der Verein auf die Beine gestellt hatte und das unter anderem die "Bond Girls" bestritten. 

Mit von der Partie waren auch die 26-fachen Turnakrobatik-Weltmeisterinnen Janina Hiller und Sophia Müller. Sie waren direkt aus dem Europameisterschafts-Trainingslager nach Ulm gefahren, um den Leistungssportlern des Ulmer Ruderclubs Akrobatik auf Weltniveau zu zeigen. Zu feiern war eine Saison, die dem URCD mit 128 Siegen die meisten ersten Plätze seit Bestehen des Vereins beschert hatte. 
Geehrt wurden während der Ballnacht langjährige Mitglieder. 40 Jahre gehört dem URCD Eberhard Steinle an, 50 Jahre Bernhard Wehrheim und 60 Jahre Dr. Heinz Schrode, Rosemarie Locher und Hermann Scheuffele. Gar 70 Jahre Mitglied ist Lore Kölle.


Südwest Presse Ulm vom 27.10.2007:

RUDERN  

Schnell im Großboot

EB

Bei der Passauer Regatta (Ländervergleichskampf Baden-Württemberg - Hessen - Bayern) haben die Ulmer Ruderer abgeräumt. Bei den C-Junioren gewann Max Huber vier, Christian Hengartner drei Rennen. Überragend die Renngemeinschaften mit Ulmer Beteiligung, die bei allen fünf Starts vorn lagen. Der Mixed-Achter gewann mit 5,2 Sekunden Vorsprung, und auch der B-Junioren-Achter überzeugte. Den Ländervergleich gewann Bayern.


Südwest Presse Ulm vom 2.10.2007:

RUDERN  

Bilanz weiter aufpoliert

Die Bilanz des Ulmer Ruder-Clubs Donau konnte sich am Wochenende sehen lassen. 13 Siege gab es in Bad Waldsee zu bejubeln. War am Freitag noch Bibbern angesagt und der Kampf mit dem Wind, wurde es am Wochenende freundlich in Bad Waldsee. Das schien die Ulmer anzuspornen, vor allem Christoph Peitz der im Junior A Einer und mit Carsten Lormes im Doppel-Zweier siegreich war. Obendrauf gabs zwei Erfolge im kurzfristig zusammen gestellten Doppel-Vierer mit Kollegen aus Radolfzell, Konstanz und Rheinfelden.

EB

Auch der Nachwuchs glänzte in Person von Christian Hengartner. Er hatte im Einer der 14-Jährigen an beiden Tagen die Bugspitze vorn sowie im Doppel mit Christian Schwaderer. Da wollten sich die älteren Semester nicht lumpen lassen: Max Reinelt und Jan Rupp ruderten im Männer-Zweier ohne vorneweg, mit Robin Erminger auch noch im Vierer. Am Sonntag trugen sich Theresa Hanke und Claudia Reinelt im Doppel-Zweier der A-Juniorinnen in die Siegerliste ein, Melina Reichart und Victoria Jeffries im gesteuerten Doppel-Vierer. Im Doppel-Zweier der B-Junioren siegten Patrick Ganghof/Michael Nemmer.

Dazu kamen zwölf zweite Plätze, mit einigen knappen Niederlagen. "Da fehlte die Cleverness und einige rudertechnische Kniffe. Mit Zehntelsekunden gewinnt man und verliert nicht", sagte Trainer Björn Gehrmann und war doch zufrieden.


Südwest Presse Ulm vom 25.9.2007:

RUDERN  

Sommerschlaf ist vorbei

Nach den Sommerferien ist der Nachwuchs des Ulmer Ruder-Clubs Donau (URCD) bestens aus den Startlöchern gekommen: Bei der Regatta in Nürtingen sprangen sieben Siege heraus. Konstantin Grimminger sorgte gar für ein Jubiläum. Sein erster Einer-Erfolg bei den B-Junioren war zugleich der 100. Sieg für den URCD in diesem Jahr.

EB

"Die Saison fängt an, die Ausdauer ist im Keller", konstatierte Trainer Björn Gehrmann. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen nehmen sich die Ulmer in den Ferien eine Auszeit, um zu regenerieren. In Nürtingen durfte Melina Reichart zweimal jubeln. Sie gewann mit ihrer Partnerin Anna Schmidt (Bad Waldsee) beide Konkurrenzen im Doppel-Zweier der B-Juniorinnen. Für sie steht der Wechsel in die ältere Kategorie an.

Urs Humpenöder und Tim Rupp dürfen dagegen noch weitermachen. Sie lieferten sich am ersten Wettkampftag mit den Gastgebern ein totes Rennen an der Spitze. Über Nacht stellte Gehrmann rudertechnisch einiges um bei den jungen Herren, und siehe da, am nächsten Tag fuhren sie dem Nürtinger Zweier ohne um eineinhalb Längen davon.

Tritt gefasst haben auch Christian Schwaderer bei den 14-Jährigen und Max Huber im jüngeren Jahrgang. Beide durften je einmal jubeln. Acht zweite, zehn Dritte und acht vierte Plätze vervollständigten eine gute Ulmer Bilanz.


www.deutschlandachter.de vom 1.9.2007:

Vierer schafft Olympiaqualifikation

Carsten Oberhagemann

Dritter im B-Finale und damit ebenfalls WM-Neunter wurde der Vierer ohne Steuermann. Gregor Hauffe, Toni Seifert, Urs Käufer und Filip Adamski fuhren – im Gegensatz zum Halbfinale zuvor – mutig los und blieben an der stetig führenden Crew aus Tschechien zunächst - nach 500 Metern - dran. „Das hat aber viel Kraft gekostet. Erst im Endspurt haben wir wieder die mit Abstand schnellste Zeit von allen gefahren“, sagte Urs Käufer, der das Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge sah. Zufrieden war das Quartett, das das A-Finale als Halbfinal-Vierter verpasst hatte, mit der geschafften Olympia-Qualifikation des Bootes, in dem sie im nächsten Jahr in Peking auch sitzen wollen: „Dafür werden im Winter reinhauen und alles geben“, so Käufer.

Vierer ohne Steuermann, B-Finale: 1. Tschechien 5:59, 25, 2. USA 6:00, 26, 3. Gregor Hauffe/Toni Seifert/Urs Käufer/Filip Adamski 6:00, 67, 4. Irland 6:03, 40, 5. Weißrussland 6:04, 75, 6. Australien 6:05, 26.


Südwest Presse Ulm vom 31.8.2007:

RUDERN / Der deutsche Vierer verpasst knapp den Einzug ins WM-Finale
Gegenwind raubt dem Endspurt die Kraft

Unglückliches Ende einer missratenen Saison - Olympia-Qualifikation als neues Ziel

Der deutsche Vierer hat den Einzug ins Finale bei der Ruder-Weltmeisterschaft in München verpasst. Entsprechend enttäuscht war der Ulmer Urs Käufer. Am Ende fehlte zwar nur eine Sekunde, aber das passte irgendwie zu dieser ziemlich verkorksten Saison.

UTE GALLBRONNER

Halbfinal-K.o. (von links): Philip Adamski, der Ulmer Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe. FOTO: dpa

Der Endspurt des deutschen Vierers ohne Steuermann ist beeindruckend. Das war gestern auf der olympischen Regattastrecke von Oberschleißheim nicht anders. Als das deutsche Boot auf den ersten 1000 Metern hoffnungslos hinterherpaddelte, bei 1500 Metern gar 6,65 Sekunden hinter den führenden Neuseeländern lag, ging ein enttäuschtes Raunen durch die Reihen der deutschen Zuschauer.

Als dann aber Schlagmann Filip Adamski die Schlagzahl erhöhte, das Boot erst an den Iren, dann an den Australiern vorbeiflog und sich Schlag für Schlag den Slowenen näherte, schöpften auch die Fans Hoffnung. Sie brüllten, schwenkten ihre Fahnen - und wurden doch enttäuscht. Zu früh kam das Ziel. Die Sportler sanken erschöpft zusammen, Stille auf der Tribüne.

Dieses Mal hatte es nicht gereicht. "Bei Gegenwind zieht sich das alles weiter auseinander. Da werden dann auch bei den Jungs die Arme immer länger. Da können sie einfach nicht so viel aufholen", hatte Trainer Christian Viedt das Problem schon unmittelbar nach dem Rennen erkannt. Der Endspurt war also nicht etwa zu spät gekommen, sondern die Kraft reichte nicht aus. So sieht es der Coach, und der Athlet gibt ihm recht.

"Bei Mitwind hätten wir das Rennen vielleicht gewonnen. Aber das zählt nicht. Alle hatten die gleichen Bedingungen, mit denen muss man zurechtkommen", sagte Käufer. Weil er, Adamski, Toni Seifert und Gregor Hauffe mit ihren durchschnittlich 85 Kilos zu den Hänflingen der Szene zählen, haben sie schlechtere Karten, wenn der Wind von vorn kommt. "Das haben wir nicht oft. Meistens bläst es von hinten, so sind die Anlagen gebaut", sagt Viedt. Dass ausgerechnet an diesem Tag alles anders war als erhofft, passt zu einer Saison, die wegen des Ausfalls von Adamski ohnehin zum Verzweifeln war.

Es spricht für die Vier, dass sie nie aufgesteckt haben, auch gestern nicht. "Wir hatten uns geschworen, dass wir nicht nachlassen, egal wie weit wir hinten sind", erzählt Käufer: "Aber die anderen sind wie verrückt los, und wir sind einfach nicht rangekommen. Ich hab nicht damit gerechnet, dass es am Ende überhaupt noch so eng wird." Etwas mehr als eine Sekunde fehlte zum dritten Platz. Die Zeit von 6:16,56 Minuten hätte im anderen Halbfinale gereicht. "Aber eigentlich soll man das nicht vergleichen", sagt Käufer und tut es ein bisschen doch. Ärgern muss erlaubt sein.

Trotz der Enttäuschung klatschten sich die vier ab, nachdem sie am Bootssteg angelegt hatten, umarmten sich kurz. Der Teamgeist ist intakt und so wollen sie morgen alles dran setzen, um den Startplatz für Peking zu sichern. Dafür müssen sie fünfte im B-Finale werden. Nicht einmal das wird einfach in dieser Bootsklasse. "Ich hab gewusst, dass es ein starkes Feld ist, aber dass es so hart wird, hab ich nicht gedacht", sagt Käufer, der am Stützpunkt in Dortmund lebt und trainiert.

Mehr Nationen wollen in diesem vorolympischen Jahr mitmischen und nahezu alle sind stärker geworden im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Für Käufer geht es jetzt in den Urlaub. Im Oktober beginnt die Vorbereitung auf das Olympiajahr. Dann heißt es ranklotzen. Der Kampf um die Rollsitze beginnt aufs Neue. Die Nominierung für diese WM hat der Vierer zwar gerechtfertigt, obwohl es nicht zum Finale gereicht hat. Aber die Konkurrenz ist dem Quartett in der unglücklich verlaufenen Saison auf den Pelz gerückt.


Südwest Presse Ulm vom 27.8.2007:

RUDERN / Käufer-Vierer trotz verpasstem direktem Finaleinzug bei der WM zufrieden
Gefühl fürs Gaspedal ist wieder da

Adamski fühlt sich nach Platz zwei gut - Leichte Gegner im Hoffnungslauf

Den direkten Einzug ins Halbfinale hat der deutsche Vierer mit dem Ulmer Urs Käufer verpasst. Aber Platz zwei war Balsam für das angeknackste Selbstbewusstsein.

HJK

Beim deutschen Vierer biegen sich endlich wieder die Riemen: Filip Adamski, Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe in München. FOTO: HANSJÖRG KÄUFER

Dem deutschen Vierer mit Urs Käufer, Filip Adamski, Gregor Hauff und Toni Seifert war es einerlei, dass sie im letzten Vorlauf des Eröffnungstages der Ruder-WM in München den Sieg verpassten. Aber sie ruderte auf den zweiten Platz und haben damit einen Sieg über ihr, genauer gesagt Adamskis, gesundheitliches Handicap eingefahren. "Wir wissen, dass wir wieder mit dabei sind", sagte Urs Käufer nach dem Rennen: "Und das war in diesem Rennen das Wichtigste."

Schon mit den ersten Schlägen merkte man den Männern um Schlagmann Adamski ihre kämpferische Einstellung an. Zwar ruderte Weltcup-Sieger Neuseeland nach 500 Metern schon mit einer Länge voraus, aber wie sich der deutsche mit dem US-amerikanischen Vierer duellierte, war beeindruckend. Griechenland, Serbien und Argentinien spielten keine Rolle.

Die deutsche Crew ruderte in jeder Phase des Rennes flüssig und technisch stark. Als auf den letzten 400 Metern klar war, dass man Neuseeland den direkten Halbfinaleinzug nicht mehr streitig machen konnte, sollte zumindest der US-Vierer auf den dritten Rang verwiesen werden. Das gelang unter dem Jubel von 10 000 Zuschauern. Zwar war es noch nicht der Schlussspurt wie man ihn im Vorjahr oft gesehen hatte, doch eine 41-er Frequenz tat es diesmal auch, um die US-Boys, die immerhin zwei Mitglieder ihres Gold-Achters von Athen an Bord hatten, mit einer Länge zu distanzieren. Einmal mehr verbuchte das Käufer-Quartett in 1:32.29 Minuten die schnellste Zeit auf den letzten 500 Metern im Feld.

"Das Rennen war schon mal ganz gut. Wir müssen uns natürlich weiter steigern. Die Mannschaft hat heute das Gefühl für ihr ruderisches Gaspedal zurück gewonnen", lobte Trainer Christian Viedt. Adamski, der im Frühjahr nach einem Ergometertest zusammengebrochen war, fühlte sich eine halbe Stunde nach dem Rennen "bestens erholt" und kündigte eine weitere Steigerung an. "Vor dem Rennen wusste ich nicht, wie ich die Belastung aushalte. Aber ich fühlte mich gut. Um die letzten Körner auszupacken war Neuseeland zu weit weg."

Es hat sich durchaus gelohnt, dass er seine Crew dazu trieb, die Amerikaner zu distanzieren. "Das war gut. Jetzt haben wir im Hoffnungslauf nicht die schwersten Gegner", sagte Käufer. Kaum hatten die Vier eine Runde ausgerudert und angelegt, spurteten sie schon zur Startliste für die Dienstags-Rennen. Im Hoffnungslauf treffen sie auf Portugal, Argentinien, Weißrussland und Ägypten. Alles Nationen, die im Vierer nicht zur ersten Garnitur zählen. Um ins Halbfinale am Donnerstag einzuziehen, genügt der zweite Platz. "Da gibt es nur eine Taktik: Wir müssen auf Sieg fahren", kommentierte Käufer.


Südwest Presse Ulm vom 24.8.2007:

WM-
Fahrplan

Der Vierer ohne Steuermann mit Filip Adamski (Mannheim), Urs Käufer sowie den Leverkusenern Toni Seifert und Gregor Hauffe startet am Sonntag, 13.30 Uhr. Die Ersten qualifizieren sich direkt fürs Halbfinale (Donnerstag), die zweite Chance bietet der Hoffnungslauf (Dienstag). Zwei Tage später steht das Halbfinale an. Eurosport sendet am Donnerstag live ab 9.45 Uhr, wobei nach jetzigem Stand der Vierer erst nach der Sendezeit dran ist. Die öffentlich-rechtlichen senden Donnerstag und Freitag zeitversetzt, Samstag und Sonntag live.


Urs Käufer
INTERVIEW: Der Körper muss bei Laune sein

Am Sonntag beginnt für Urs Käufer die Weltmeisterschaft in München. Beinahe wäre der Vierer mit dem 22-jährigen Ulmer Ruderer gar nicht dabei gewesen, denn die langwierige Krankheit von Schlagmann Filip Adamski hatte auch Käufer, Toni Seifert und Gregor Haufe auf Eis gelegt.

Ute Gallbronner

Dicke Backen macht Urs Käufer hinter Filip Adamski (rechts). Der Vierer will ins WM-Finale. FOTO: HANSJÖRG KÄUFER

Seit zwei Wochen ist erst klar, dass Ihr bei der WM dabei seid. Was habt Ihr seitdem gemacht?

URS KÄUFER: Hauptsächlich auf dem Wasser. Die letzten zehn Tage im Trainingslager in Ratzeburg stand fast kein Krafttraining mehr auf dem Programm. Jetzt sind wir in München und bereiten uns auf den Vorlauf am Sonntag vor.

Läuft das Boot?

KÄUFER: Im Training klappt alles, auch wenn wir den Wettkampf simulieren, geht es relativ gut. Wir haben uns das Selbstvertrauen zurückgeholt. Ich denke, dass wir ordentlich was reißen können. Die Saison war ja nicht berauschend, nachdem Filip Adamski krank war und lange gebraucht hat, bis er wieder voll belastbar war.

 Wie war das für den Rest der Crew?

KÄUFER: Deprimierend. Wir mussten fast die ganze Zeit von Land aus zuschauen wie die anderen gerudert sind. Eine schlimmere Saison kann ich mir nicht vorstellen.

Ihr habt es ja in anderer Besetzung versucht. Das hat aber nicht funktioniert. Warum nicht?

KÄUFER: Wir Vier sind sehr gut eingespielt. Es hat von Anfang an gepasst. So etwas kann man mit Training nicht hinbekommen. Das ist es auch, was uns stark macht. Das, und unsere starken letzten 500 Meter. Mit denen können wir die Konkurrenz immer noch überraschen.

Wart Ihr Euch denn sicher, dass es noch klappt mit dem WM-Start?

KÄUFER: Kommt darauf an zu welchem Zeitpunkt. Als in Luzern klar war, dass wir die Norm nicht geschafft hatten, hab ich schon gedacht, dass sie jemand anderen schicken. Aber dafür waren wir letzte Saison als Vize-Weltmeister zu gut. Ich denke, wir können jetzt an die Leistung anknüpfen.

Wer wird Weltmeister?

KÄUFER: Die Konkurrenz ist stärker geworden. Vor allem sind im vorolympischen Jahr mehr da, die vorne mitmischen können. Da sind natürlich die Engländer, aber auch Holland, Neuseeland, die USA und eventuell Italien. Die Kanadier haben jetzt auch umbesetzt und sind besser geworden.

. . . und Deutschland?

KÄUFER: Ich sehe uns momentan nicht als Titelkandidat. Wir wollen ins Finale kommen. Wenn wir das, was wir im Training jetzt gezeigt haben, 100-prozentig umsetzen, schaffen wir das auch. Vielleicht hauen wir dann ja noch einen raus. Die Sicherheit jedenfalls ist wieder da. Wir sind ganz optimistisch.

Es geht ja auch um die Olympia-Qualifikation. Spukt Peking schon im Kopf herum?

KÄUFER: Momentan überhaupt nicht. Wir sind mit dem Kopf hier in München. Dann sehen wir weiter. Wir müssen hier mindestens auf den elften Platz kommen, um den deutschen Startplatz für Olympia zu sichern.

Was steht vor dem ersten Start am Sonntag jetzt noch an?

KÄUFER: Wir müssen uns an die Strecke gewöhnen, weil das Wasser überall anders ist. Wir schauen die Gegner an, und ansonsten geht es nur darum, den Körper bei Laune zu halten. Wir machen mittellange Einheiten, das sind ungefähr zweimal zwölf Kilometer am Tag. Einfach damit der Körper nicht zu weit runterfährt.


Südwest Presse Ulm vom 13.8.2007:

RUDERN / WM-Vorbereitung des deutschen Vierers
Käufers Aufwärtstrend

Der deutsche Vierer mit Urs Käufer an Bord erholt sich langsam von einer bisher unglücklichen Ruder-Saison. Der Sprung auf den WM-Zug ist doch noch gelungen.

HJK

Das Ticket für die WM in München in der Tasche: Urs Käufer.

Das Happy-End kam für den deutschen Vierer mit dem Ulmer Urs Käufer an Bord erst kurz vor Meldeschluss. In einem Testrennen hat das Ruder-Quartett, wie bereits gemeldet, die Vorgaben des Verbandes erfüllt und die Kollegen aus dem Leichtgewichts-Vierer klar besiegt. Damit ist der Vierer für die Heim-WM in München vom 26. August bis 2. September nominiert. Zwischen dem Trainingslager in Breisach, am Freitag zu Ende gegangen, und dem in Ratzeburg, das am heutigen Montag beginnt, zeigte der Vierer bei Halbzeit der WM-Vorbereitung aufsteigende Tendenz.

Rückblende Frühjahr 2006: Im Stützpunkt Dortmund befindet man sich in der Testphase und sucht nach den idealen Besetzungen für Zweier, Vierer und Achter. Quer durch diese Boote werden alle möglichen Kombinationen getestet. Urs Käufer mit seinem Partner Filip Adamski (Mannheim) trifft dabei auf die Leverkusener Gregor Hauffe und Toni Seifert. Gleich im ersten Rennen im Mai trumpft die neue Crew auf und platziert sich denkbar knapp hinter den amtierenden Weltmeistern aus Großbritannien. Noch im gleichen Jahr rudern die jungen Wilden zu WM-Silber.

Die Planung war klar: Über die Zwischenstation Heim-WM in München 2007 sollte der Weg direkt zu Olympia 2008 führen. Den Winter über ging es zielstrebig weiter. Ausdauer und Kraft wurden beim Radeln auf Mallorca und beim Skilanglauf im Engadin ausgebaut. Auch als das Nationalteam im Februar zum Bootstraining in der Nähe von Rom Station machte, zeigte sich der Vierer uneingeschränkt belastbar. Im März tauchten erste gesundheitliche Probleme auf, die sich durch die ganze Saison zogen. Wenn die Vier überhaupt in Rennen antreten konnten, spielten sie innerhalb der Weltklasse keine Rolle mehr. Mit Trainer Christian Viedt, der die Crew von Anfang an betreute, wollen die Vier alles dran setzen um bei der WM ein Wort mitzusprechen.

"Unsere Vorbereitungen sind bisher gut gelaufen", zieht Trainer Christian Viedt nun nach dem dreiwöchigen Trainingslager im badischen Breisach Bilanz, "die Jungs haben inzwischen wieder ihre Werte des Vorjahres erreicht."


Südwest Presse Ulm vom 30.7.2007:

RUDERN / U-23-Weltmeisterschaft im schottischen Strathclyde Park - Glänzende Abschlussbilanz

Beide Ulmer im Achter mit Silber dekoriert

Bei Kerstin Hartmann und Max Reinelt überwiegt Zufriedenheit, obgleich zum ganz großen Coup nur ganz wenig fehlt

Die Ulmer Ruderer Kerstin Hartmann und Max Reinelt haben bei der U-23-Weltmeisterschaft im Strathclyde Park südwestlich von Glasgow die in sie gesetzten Erwartungen genauso wie ihre eigenen Träume erfüllt. Hartmann wie auch Reinelt ruderten je zu Silber.

HANSJÖRG KÄUFER

Mächtig ins Zeug legte sich der Achter - ganz rechts ist Max Reinelt im Einsatz. FOTOS: GETTY/HINZ (2)

Nach ihren Erfolgen bei der letztjährigen Junioren-WM als Kerstin Hartmann Gold und Max Reinelt Silber errangen, gelang den beiden jetzt in der höheren U-23-Klasse eine beeindruckende Fortsetzung ihrer internationalen Laufbahn. Die Achter mit Ulmer Beteiligung ließen sich nach einem für den Deutschen Ruderverband erfolgreichen Tag nicht lumpen, und polierten mit Silber die Bilanz der deutschen Flotte kräftig mit auf.

Im Gegensatz zum Vortag herrschten gestern auf der zwei Kilometer langen Strecke im Strathclyde Park (Schottland) gute Bedingungen. Ein leichter schräg einfallender Schiebewind verursachte nur leichte Wellen und störte die Athleten nicht sonderlich. Der Veranstalter hatte die Rennen extra vorverlegt, um den unangenehmen Nachmittagswinden zu entgehen.

 
WM-Silber: Kerstin Hartmann.

Als vorletztes Rennen dieser WM wurden die fünf Frauen-Achter auf die Strecke geschickt. Dort erwischten die Weißrussinnen den besten Start und schoben ihren Bug in Führung. Die währte allerdings nicht lange, denn die deutsche Crew machte nach der Startphase sofort Druck und löste die Osteuropäerinnen von der Spitze ab. Bei Streckenhälfte lagen Hartmann und Co. eine drei Viertel Länge vor Weißrussland, dicht dahinter ruderten die USA und Polen.

700 Meter vor dem Ziel kam plötzlich der US-Achter mächtig auf und setzte die Weißrussinnen unter Druck. Beide Boote schoben sich immer näher an die führenden Deutschen heran. Auf den letzten Metern konnte der US-Achter das enorme Tempo mit dem sich Weißrussland und Deutschland an der Spitze duellierten, nicht mehr mitgehen. Mit der Winzigkeit von 23 Hundertstel Sekunden, das ist etwa die Breite eines Ruderblattes, musste sich der deutsche Achter geschlagen geben. Eine Länge dahinter kam Titelverteidiger USA vor Kanada und Polen noch zu Bronze. Obwohl ihnen das Gold denkbar knapp entrissen wurde, überwog bei Kerstin Hartmann und ihren Kolleginnen nach diesem phantastischen Rennen die Freude über das gewonnene Silber.

Traditionell letztes Finalrennen war der Männer-Achter. Nach ihrer überragenden Vorstellung im Halbfinale galten Max Reinelt und Co. als Favoriten. Doch spielten die acht Recken von Bundestrainer Thomas Affeldt zunächst überhaupt keine Rolle. Zusammen mit Großbritannien, den Siegern des anderen Halbfinals, und Titelverteidiger USA ruderte man im hinteren Teil des Feldes. Um die Führung lieferten sich Australien und Estland ein erbittertes Duell.

 
WM-Silber: Max Reinelt.

Nach 800 Metern packten die Deutschen ihren Druckspurt aus, was sie dann wenigstens auf die dritte Position brachte. Die Esten, die das deutsche Flagschiff bereits im Vorlauf bis kurz vor dem Ziel ärgerten, witterten nun ihre Chance. Eine Länge vor Australien, das wiederum knapp vor Deutschland ruderte, wurden die letzten 500 Meter in Angriff genommen.

Reinelt und seine Mitstreiter spurteten ab was das Zeug hielt. Mit einer 42er Frequenz gelang es ihnen, die Ruderer von "Down under" mit 44 Hundertstel Sekunden abzufangen. Zu den neuen U-23-Weltmeistern aus Estland fehlten im Ziel 39 Hundertstel. Titelverteidiger USA belegte den vierten Rang. Die anfangs etwas enttäuschte deutsche Crew hatte, bis sie zur Siegerehrung vor der Tribüne anlegte, realisiert, dass ihr soeben ein großes Rennen gelungen war. Entsprechend überwog die Freude.

U-23-Bundestrainer Thomas Affeldt meinte: "Der Mannschaft muss ich ein großes Kompliment aussprechen. Sie ist im Durchschnitt sehr jung und ist mit der hohen Erwartungshaltung gut umgegangen." Die Startphase sah er so: "Die ersten 500 Meter haben wir so schnell wie noch nie durchrudert und waren in diesem starken Feld dennoch nicht vorne. Mit dem Streckenschlag danach war ich auch zufrieden. Affeldt ergänzte: "Zwischen 1000 und 1500 sind uns die Esten etwas zu weit weggerudert. Das war auch schon die einzige Rennphase die uns nicht nach Plan gelungen ist. Unser Endspurt war sehr stark. Insgesamt hat die Mannschaft ein absolutes Ergebnis rausgeholt."

Der Ulmer Trainer Björn Gehrmann: "Ich denke, Kerstin und Max können zufrieden sein. Klar, man hätte in beiden Rennen den Endspurt früher anziehen können. Unsere Ulmer haben sich hier super in die U-23-Weltspitze integriert."


Südwest Presse Ulm vom 20.7.2007:

RUDERN  

Tür zur WM bleibt offen

Zweite Chance für Urs Käufer. Der Vierer ohne Steuermann, mit dem der Ulmer zur Weltmeisterschaft nach München will, darf sich im Trainingslager bewähren.

UTE GALLBRONNER

Der 13. Platz beim Weltcup in Luzern schien das Ende aller WM-Träume für Urs Käufer zu sein. Wegen eines Fehlers gescheitert im Vorlauf, ausgebrannt im Hoffnungslauf - keine Chance aufs Finale, und das ist nun mal Voraussetzung, um für Deutschland bei den Weltmeisterschaften antreten zu dürfen.

Es blieb die Hoffnung, dass der ungesteuerte Vierer trotzdem Gnade vor den Augen von Bundestrainer Dieter Grahn und der Verbandsspitze findet. Schließlich gab es gute Gründe, dass es in Luzern nicht geklappt hatte. In erster Linie Filip Adamskis Krankheit, die den Schlagmann die ganze Saison über außer Gefecht gesetzt hatte.

"Wir haben für diese Bootsklasse keinen zweiten Anzug", begründete Grahn seine Entscheidung, Adamski, Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe mit ins Trainingslager nach Breisach zu nehmen. Dort werden sie am 10. August auf den Prüfstand gestellt. "Sie müssen gegen andere deutsche Nationalboote nachweisen, dass sie bei der WM das Finale erreichen können. Auf jeden Fall traue ich ihnen mehr zu als sie zuletzt gezeigt haben", machte der Trainer dem Quartett Hoffnung, das mit ihm nicht immer auf einer Wellenlänge liegt. 

Käufer und Co. müssen jetzt sofort die Koffer packen, denn schon heute geht es los ins Badische. Dort müssen sie zusammen mit ihrem Trainer Christian Viedt an der Feinabstimmung arbeiten und hoffen, dass Adamski wieder hundertprozentig fit ist. Immerhin haben sie dafür nun weitere drei Wochen Zeit - und die Zeit, die spielt in diesem Fall eindeutig für die Vize-Weltmeister von Eton.


www.deutschlandachter.de vom 19.7.2007:

Ungesteuerter Vierer erhält Bewährungschance

Carsten Oberhagemann

Der Vierer ohne Steuermann erhält eine zweite Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaft in München (26. August bis 2. September) zu qualifizieren. Nachdem das Quartett, das im Vorjahr bei der WM in Eton Silber gewann, die Nominierungskriterien mit Platz 13 beim Weltcup in Luzern auf Anhieb verpasst hat, muss es einen Leistungsnachweis am Ende des ersten Trainingslagers in Breisach (20. Juli bis 10. August) erbringen.

Nominierungsauflage: Relationsrennen am 10. August

"Bei diesem Relationsrennen gegen andere deutsche Nationalboote müssen sie nachweisen, dass sie bei der WM eine Chance haben, das Finale zu erreichen", sagte Bundestrainer Dieter Grahn. Er begründete seine Entscheidung, die der Deutsche Ruderverband unterstützt, so: "Wir haben für diese Bootsklasse keinen zweiten Anzug. Wenn die Vier sich gut vorbereiten und vernünftig rudern, traue ich ihnen aber auch mehr zu als das, was sie zuletzt gezeigt haben."

Nominierungen für die Weltmeisterschaft in München (26. August bis 2. September):
Vierer ohne Steuermann (Nominierungsauflage: Relationsrennen 10. August in Breisach): Filip Adamski (Mannheimer RG Baden), Urs Käufer (Ulmer RC Donau), Toni Seifert (RHTC Bayer Leverkusen) und Gregor Hauffe (RHTC Bayer Leverkusen).


Südwest Presse Ulm vom 16.7.2007:

RUDERN / Käufer-Vierer hat die WM-Qualifikation verpasst
"Krebs" zerstört den Traum

Banges Warten auf die Entscheidung am Donnerstag

Die Saison 2007 - für Urs Käufer und den Rest des ungesteuerten deutschen Vierers hat sie auf dem Luzerner Rotsee wohl ein vorzeitiges Ende gefunden. Ein klarer Sieg im C-Finale konnte daran nichts mehr ändern. Die Teilnahme an der WM in München ist in weite Ferne gerückt.

UWE

Kein Grund zur Freude: Filip Adamski, Toni Seifert, Urs Käufer und Gregor Hauffe. Archivfoto

Im vergangenen Jahr haben sie die Arrivierten verdrängt und ruderten zu Silber bei der Weltmeisterschaft. Nun droht Urs Käufer, Filip Adamski, Gregor Hauffe und Toni Seifert das gleiche Schicksal. Die gesamte Saison war wegen der Krankheit von Schlagmann Adamski verkorkst. Nun hatten sie auf ein Comeback auf dem Luzerner Rotsee gehofft, aber ein ärgerlicher technischer Fehler beendete diesen Traum schon im Vorlauf.

Coach Christian Viedt war entsprechend sauer. "Bei der 1500-Meter-Marke lagen sie noch ideal im Rennen. Das zusätzliche Rennen hätten sie sich sparen können", schimpfte der Ex-Ulmer. Zu diesem Zeitpunkt, also nach drei Vierteln der Strecke, hatten sie zu ihrem gefürchteten Endspurt angesetzt und schon Tuchfühlung zu den führenden Briten aufgenommen. Aber dann fing Adamski einen Krebs, das heißt, er kam mit einem Ruder an die Begrenzungsboje und bremste das Boot brutal ab. Der zweite Platz, der zum direkten Einzug ins Halbfinale berechtigt, war weg.

Gerade einmal vier Stunden später mussten sie zum Hoffnungslauf antreten. "Das haben sie im Kopf nicht verpackt bekommen. Bei Filip war der Frust riesig und die anderen wussten natürlich, dass ihm die Wettkampfhärte fehlt. Außerdem war der Druck enorm. Dann sind wir eben gnadenlos hinterhergefahren", analysierte Viedt.

Nicht auf den Punkt

"Wir haben deutlich gespürt, dass wir in diesem Jahr keine Rennerfahrung gesammelt haben", sagte der enttäuschte Urs Käufer: "Deshalb waren wir nicht in der Lage unser Potenzial auf den Punkt abzurufen." Nun heißt es warten für die vier Sportler. Warten, was Bundestrainer Dieter Grahn und Sportdirektor Michael Müller am Donnerstag entscheiden.

"Optionen gibt es einige", sagt Viedt. Beispielsweise die, den U-23-Vierer mit Schlagmann Kristof Wilke an der Spitze nach München zu schicken. Denn der liegt im internationalen Vergleich in dieser Saison ganz gut im Rennen. Dafür spricht, dass die jungen Sportler WM-Erfahrung sammeln könnten. Andererseits ist der Käufer-Vierer nur unwesentlich älter.

Es gäbe auch noch die Möglichkeit, einen Teil der Vizeweltmeister-Besetzung mitzunehmen und mit anderen Ruderern zu ergänzen. Allerdings war das Experiment Wilke für Adamski auf Schlag zu setzen beim ersten Weltcup in Österreich nicht gerade gelungen. "Fakt ist, dass wir die Nominierungskriterien für die WM nicht erfüllt haben", stellt Viedt fest. Der gestrige Start-Ziel-Sieg im C-Finale bewies zumindest, dass das Quartett eine gute Moral besitzt. Vielleicht glauben ja die Verantwortlichen daran, dass die Zeit ein paar Körner zurückgibt. Schließlich ist es bis zu den Titelkämpfen auf der olympischen Regattastrecke von München noch sechs Wochen hin.

Die Entscheidung, wer zum WM-Kader gehört, soll am Donnerstag fallen. Am nächsten Tag reist die Nationalmannschaft ins Trainingslager ins badische Breisach ab. Vielleicht muss Käufer ja ganz schnell die Koffer packen.


Südwest Presse Ulm vom 11.7.2007:

RUDERN / Ulmer dominieren in Lauingen

Siegesrausch in der Au

Zum ersten Mal war der Ulmer Ruder-Club Donau bei der Regatta in Lauingen und sahnte gleich richtig ab. 18 Siegerwimpel fanden den Weg zurück an die Donau.

UWE

Idyllisch war es im Auwald bei Lauingen - und äußerst erfolgreich für die Ulmer Ruderer. Vor allem in den großen Booten durfte gejubelt werden. Am ersten Tag saßen Jan Rupp und Christoph Peitz im siegreichen Männer-Großboot, am nächsten Tag vertrat Peitz allein die Ulmer Farben im Junioren-Achter, der ebenfalls Erster wurde.

Beide kennen die 500 Meter lange Strecke inzwischen in- und auswendig. Jan Rupp war mit Lukas Wimberger (RV Passau) an beiden Wettkampftagen im Doppel-Zweier wie im Zweier ohne Steuermann erfolgreich. Peitz war im A-Junioren-Doppel-Zweier mit Michael Kohlbeck (Landshut) nicht zu schlagen und hatte zudem im schnellsten Doppel-Vierer Platz genommen.

Bei den 15- und 16-Jährigen setzte sich der Ulmer Vereinsachter in wechselnder Besetzung durch. Constantin Grimminger, der am zweiten Tag für Georg Reinelt ins Boot rückte, kam zum ersten Sieg seiner Laufbahn. "Aber die Doppel-Vierer haben enttäuscht. Da müssen wir noch mal ran", sagte Trainer Björn Gehrmann mit Blick auf die in zwei Wochen anstehenden baden-württembergischen Meisterschaften in Bad Waldsee.

Gut gerüstet scheinen die Jüngsten: Christian Hengartner und Christian Schwaderer ließen im Doppel-Zweier niemand vorbei. Gleiches galt für Melina Reichart und Victoria Jeffries - im Doppel-Zweier wie im Doppel-Vierer der B-Juniorinnen.


Südwest Presse Ulm vom 2.7.2007:

RUDERCUP / Mehr als eine Regatta, ein Volks- und Familienfest
Atlantik-Basken Stars auf der Donau

Der URCD bewältigt das Großereignis mit 100 Helfern aus dem Verein

Der Rudercup ist längst mehr als eine Regatta auf der Donau. Die 19. Auflage der Großveranstaltung des URCD hat es gezeigt: Er ist ein Volks- und Familienfest. Der Reiz liegt auch darin, dass öfter Neues geboten wird. Heuer: Atlantikbrandungs-Ruderer aus dem Baskenland.

HANS-ULI THIERER

Starke Basken gegen nur unwesentlich schwächere Ulmer in Traineras - Boote, mit denen die Fischer an der Biskaya einst auf Walfang gingen. Die Gäste aus Spanien waren in diesem Jahr die Stars beim Ulmer Rudercup. FOTOS: VOLKMAR KÖNNEKE

Andreas Huber, gewichtiger Vorsitzender des Ulmer Ruderclub Donau, strahlt über die Backen. Er ist stolz auf seinen URCD. Unterstützt von etwa 100 Helfern schafft es ein Stab von 25 Leuten, die das Organisationsteam bilden, immer wieder, den Ulmer Rudercup zu stemmen.

Die 19. Auflage, die am Wochenende auf der Donau und auf dem Volksfestplatz stieg, hat es vollends gezeigt: Die Regatta mit klassischen Ruderwettbewerben, aber auch mit sportlichen und spaßigen Drachenboot-Wettkämpfen, hat sich zum Ruder-Großereignis in Süddeutschland gemausert. Zahlen untermauern dies: Fast 600 Ruderer waren in den verschiedenen Ruderdisziplinen am Start, und gleich 1200 Drachenbootfahrer maßen in mehr als 70 Teams ihre Kräfte.

Der Rudercup schwimmt auf einer Erfolgswelle, Anlass für große Änderungen sieht Huber nicht. Der Freitagabend bleibt Party-Tag, dann ziehen die Drachenboot-Teams im Festzelt immer eine Schau ab. Auch wenn ordentlich gezecht wird, alkoholbedingte Ausfälle oder gar Ausschreitungen gab es noch nie. Auch darauf ist Huber stolz.

Ein Grund, warum der Rudercup Jahr für Jahr mehr neugieriges Publikum an die Regattastrecke in der Friedrichsau lockt, dürfte sein, dass bei aller mittlerweile bestehenden Tradition auch immer wieder mal etwas Neues und Überraschendes passiert. Siehe die mittlerweile fest etablierten Wettkämpfe der Drachenbootfahrer, zu denen nicht nur der Schülercup gehört, sondern auch das alljährliche Kräftemessen vierer Teams der Städte Ulm und Neu-Ulm. Trommelnd angeführt von Kämmerer Gunter Czisch (Frauenboot) und Bürgermeister Alexander Wetzig (Männer) setzten sich heuer beide Ulmer Mannschaften gegen die Neu-Ulmer mit den Trommlern OB Gerold Noerenberg (Männer) und Bürgermeister Hermann Hillmann (Frauen) durch.

Die Stars waren aber andere. Sie kamen aus dem Baskenland, wo es die kleine Stadt Getxo gibt. Am Golf von Biskaya ist außer dem Fußball das Atlantikbrandungs-Rudern ein Volkssport. Und wer je einmal in einem Siegerboot auf der Regatta Bandera de la Concha vor San Sebastian saß, der ist ein Held im Baskenland, wird gefeiert wie ein Weltmeister. Gefahren werden die Regatten in "Traineras", Ruderbooten, die schwerer und stabiler sind als herkömmliche Sportruderboote, vor allem haben sie viel höhere Seitenwände. Logisch, denn "Traineras" waren früher die Boote der Walfänger.

Aus Getxo stammt Pedro Mardaras. Er hat vor sein Herz an eine Weißenhornerin verloren, arbeitet in Giengen und legt sich als ehemaliger baskischer Brandungs-Ruderer sportlich beim URCD in die Riemen. Seinem Vorschlag, doch mal in Getxo an einer Atlantik-Regatta teilzunehmen, war im vergangenen Jahr eine URCD-Bootsbesatzung gefolgt, angeführt vom Vize-Vorsitzenden des Vereins, Raimund Hörmann, also dem Olympiasieger von 1984. Er, der in seiner aktiven Zeit weit herum gekommen ist in der Welt, schwärmt noch heute, wenn er an die Tage von Getxo denkt, wo den Ulmern eine Woge der Gastfreundschaft entgegenschlug, die nur noch Wellen in stürmischer See übertreffen.

 
Mit Feuereifer: Ulrich-von-Ensingen-Realschüler beim Drachenboot-Wettkampf.
Wer soll das bezahlen?

In fröhlicher Runde wurde an der Biskaya vor Jahresfrist die Idee eines Gegenbesuchs geboren, an den niemand so recht glauben wollte. Denn wer sollte das bezahlen? Geklappt hat es dann doch. Für das kostenaufwendige Unternehmen - 25 Basken reisten mit zwei "Traineras" an, transportiert auf einem fünfachsigen Tieflader - fanden sich Spender und Sponsoren. Nicht zuletzt Walter Heiligenstetter, Chef des Maritim-Hotels, machte den Aufenthalt durch ein großzügiges Übernachtungsangebot möglich.

Die Spanier waren die Stars auf der Donau. Und sportlich in ihren Walfang-Booten nicht zu schlagen. Am Samstag ließen sie ein Ulmer "Traineras"-Team um Bootslänge hinter sich. Gestern war es nur noch ein Wimpernschlag. Die Ulmer hatten sich mit Raimund Hörmann olympische goldene Schlagkraft ins Boot geholt. Knapp vergeblich.


Südwest Presse Ulm vom 2.7.2007:

RUDERN / Claudia Reinelt und Theresa Hanke bilden ein perfektes Duo in vielen Lebenslagen

Harmonie auf der Donau und im Konzertsaal

Der URCD braucht kein Weihnachts-Orchester - Neue Einsichten für den erfahrenen Trainer

Ruderer brauchen Kraft, Durchhaltevermögen und auch ein gutes Taktgefühl. Beim Donau-Cup bewiesen Claudia Reinelt und Theresa Hanke einmal mehr, dass sie über all das verfügen. Trotzdem wird der Ulmer Doppel-Zweier für internationale Einsätze als zu leicht befunden.

UTE GALLBRONNER

Gutes Taktgefühl ist gefragt. Im Mixed-Achter saß Claudia Reinelt (ganz hinten) einmal ohne ihre Partnerin Theresa Hanke. FOTO: VOLKMAR KÖNNEKE

Claudia Reinelt war in der vergangenen Saison die erfolgreichste Sportlerin im Dress des Ulmer Ruder-Clubs Donau (URCD). Bei der Kurzstrecken-Regatta in der Friedrichsau war das nicht anders: Fünf Starts, fünf Siege lautete ihre Bilanz. Da verwundert es nicht, dass die zierliche 16-Jährige von größeren Erfolgen träumt: "Einmal bei einer WM starten, das wäre schön." Eigentlich hätten sie und ihre Partnerin Theresa Hanke die besten Voraussetzungen dafür. Im vergangenen Jahr fuhren sie bei den B-Juniorinnen im Doppel-Zweier der Leichtgewichte allen Konkurrentinnen davon. Jetzt sind sie eine Altersklasse hoch gerückt, landeten bei der deutschen Meisterschaft gegen die ältere Konkurrenz trotzdem auf dem dritten Platz.

"Unser Pech ist, dass wir Leichtgewichte sind. Wir fahren zwar in einer olympischen Bootsklasse, aber gefördert wird erst im Seniorenbereich", erzählt Claudia Reinelt: "Wir müssen eben durchhalten bis dahin. Bis wir mit der Schule fertig sind, bleiben wir auf jeden Fall dabei." Drei Jahre hat sie am Humboldt-Gymnasium noch vor sich. Die 17-jährige Theresa Hanke geht in die elfte Klasse am Schubart-Gymnasium.

Im Frühling und Sommer heißt es nach der Schule drei Stunden trainieren, am Wochenende oft doppelt so lang. Im Winter wird an den Grundlagen gearbeitet. "Wenn sie am Abend heimkommen, sind sie platt", erzählt Mutter Reinelt, die selbst Leichtgewichts-Ruderin war. Da verwundert es nicht, das zwei der drei Söhne auch im Boot sitzen.

Maximilian, der Älteste, fehlte gestern. Er bereitet sich auf die U-23-WM in Glasgow vor. Dort hat sich der 18-Jährige in seinem ersten Jahr in dieser Altersklasse gleich einen Platz im Flaggschiff erobert. Seine Attribute, ganz im Gegensatz zur Schwester: Ein Bär von einem Kerl mit gigantischen Ergometer-Werten. Der 14-Jährige Georg ist ebenfalls unter den Fittichen von URCD-Nachwuchstrainer Björn Gehrmann und ähnelt von den Anlagen her seinem Bruder.

Trotzdem hält sich der sportliche Ehrgeiz bei der Familie Reinelt in sehr gesunden Grenzen. Die Kinder fühlen sich wohl im Verein, sie sollen rudern, so lange es ihnen Spaß macht. Dabei wissen sie ganz genau, dass die berufliche Ausbildung immer Vorrang hat. "Wenn beides zusammen geht, ist das gut. Wenn nicht, dann haben sie eine schöne Zeit gehabt", sagt die Mutter. Sie hat keines ihrer Kinder zum Rudern geführt. Maximilian und Claudia wurden von den URCD-Trainern in der Schule angesprochen.

Es ist ein enormer Trainingsaufwand, den die jungen Sportler auf sich nehmen. Aber nicht nur die Reinelt-Kinder pflegen neben dem Sport die Liebe zur Musik. Saxophon, Klavier, Querflöte, Oboe - alles ist im URCD-Angebot. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass es bei der Weihnachtsfeier keine Band braucht - da macht der Nachwuchs das Vereinsheim zum Konzertsaal.

Da kann sogar Trainer Björn Gehrmann, der akribisch über die sportlichen und schulischen Leistungen wacht, noch etwas lernen. Max Reinelt etwa hat ihm das Innenleben einer Kirchenorgel gezeigt, die er ebenso glänzend bearbeitet wie sein Ruder. Das Duo Reinelt/Hanke harmoniert nicht nur als Doppel-Zweier auf dem Wasser hervorragend, sondern auch als Streicher-Duett. Profiteur einmal mehr der Trainer: Gehrmann bekam zum 60. Geburtstag ein Ständchen mit Bratsche und Cello.

Bis zu den Landes-Meisterschaften Ende des Monats spielt die Musik aber die zweite Geige bei den Leichtgewichten. Im Winter werden sie sich dann vorbereiten auf eine weitere Übergangssaison - und darauf warten, dass sie endlich alt genug sind für höhere Weihen.


Südwest Presse Ulm vom 2.7.2007:

RUDERN  

Bilanz stimmt hoffnungsfroh

Kurz bevor das Gewitter kam, klappte der Ulmer Ruder-Trainer Björn Gehrmann gestern zufrieden sein Heft zu. 27 Siege für die Gastgeber beim Donau-Cup.

UWE

Zwei Tage lang sprinteten die Ruderer in der Friedrichsau um die Siege über 250 und 500 Meter. 27 Mal legte ein Boot des Ulmer Ruder-Clubs Donau (URCD) am Siegersteg an. "Da kann ich nicht meckern", sagte Nachwuchs-Trainer Björn Gehrmann. Im vergangenen Jahr waren es zwei Erfolge weniger gewesen. Aber das ist bei der Heim-Regatta ohnehin nicht das Einzige, was zählt.

Es geht auch um die Besetzung der großen Boote. "Es zählt ganz klar das Leistungsprinzip", sagt Gehrmann. Beispielsweise für den Doppel-Vierer der B-Junioren bei den anstehenden baden-württembergischen Meisterschaften: Drei werden nach den Einer-Ergebnissen gesetzt, den vierten bestimmt der Trainer. Entsprechend freute sich Patrick Ganghof, der sich im Einer durchsetzte.

Auch im siegreichen URCD-Vierer saß Ganghof. Den gestrigen Einsatz verpasste er aber mit seinen Kollegen Urs Humpenöder, Michael Nemmer und Tim Rupp. Steuerfrau Jana Nemmer hatte ein Mammutprogramm zu absolvieren, und beim hektischen Wechsel vom Achter in den Vierer kam ihr das erforderliche Zusatzgewicht abhanden. Damit fiel der Start ins Wasser.

Erfolg in Brandenburg

Christian Schwaderer fehlte gestern in der Friedrichsau. Das hatte auch einen guten Grund: Der 14- Jährige durfte Baden-Württemberg beim Bundesfinale im brandenburgischen Werder vertreten. Dort erreichte er als Zweiter seiner Abteilung das kleine Finale und wurde dort Vierter. "Er ist ein vielversprechendes Talent", lobte Björn Gehrmann - das nächste aus dem Bootshaus des URCD.


Sonntag Aktuell vom 1.7.2007:

RUDERN / Beim Donau-Cup gibt es so manche Entdeckungen und Erkenntnisse

Die richtige Mischung macht's

Gemischt ging es gestern beim Donau-Cup zur Sache. Drachenboot-Paddler und Ruderer jagten abwechselnd den Fluss runter. Das hat sich längst bewährt. Aber auch in den einzelnen Gattungen gilt: Die richtige Mischung macht's.

UTE GALLBRONNER

Geballte Junioren-Kraft im von Jana Nemmer gesteuerten Doppelvierer: Michael Nemmer, Urs Humpenöder, Patrick Ganghof und Tim Rupp. FOTO: VOLKMAR KÖNNEKE

Normalerweise geht es bei Regatten eher leise und beschaulich zu. Da hört man das Eintauchen der Ruderblätter, das Brüllen von Trainern und Steuerleuten. Auf den Zuschauerplätzen sitzen nur Experten, gegröhlt wird selten. In Ulm aber ist alles ein bisschen anders. Und weil das so ist, finden vor allem die jungen Athleten Gefallen am Sprint auf der Donau. Sie mischen sich unters bunte Volk der Drachenboot-Fahrer, die inzwischen einheitlicher bedresst in ihren Booten sitzen als viele Vereins-Ruderer. 

Bunt gemischt in jeder Hinsicht war der Ulmer Mixed-Achter. Fünf Frauen, vier Männer in einem Boot, die Jüngsten gerade mal 17, der Älteste 53. Michael Leibinger und sein künftiger Schwiegersohn Jules Dake mussten tun, was ihre Caroline anschaffte, denn sie saß am Schlag. Leibinger senior folgte willig, es fiel ihm nicht mal schwer: „Ich bin ja froh, dass sie mich überhaupt mitnimmt - auch wenn ich gar nicht rudern kann. Das behauptet sie zumindest immer."

Für Caroline Leibinger war es der zweite Abschied von der Donau. Nachdem sie in den USA ihr Studium abgeschlossen hat, zieht sie nun mit ihrem Zukünftigen nach Schweden. Anders als in den USA werden die beiden dort ihrem Hobby nicht mehr nachgehen können: Nördlich des Polarkreises ist Rudern nicht unbedingt .die populärste Sportart. Aber die Alternative ist schon gefunden: Auf Langlauf-Skiern wollen sich beide auspowern, denn ohne Sport geht es nun mal nicht.

Eine kleine Medaille mehr kann Caroline. Leibinger mitnehmen, denn im Mixed lag der Ulmer Achter drei Hundertstel-Sekunden vor dem Tübinger Flaggschiff. Für Michael Leibinger und Ex-Basketballer Mike Dauser ein versöhnlicher Abschluss, nachdem sie im verletzungsbedingt umbesetzten Masters-Vierer nicht den direkten Weg ins Ziel gefunden hatten. Auf dem Rückweg kamen sie auch noch den Damen in die Quere. Aber das kleine Missgeschick der älteren Herren war angesichts gelungener Auftritte der Jugend schnell vergessen.

Claudia Reinelt und Anne Köhler beispielsweise saßen ebenfalls im gemischten Achter. Während die anderen bequem zum Anlagesteg zurückkehrten und den Applaus des Publikums genossen, mussten die beiden jungen Damen im Laufschritt wieder zum Start. Nächstes Rennen, nächstes Glück: Claudia Reinelt siegte mit Partnerin Theresa Hanke in ihrer Abteilung des Doppel-Zweiers der A-Juniorinnen, obwohl die beiden eigentlich Leichtgewichte sind. Anne Köhler setzte sich mit B-Juniorin Melina Reichardt im zweiten Rennen durch.

Nachwuchs-Trainer Björn Gehrmann konnte überhaupt viele erste Plätze notieren. Die Beförderung „vom Wasserschläger zum Ruder-Piraten", von Gehrmann traditionell mit einem T-Shirt belohnt, erhielt gestern Max Huber. Nachdem der 13-Jährige im Einer den ersten Sieg seiner Laufbahn eingefahren hatte, legte er mit dem ebenfalls allein schon erfolgreichen Christian Hengartner im Doppel-Zweier nach.

Die Suche nach der richtigen Mischung, auf der sind die Trainer des Ulmer Ruderclubs Donau in jeder Saison aufs Neue. Da entwachsen einige der Altersstufe, da geben welche auf, andere haben Probleme in der Schule. Überhaupt ist die Schule so ein Problem. „Jetzt mit dem G8 kommen viele erst um 16.30 Uhr aus der Schule. Dann sollen sie noch trainieren. Das ist eine wahnsinnige Belastung", sagt Gehrmann. Da sind die Trainer schon froh, das wenigstens mangelndes Geld kein Karrierehindernis ist: „Wir haben ein Mitglied beim URCD, das unterstützt großzügig Talente: die sich diesen Sport sonst nicht leisten könnten.

Einen Leistungssprung hat Urs Humpenöder gemacht, der in den Großbooten des Landesverbandes eine feste Größe geworden ist. Ihn setzte Gehrmann gestern in den gesteuerten Doppel-Vierer der B-Junioren. Das von Jana Nemmer gesteuerte Boote mit Patrick Ganghof, Michael Nemmer und Tim Rupp lief gut und konnte erstmals in dieser Saison dem Rheinfeldener Quartett Paroli bieten. Morgen testet Gehrmann eine andere Variante - immer auf der Suche nach der richtigen Mischung.

Südwest Presse Ulm vom 25.6.2007:

RUDERN / Kerstin Hartmann und Max Reinelt holen zwei Meistertitel

Zwischenstopp in Glasgow

Beide Ulmer haben bei der U-23-WM Platz im Achter sicher

Auf nach Glasgow heißt es für Max Reinelt und Kerstin Hartmann. Die beiden vertreten den Ulmer Ruder-Club Donau bei der U-23-WM in Schottland. Beide sicherten sich am Wochenende je zwei deutsche Meistertitel am Brandenburger Beetzsee.

UWE

Die Ulmer Ruderin Kerstin Hartmann (vorne) schaut optimistisch in die Zukunft. FOTO: HANSJÖRG KÄUFER

Im nächsten Jahr macht Kerstin Hartmann ihr Abitur. Das wird sicher ein Höhepunkt für die 19-jährige Ulmerin, es könnte aber in 410 Tagen ein zweiter folgen: Sie darf auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking hoffen. Das hat Riemen-Bundestrainer Ralf Holtmeyer deutlich gemacht.

Gemeinsam mit ihrer Heilbronner Partnerin Kathrin Reinert gewann Kerstin Hartmann am Wochenende den deutschen U-23-Titel im Zweier ohne. Dazu kam der Erfolg im Achter sowie eine Silbermedaille im Vierer. "Schneller war nur die zweite Hälfte des Achters. Die ist besser aufeinander eingespielt", sagte Trainer Uwe Hallm.

Der Coach muss seine Mädels alleine auf die Insel schicken. Denn die beiden sollen im Deutschland-Achter zum Einsatz kommen, und der in im Ruder-Verband Chefsache. Hallm muss zuhause bleiben. Wenn Kerstin Hartmann zurück kommt von den Titelkämpfen, darf sie gleich ins Höhen-Trainingslager nach St. Moritz. Dort bereitet sich die

Nationalmannschaft auf die Heim-WM in München vor. "Es ist durchaus realistisch, dass sie einen Platz im Vierer ohne bekommen könnten", sagt ihr Trainer über die deutschen Junioren-Mannschaft des Jahres.

Starker Einstieg Bei den jungen Männern führt an Max Reinelt kein Weg vorbei. Auch er fühlt sich bei den U-23-Athleten pudelwohl und hat sich auf Anhieb einen Platz im Flaggschiff erkämpft. Das WM-Ticket ist fest gebucht. In Brandenburg saß Reinelt im Achter sowie im gesteuerten Vierer im siegreichen Boot. "Es ist einfach riesig, dass er in seinem ersten Senioren-Jahr schon Anschluss gefunden hat", lobt Hallm.

Jan Rupp hat den Sprung auf den WM-Zug nicht geschafft. Er fuhr in Brandenburg im Vierer zweimal auf den fünften Platz - einmal mit, einmal ohne Steuermann.

Für Max Reinelts Schwester Claudia und ihre Partnerin Teresa Hanke reichte es im Doppelzweier der Leichtgewichter bei den U-19-Juniorinnen als Dritte aufs Podest. Auch sie haben im nächsthöheren Jahrgang gleich Anschluss gefunden, wenn es nach einem spannenden Finale auch nicht für den Sieg reichte. Die Ulmerinnen landeten hauchdünn geschlagen auf Rang drei.

Im Doppel-Vierer verpasste Christoph Peitz das Treppchen trotz eines couragierten Rennens seiner Crew nur haarscharf. "Es war nicht mehr drin", urteilte Hallm gestern. Carsten Lormes wurde Achter im Doppel-Zweier mit dem Landshuter Michael Kohlbeck.

Bei der U-19-Weltmeisterschaft in Peking sind die Ulmer nicht vertreten. "Aber ich denke, es kommt guter Nachwuchs", sagt Hallm. Wie etwa Urs Humpenöder, der sich bei den U-17-Junioren mit der Landesauswahl nur dem Achter aus Schleswig-Holstein geschlagen geben musste. Gesteuert wurde das Boot von Sophie Steinle. Die Ulmerin hielt auch den Landes-Vierer auf Podestkurs und lenkte ihn auf den dritten Platz - wenn auch ohne URCD-Mann an Bord.


Südwest Presse Ulm vom 12.6.2007:

RUDERN / Regatta in Breisach

Erfolge in Großbooten

Drei Starts im Doppel-Vierer hatte Christoph Peitz am Wochenende bei der Breisacher Ruder-Regatta. Dreimal stieg der Ulmer mit seiner Crew als Sieger aus dem Boot.

EB

Im Landesleistungszentrum Breisach trafen sich vor allem die Nachwuchs-Ruderer aus dem Land zur Regatta. Aus Sicht des Ulmer Ruder-Clubs Donau (URCD) war erwartungsgemäß Christoph Peitz am Stärksten. Gemeinsam mit Philipp Birkner, Marc Rebholz und Matthias Reichelt gewann er zweimal die Junioren-Konkurrenz im Doppel-Vierer sowie auch die Männer-Wertung.

Erfolgreich war auch Urs Humpenöder im baden-württembergischen Auswahl-Achter, der von seiner URCD-Teamkollegin Sophie Steinle gesteuert wurde. Das Flaggschiff setzte sich vor einer rein Ulmer Crew durch. Paul Lutz, Georg Reinelt, Constantin Grimminger, Michael Nemmer, Patrick Ganghof, Janis Köster, Alexander Kohlhoff und Tim Rupp schafften es mit Steuerfrau Jana Nemmer aber immerhin das Züricher Boot klar in Schach zu halten. Angesichts der Tatsache, dass es nur wenige Vereine gibt, die überhaupt ein großes Boot besetzen können, eine reife Leistung. Im Junioren-Vierer mit Steuermann landete Humpenöder zudem auf Rang zwei vor dem Quartett seiner Teamkollegen.

Über zwei zweite Plätze konnte sich der 14-jährige Christian Schwaderer freuen, der nur an Tim Lauer (SG Speyer) nicht vorbei kam. In der zweiten Abteilung sicherte sich Christian Hengartner am Sonntag ebenfalls einen zweiten Rang. Gleiches gelang Melina Reichart im Einer der Juniorinnen.


Südwest Presse Ulm vom 11.6.2007:

RUDERN / In Ratzeburg Chancen auf U-23-WM-Platz untermauert


Reinelt mischt kräftig mit

Juniorinnen-Leichtgewichte messen sich mit den Großen

Maximilian Reinelt hat den Anspruch auf einen Start bei der U-23-WM untermauert. In Ratzeburg saß der Ulmer im siegreichen Achter, der Polen und Deutschland II keine Chance ließ. Die Leichtgewichte Theresa Hanke und Claudia Reinelt schnupperten rein bei den Großen.

UWE

Getrennte Wege: Die Ulmer Freunde Maximilian Reinelt (vorne) und Jan Rupp saßen in Ratzeburg einmal mehr in verschiedenen Booten. Archivfoto

Wie immer um diese Jahreszeit geht es bei den Ruderern um die Besetzung der Boote für die diversen Weltmeisterschaften. Und wie immer wollen Ulmer Athleten dabei sein. Maximilian Reinelt kann auf dem Weg zu den U-23-Titelkämpfen auf seine außergewöhnlich guten Ergometer-Werte bauen - obwohl er erst im ersten Jahr in der U-23-Klasse antritt. Bei der Regatta in Ratzeburg hat Reinelt auch auf dem Wasser bewiesen, dass er berechtigte Hoffnungen hat, bei der Weltmeisterschaft in Glasgow dabei sein will.

Mit Partner Simon Schiml (Mainz) fuhr Reinelt einen zweiten Rang im Zweier ohne Steuermann ein. Es folgte der gleiche Rang im Vierer mit Steuermann. Dort lieferten sich Reinelt, Schiml, Maximilian Bandel und Thomas Protze einen packenden Zweikampf mit Deutschland I, zogen aber knapp den Kürzeren.

Im Achter kamen dann noch Christof Zimmermann, Tom Lehmann, Ruben Auemüller und Maximilian Munski ins Boot und gemeinsam wiesen sie die polnische Auswahl in ihre Grenzen. Die Crew Deutschland II, zu der mit Jan Rupp ein weiterer Ulmer zählt, hatte mit keine Chance gegen das Reinelt-Boot. Rupp wurde zudem im Vierer ohne Steuermann eingesetzt, der im Finale Vierter wurde.

Für Leichtgewichte gibt es bei der Junioren-Weltmeisterschaft auch im olympischen Doppel-Zweier keine Wettkämpfe. Das ist wohl der einzige Grund, warum Claudia Reinelt und Theresa Hanke eine Reise nach Peking versagt bleibt. Da die beiden national in ihrem Alter keine Konkurrenz zu fürchten haben, wurden die talentierten 17-Jährigen in Ratzeburg ins kalte Wasser geworfen: Sie durften sich mit den "erwachsenen" Athletinnen messen und wurden noch dazu mit einem sehr strammen Programm versehen.

Im schwächeren der beiden Frauen-Vorläufe landete sie am ersten Tag gegen die bis zu acht Jahre älteren Konkurrentinnen auf dem zweiten Platz. Im Finale reichte es zu Rang sechs im Feld der Damen, von denen jede Einzelne nicht mehr als 59 Kilogramm auf die Waage bringen darf. Am zweiten Tag schafften sie es ins kleine Finale und wurden dort Vierte.

Zum Abschluss versuchten sie sich mit den ein Jahr älteren Sarah Kohl (Köln) und Linda Dörks (Berlin) noch im Leichtgewichts-Doppelvierer. Hier wurden sie im Endlauf letztlich ebenfalls Vierte.


Südwest Presse Ulm vom 4.6.2007:

RUDERN / Weltcup in Österreich


Trotz Ersatzmann in der Weltspitze dabei

Mit Platz fünf im Vierer ohne ist der Ruder-Weltcup in Ottensheim für Urs Käufer zu Ende gegangen. Kerstin Hartmann landete im Frauen-Achter auf Rang sieben.

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Blickt optimistisch auf die vorolympische Saison: Urs Käufer. Archivfoto

"Jetzt haben wir die Gewissheit, dass wir auch mit einem Ersatzmann vorne mithalten können", sagte Urs Käufer gestern. Da war der Ulmer Ruderer schon auf dem Heimweg vom Weltcup im österreichischen Ottensheim. Im Gepäck hatte er den fünften Platz in einem stark besetzten Finale, in dem eigentlich nur das Quartett aus den USA fehlte.

Nach dem Vorlauf war sein alter Zweier-Partner Filip Adamski von den Ärzten aus dem Boot genommen worden. Der Mannheimer befindet sich seit Wochen im Aufbautraining, nachdem er sich beim Ergometertest völlig übernommen hatte. Nun soll dem 24-Jährigen nicht zu viel zugemutet werden. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", sagt Käufer, der nicht weiß, ob beim Weltcup am letzten Juni-Wochenende in Amsterdam der Schlagmann im Boot sitzt.

In Ottensheim übernahm Gregor Hauffe nach dem klaren Vorlaufsieg vom Freitag den Schlag, der Radolfzeller Christoph Wilke bekam den vierten Rollsitz neben Käufer und Toni Seiffert. In dieser Kombination erstmals zusammen ging der Vierer ins Halbfinale und zitterte sich auf dem dritten Rang in den Endlauf. "Im Finale lief es schon besser", sagte Käufer. Zwar brauchte die Crew auf den ersten 500 Metern ein wenig Zeit, um den richtigen Rhythmus zu finden. "Aber die restlichen 1500 Meter haben wir mit den anderen mitgehalten", stellte der Ulmer letztlich zufrieden fest.

Wie es mit dem Vierer ohne Steuermann nun weitergeht, ist nicht ganz klar. Ziel ist und bleibt die Weltmeisterschaft in München Ende August. "Ich denke, es ist klar, dass niemand an uns vorbei kommt, wenn Filip dabei ist", meint Urs Käufer und ist dabei noch ziemlich bescheiden. Denn auch mit Wilke war sein Boot national gesehen die Nummer eins. "Deutschland II" verpasste den Einzug ins Finale ebenso wie die zweite Garnitur des Achters.

Für Kerstin Hartmann endete der erste Weltcup-Ausflug im kleinen Finale. Der jungen Ulmerin und die anderen sieben Nachwuchs-Athletinnen im Boot "Deutschland II" fehlte im Kampf mit den besten Nationen noch ein wenig die Standfestigkeit. Sowohl im Vorlauf als auch im Hoffnungslauf hielten sie zu Beginn mit dem Etablierten gut mit, mussten sich letztlich aber immer geschlagen geben.

Ähnlich ging es auch im kleinen Finale ab. Zuerst ruderten Hartmann und Co. couragiert vorne weg, mussten dann aber die körperlich überlegene zweite Auswahl der Chinesinnen passieren lassen. Es blieb der siebte Platz.


Südwest Presse Ulm vom 1.6.2007:

RUDERN / Weltcup-Auftakt im österreichischen Ottensheim mit zwei Ulmern
Premiere für Käufers Silber-Quartett

Erster Einsatz nach der Genesung von Adamski - Kerstin Hartmann darf schnuppern

Jetzt wird es für die besten Athleten des Ulmer Ruder-Clubs Donau langsam ernst. Heute steht in Ottensheim bei Linz der erste Weltcup in dieser Saison an. Für Urs Käufer ist es der erste Auftritt im Vierer. U-23-Athletin Kerstin Hartmann darf im Frauen-Achter ran.

HJK

Greifen wieder an: Gregor Hauffe, Urs Käufer, Toni Seifert und Filip Adamski (von links). FOTO: HANSJÖRG KÄUFER

84 Tage sind es noch bis zur Eröffnung der Heim-WM in München, die gleichzeitig Qualifikationsregatta für die Olympischen Spiele in Peking ist. Höchste Zeit, dass die Ruderer in die heiße Wettkampfphase einsteigen. Unter den 880 Athleten, die für den ersten Weltcup in Österreich gemeldet haben, sind viele Medaillengewinner des Vorjahres und auch zwei Ulmer: Kerstin Hartmann und Urs Käufer.

Für den Vize-Weltmeister im Vierer ohne Steuermann ist es der erste Härtetest in dieser Saison. Alle zuvor waren ausgefallen, nachdem sich der Mannheimer Schlagmann Filip Adamski beim Ergometer-Test derart übernommen hatte, dass er einige Wochen aus dem Verkehr gezogen wurde. Die Konkurrenz von Käufer, Adamski und den beiden Leverkusenern Toni Seifert und Gregor Hauffe könnte stärker kaum sein. Bis auf den Vierer der USA (4.) ist die komplette Besetzung des WM-Finales von Eton am Start. Mit Irland, Italien, China und der Tschechei sind weitere starke Nationen im 25 Boote umfassenden Feld vertreten.

Die große Frage für das junge deutsche Quartett ist natürlich, wie Adamski die Rennbelastung tolerieren wird. Im Training zeigte sich die Crew in sehr guter Verfassung. Der nun anstehende Härtetest gegen die Weltelite ist aber natürlich etwas anderes. Zudem verfügt die Konkurrenz dieses Jahr bereits über Rennerfahrung. Maß aller Dinge dürften Titelverteidiger Großbritannien sein. Seit der Vierer um Schlagmann Andrew Twiggs-Hodge im Frühjahr 2005 aus der Taufe gehoben wurde, ist er ungeschlagen.

Ausgerechnet das gewichtsmäßig eher minderbemittelte Käufer-Quartett war 2006 das Einzige, das die bullige Crew von der Insel ernsthaft in Bedrängnis bringen konnte. 46 Hundertstel betrug der Rückstand beim Weltcup in München, 89 bei der WM. An ähnliche Taten denken die Männer von Trainer Christian Viedt vorerst aber nicht. Zunächst gilt es die nationale Konkurrenz auf Distanz zu halten. Die startet in Österreich als "Deutschland 2" und kommt aus Halle. Ihr Ziel ist es, Käufer und Co. die WM-Nominierung streitig zu machen.

Als Reverenz bringen die noch jüngeren Herausforderer außergewöhnlich gute Zweierergebnisse mit. Viedt lässt für seine Crew keine Ausrede gelten: "Ein Vizeweltmeister muss auch mal aus dem Stand in der Lage sein eine brauchbare Leistung abzurufen." So schnell ändern sich die Zeiten, man wird vom Herausforderer zum Gejagten.

Kerstin Hartmann kann ihre Aufgabe ganz locker angehen. Sie hat schon reichlich Rennpraxis gesammelt. Zuletzt stand sogar ein Sieg mit dem Frauenachter auf dem Baldeneysee in Essen zu Buche. Diesen zu wiederholen dürfte in Ottensheim schwer sein, denn Bundestrainer Ralf Holtmeyer setzt seine Tests fort. Mit "Deutschland 1" schickt er eine sehr erfahrene Crew ins Rennen, die mit sechs Ruderinnen aus dem letztjährigen Silber-Achter zu den Favoriten gehört. Kerstin Hartmann rudert im insgesamt jüngeren Boot "Deutschland 2". Holtmeyer verlangt von seiner zweiten Garnitur keine utopische Leistung. Die jungen Damen sollen vielmehr in den Weltcup reinschnuppern und sich unter der Weltelite so teuer wie möglich verkaufen.

Auch hier ist die Konkurrenz enorm. Obwohl Titelverteidiger USA den weiten Weg nach Europa noch scheut, sind mit Australien (Bronze), Kanada und China weitere WM-Finalisten am Start. Rechnet man die starken Rumäninnen und "Deutschland 1" dazu, wird es für Kerstin Hartmann und Co. sehr eng, um unter den neun gemeldeten Booten überhaupt ins Finale zu gelangen.


Südwest Presse Ulm vom 21.5.2007:

RUDERN / Hartmann/Reinert sind wieder da

Im Lande ungefährdet

Kerstin Hartmann und Katrin Reinert haben in Essen bewiesen, dass sie zu den stärksten deutschen Ruderinnen gehören. Gestern saßen sie im siegreichen Achter.

UWE/HJK

Kerstin Hartmann (Ulmer Ruderclub Donau) und Katrin Reinert (Heilbronn) haben die Hierarchie im U-23-Bereich wieder hergestellt. Bei der Hügelregatta auf dem Essener Baldeneysee fuhren sie im Zweier Kathrin Thiem und Silke Müller (Hannover) davon. Allerdings mussten sie die Engländerinnen Olivia Whitlam/Heather Stauning ziehen lassen. "Es war viel zu wichtig, dass wir schnellstes deutsches Boot sind. Wir haben nur auf Hannover geachtet, sonst auf niemand", sagte Trainer Uwe Hallm. Denn mit diesem Triumph haben seine Schützlinge die Qualifikation für die U-23-WM in Glasgow sicher.

Im Frauen-Achter saßen alle vier in einem Boot. Bundestrainer Ralf Holtmeyer hatte die 16 Damen, die für die WM in München in Frage kommen, bunt gemischt. Gemischt auch das Ergebnis: Am Samstag war die Crew mit Marlene Sinnig am Schlag schneller. Gestern nun legte Elke Hipler los - und mit ihr Kerstin Hartmann los. "Ich denke, die Steuerfrau hat den Unterschied gemacht", urteilte die Junioren-Weltmeisterin. Denn dieses Mal hatte sie die erfahrene Annina Ruppel an Bord, die am Vortag den anderen Achter gelenkt hatte.

Eine Entscheidung, wer letztlich bei der Heim-WM im Boot sitzt, wird Holtmeyer so bald nicht treffen. Hartmann/Reinert werden zwar beim Weltcup in Linz starten, sich dann aber auf den U-23-Bereich konzentrieren, in den sie ja gerade erst aufgerückt sind.

Für Max Reinelt und Jan Rupp ist der Weg nach Glasgow ungleich steiniger. Sie saßen am Samstag in zwei unterschiedlichen Vierern. Rupp scheiterte bereits im Vorlauf, und auch die Reinelt-Crew kam im Finale über Rang sechs nicht hinaus. Dafür lief es im Zweier für Reinelt gestern besser: Mit Partner, Simon Schiml (Mainz) siegte er im Vorlauf, wurde im Finale Dritter.

Die Ulmer Junioren waren zeitgleich in Köln zu Gange. Die Leichtgewichte Theresa Hanke/Claudia Reinelt wahrten bei den A-Junioren den Nimbus der Unbesiegbarkeit und setzten sich an beiden Tagen durch. Dreifach erfolgreich war Christoph Peitz. Er fuhr mit dem baden-württembergischen Doppel-Vierer Vorlauf- und Finalsieg ein. Zudem war er mit Philipp Birkner (Rheinfelden) am Samstag im Doppelzweier am schnellsten. Im gestrigen Finale mussten sie sich Kai Sporkmann/Niklas Kell (Hamm/Duisburg) knapp geschlagen geben. Carsten Lormes wurde mit Michael Kolbeck (Landshut) Vierter.

Bei den B-Junioren vertrat Urs Humpenöder die URCD-Farben im Landes-Achter, der jeweils nur Schleswig Holstein passieren lassen musste. 


Südwest Presse Ulm vom 9.5.2007:

RUDERN / Mit vielen Ideen will der URCD sein hohes Niveau halten
Eine Akademie für die Talente vom Donau-Ufer

Der Ulmer Ruderclub Donau (URCD) ist einer der erfolgreichsten Vereine der Stadt. Damit das auf Dauer so bleibt, müssen Talente her und vor allem Geld in die Kassen. Neue Ideen sind also gefragt, wie beispielsweise die einer europaweit agierenden "Ruder-Akademie".

UTE GALLBRONNER

Beweis glänzender Ulmer Nachwuchsarbeit: Urs Käufer (hinten rechts) holte im deutschen Vierer WM-Silber im vergangenen Jahr. Foto: HANSJÖRG KÄUFER

Die Zuschüsse sprudeln immer spärlicher, Sponsoren sind fürs Rudern schwer zu finden. Keine Halle, in die man zahlende Zuschauer locken kann, keine Bande für die Werbung, kein regelmäßiger Ligabetrieb. Stattdessen weite Reisen und wertvolles Material, das umso teurer wird, je besser die Sportler sind.

"Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um unser Niveau halten zu können. Schließlich müssen wir zwei hauptamtliche Trainer bezahlen, das ist anders als wenn die Trainer bei der Stadt angestellt sind und für den Verein arbeiten", sagt der Vorsitzende Andreas Huber. Für das Gehalt von Uwe Hallm und Björn Gehrmann bekommt der URCD nur einen städtischen Zuschuss.

Die Hoffnungen, schon bald Landesleistungszentrum zu werden, haben sich auch erst einmal zerschlagen. "Da hat der Ruderverband seine Hausaufgaben nicht ganz gemacht", sagt Huber vorsichtig. 2009 wird neu entschieden, dann hoffen die Ulmer natürlich dabei zu sein.

Gemeinsam mit den Leichtathleten gehen die URCD-Trainer jedes Jahr in den Schulen auf Talentsuche. Inzwischen hat der Verein sogar so viel Zulauf, dass selektiert werden muss. "Wir können nicht jeden auf Leistungssport-Niveau mitziehen. Das ist manchmal schwierig für die Kinder, vor allem wenn sie gemeinsam angefangen haben", erzählt Huber.

 
Auf der Suche nach Geld- Töpfen: URCD-Boss Andreas Huber.

Talente, welche die körperlichen Voraussetzungen mitbringen, um an der nationalen Spitze mitzufahren, fallen eben nicht vom Himmel. Zumal der Turbozug am Gymnasium das Leben für Sportler nicht leichter macht. Deshalb arbeitet der URCD zum einen an einer Kooperation mit dem Scholl-Gymnasium, zum anderen an der Ruder-Akademie. Junge Ruderer aus den osteuropäischen Donau-Ländern sollen nach Ulm kommen, hier zur Schule gehen oder studieren und eben rudern. "Das macht natürlich nur Sinn, wenn sie in ihren Ländern bereits Leistung gezeigt haben", sagt Huber. Mit dem Klub in Vucovar verbinden die Ulmer freundschaftliche Bande, deshalb startet das Projekt dort: "An Pfingsten 2008 fahren unsere Kader nach Vucovar, im Herbst folgt der Gegenbesuch."

Die Ruder-Akademie wäre auch eine Art Entwicklungshilfe, denn rudertechnisch sind bis auf die Rumänen die Donau-Anrainer auf einem eher bescheidenen Niveau. "Sie könnten bestimmt sehr von uns profitieren", sagt Huber. Sein Verein wiederum hätte Talente - und erhofft sich projektbezogenes Fördergeld, etwa aus EU-Töpfen.

Es ist wie immer: An Ideen fehlt es dem URCD nicht, und meistens klappt es auch mit der Umsetzung. Das beste Beispiel ist das Patenprojekt. Wenn die Trainer für ein Kind eine Zukunft sehen, dessen Familie den Leistungssport aber nicht bezahlen kann, wird ein Pate im Förderverein gesucht. Der Erfolg, den die Ulmer Ruderer seit Jahren haben, ist die schönste 


Südwest Presse Ulm vom 8.5.2007:

RUDERN / Junioren-Regatta in München 

Leichtgewichte in gutem Fahrwasser

EB

Teresa Hanke und Claudia Reinelt sind eine Bank für den Ulmer Ruder-Club Donau (URCD). Bei der Münchner Junioren-Regatta lagen die Leichtgewichte vorn.

Nachdem Kerstin Hartmann dem Junioren-Alter entwachsen ist, sind die Siege der jungen URCD-Athleten nicht mehr so üppig gesät. Trotzdem konnten die Ruderer von Björn Gehrmann bei der DRV-Junioren-Regatta in München einige Erfolge verbuchen. Allen voran der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Teresa Hanke und Claudia Reinelt. Das Duo gewann an beiden Tagen. Als B-Juniorinnen blieben sie in der vergangenen Saison ungeschlagen, und auch eine Altersklasse höher scheinen die Skullerinnen weiter in gutem Fahrwasser unterwegs zu sein. In München beherrschten sie die Konkurrenz. Am nächsten kamen ihnen die Mädchen des Regattaverbandes Ems/Weser, doch auch sie wurden mit einer Länge in Schach gehalten.

Urs Humpenöder hat im Frühjahr den Sprung in den Landeskader geschafft. Der Ulmer B-Junior wird dort im Vierer und Achter eingesetzt. Mit seinen Kollegen aus dem Ländle wurde Humpenöder bei drei Starts jeweils Zweiter, wobei das Flaggschiff bewies, dass es derzeit zumindest in Deutschland die Nummer eins ist. Lediglich auf die Spanier fehlte im Ziel eine dreiviertel Länge. Im Vierer allerdings scheinen die Buben aus Hessen - mit dem großen Boot auf Rang drei - viel besser zu sein, denn Humpenöder und Co. mussten an beiden Renntagen eine Niederlage einstecken, wobei die am Sonntag mit zwei Längen Rückstand deutlich ausfiel. Tags zuvor war es nur eine knappe Länge gewesen.

Der Ulmer A-Junior Christoph Peitz konnte sich für den Doppelvierer des Landesverbandes qualifizieren. Mit ihm rudern Philip Birkner (Rheinfelden), Matthias Reichelt (Radolfzell) und Marc Rebholz (Konstanz). In München traf das neu formierte Boot auf 16 Gegner, darunter zehn aus dem Ausland. Dem Quartett gelang in dem hochklassig besetzten Rennen der Sprung ins Finale, wo sie hinter der siegreichen Renngemeinschaft aus Ostdeutschland, Slowenien und Österreich den vierten Rang belegten. Das im internationalen Vergleich sehr gute Ergebnis und die Tatsache, dass man in Deutschland nun an zweiter Stelle rangiert, nützt den Vieren aber nicht viel: Auf die Überflieger aus dem Osten fehlen satte zehn Sekunden - das ist zu viel, um an eine Teilnahme bei der Junioren-WM zu denken. Peitz und seine Kollegen wollen Ende Juni bei der Deutschen Meisterschaft in Brandenburg aber eine Medaille holen.


Südwest Presse Ulm vom 3.5.2007:

RUDERN / Saison auf der Donau offiziell gestartet
Annette Schavan zu Wasser gelassen

PEF

Max Huber vom URCD und Annette  Schavan taufen ein neues Boot für den Verein auf den Namen der Ministerin. FOTO: MATTHIAS KESSLER  

"Allzeit gute Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel", hieß es am 1. Mai wieder beim Ulmer Ruderclub Donau e.V. anlässlich des traditionellen Anruderns und der Taufe von insgesamt vier neuen Booten. 

Mit dem Anrudern beginnt die offizielle Rudersaison, auch wenn ein Verein, der "Weltmeister und Olympiasieger am laufenden Band produziert", wie der Vorsitzende Andreas Huber ausführte, natürlich auch den Winter durch trainiert. Rund 200 000 Euro investiert der Ulmer Ruderclub jährlich in den Leistungssport und hat dazu eigens den Förderkreis Jugendruderzentrum Ulm ins Leben gerufen. Dennoch ist die Taufe von gleich vier neuen Booten auch bei den Ulmer Ruderern keine Alltäglichkeit.

Im Beisein der Namenspatin und dem Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner wurde ein Doppel-Zweier auf den Namen "Dr. Annette Schavan" getauft. Ein Ausbildungs-Vierer erhielt den Namen "Vukovar" als Reminiszenz auf die aktive Partnerschaft mit dem dortigen Ruderclub. Anschließend wurden die Boote zu Wasser gelassen und "angerudert".


Südwest Presse Ulm vom 3.5.2007:

RUDERN / Oberrheinische Frühregatta zur Saison-Eröffnung  

Schwaderers verwegene Steuerkünste

EB

Mit acht Siegen sind die Ulmer Nachwuchsruderer von der oberrheinischen Frühregatta in Mannheim zurückgekehrt. Damit dürfte klar sein, dass die Saison-Vorbereitungen gut gelaufen sind.

Der Shootingstar bei den B-Junioren war zweifellos der 14-jährige Christian Schwaderer, der sowohl die Langstrecke über 3000 Meter als auch den Sprint über 1000 Meter im Einer für sich entschied. Mit seinem Partner Christian Hengartner setzte er noch einen Erfolg im Doppel-Zweier drauf. Dort trieb er zwar die Schiedsrichter mit seinen Steuerkünsten schier zur Verzweiflung. Da die beiden aber letztlich zehn Sekunden Vorsprung hatten, ließen sie Gnade vor Recht ergehen.

Bei den Juniorinnen B setzte sich Melina Reichart mit Neuling Victoria Jeffries im Doppelzweier durch. Vervollständigt wurde die gute Bilanz durch die A-Juniorinnen Claudia Reinelt und Anne Köhler, die sich mit den Einer-Siegen abwechselten. Urs Humpenöder saß zudem im Baden-Württemberg-Achter, der sich ebenfalls behaupten konnte.


Südwest Presse Ulm vom 24.4.2007:

RUDERN / Ulmer bei den Kleinbootmeisterschaften
Gegen die Großen noch keine Chance

Gut gerudert, aber mit schlechtem Ergebnis: So lautet das Fazit für das Abschneiden des Ulmer Teams bei der deutschen Kleinbootmeisterschaft in Köln.  

HJK

Kerstin Hartmann (rechts) und Katrin Reinert: die beiden 19-Jährigen sind den etablierten Ruderinnen schon dicht auf den Fersen. Foto: HANSJÖRG KÄUFER

Nicht nur der kräftige Gegenwind hat den Ulmer Ruderern bei der deutschen Kleinbootmeisterschaft in Köln einiges an Kraft und Kondition abverlangt. Während Urs Käufer bei den Skullern in fremdem Metier und ohne großen Leistungsdruck startete, konnten sich die Nachwuchszweier mit Kerstin Hartmann und Katrin Reinert (Heilbronn) sowie Jan Rupp und Max Reinelt nicht mit Nachdruck für höhere Aufgaben empfehlen. Dennoch: Ihre Leistung war keine schlechte. Die Analyse des Ulmer Ex-Trainers Christian Viedt - "gut gerudert, leider mit schlechtem Ergebnis" - war zwar auf seinen Schützling Urs Käufer gemünzt, passte aber fürs gesamte Team.

Am besten schlugen sich noch Kerstin Hartmann und ihre Heilbronner Partnerin Katrin Reinert. Die beiden erfüllten die Erwartungen, hatten aber in der Auslosung ihres Halbfinals ausgesprochenes Pech, denn dort warteten mit Zimmermann/Hippler (Rostock/Hannover), Wech/Schmutzler (Saarbrücken/Herdecke) und Wengert/Günther (Saarbrücken/Wetzlar) drei Paare aus Deutschlands Frauenachter. Ein dritter Platz wäre nötig gewesen, um ins Finale zu ziehen - und diesen verfehlten Hartmann und Reinert trotz eines tollen Endspurts um eine knappe Länge. So blieb den jungen Ruderinnen nur das kleine Finale und die Gewissheit, dass man den ganz Großen ziemlich dicht auf den Fersen ist. Im kleinen Finale siegte die Renngemeinschaft Ulm/Heilbronn klar. Damit stehen die beiden in der Gesamtabrechnung auf dem siebten Platz und im U-23-Ranking unangefochten an erster Stelle.

Auch Urs Käufer, der wegen der Verletzung seines Partners Filip Adamski (Mannheim) im Einer starten musste, verfehlte sein angestrebtes Ziel. Er wurde 22. und landete damit zwei Plätze hinter seinem Wunschergebnis. Anerkennung gab es dennoch von höchster Stelle: "Er hat gut gekämpft - das hat mir gefallen", lobte Bundestrainer Dieter Grahn. Genau diese Einstellung fordert der Chef des Riemenbereichs von seinen WM-Aspiranten.

Käufer, Adamski und die beiden Leverkusener Hauffe und Seifert hakten die misslungene Kleinbootwertung schnell ab und blicken nach vorn. Heute üben die amtierenden Vizeweltmeister unter Christian Viedt wieder im Vierer. 

Der Ulmer U-23-Zweier mit Jan Rupp und Max Reinelt belegte den neunten Rang. Ob ihnen damit der Sprung ins Nationalteam gelingt, ist keineswegs sicher. Allerdings dürften sie zum erweiterten Kreis gerechnet werden. Die Bundestrainer werden dieser Tage die Kölner Ergebnisse analysieren und neue Kombinationen testen. Der Ulmer Coach Uwe Hallm rechnet bald mit Anrufen von Ralf Holtmeyer (Frauen) und Thomas Affeldt.


Südwest Presse Ulm vom 3.4.2007:

RUDERN / Kein Glück bei Langstreckenrennen
Arge Rückschläge beim Zweier-Test

Die Kaderüberprüfung des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) auf dem Elster-Saale-Kanal in Leipzig brachte für die Ulmer nicht die erhofften Resultate. Sowohl der Zweier mit Kerstin Hartmann und Katrin Reinert als auch Käufer/Adamski wurden durch Krankheit ausgebremst.

HJK

Warten auf Vierer- Schlagmann Filip Adamski: Urs Käufer.

147 Tage vor Beginn der Heim-WM in München konnten die Ulmer Spitzenruderer Urs Käufer und Kerstin Hartmann im Konzert der deutschen Elite die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Bei den Frauen reichte es dem Zweier mit Kerstin Hartmann und ihrer Heilbronner Partnerin Katrin Reinert über 6 km in 25:36 Minuten nicht zu der erhofften vorderen Platzierung. Auf die Siegerinnen Nicole Zimmermann und Elke Hippler (Rostock/Hannover) fehlten 55 Sekunden. Ebenso befinden sich die aus dem deutschen Frauen-Achter (WM-Silber) gebildeten Zweier für die Renngemeinschaft Ulm/Heilbronn derzeit nicht in Schlagnähe.

Die Junioren-Weltmeisterinnen in dieser Bootsgattung werden sich vorerst auf die U-23-Klasse konzentrieren müssen. Und auch da befindet sich das Duo nicht mehr allein an der Spitze. Silke Müller und Kathrin Thiem aus Hannover waren diesmal um 15 Sekunden schneller und damit Siegerinnen der U-23-Wertung. Weil sich Kerstin Hartmann vergangene Woche noch mit einem grippalen Infekt herumgeplagt hatte, ging der Zweier die ersten Kilometer etwas verhaltener an. Das brachte dem Duo den entscheidenden Rückstand. Im letzten Streckendrittel konnten Hartmann und Reinert dann zeitlich mit den besten Booten mithalten.

"Wir mussten auf den ersten Kilometern vorsichtig antesten, ob Kerstin die Erkrankung wirklich überstanden hat," begründete Trainer Uwe Hallm den defensiven Auftakt. Über die Osterferien fährt er mit seinen Schützlingen nach Sabaudia ins Trainingslager. "Die Platzierung heute ist kein Beinbruch. Jetzt sind eben wir mal die Jäger. In drei Wochen wird der Zweier wieder besser abschneiden", kommentierte Hallm die Leistung seiner Athletinnen und machte sich auf den Weg ins Trainingszentrum südlich von Rom. Bis zur deutschen Kleinbootmeisterschaft am 22. April in Köln sollen Hartmann und Reinert zur alten Stärke zurückgefunden haben.

Urs Käufer und Filip Adamski werden das Wochenende wohl nicht so schnell vergessen. Dabei hatte alles glänzend angefangen. Am Freitag hatte Bundestrainer Dieter Grahn für seine Athleten aus dem Olympiastützpunkt Dortmund einen Ergometertest über 2000 m angesetzt. Käufer und Adamski beendeten den Test nahezu zeitgleich und hatten sogar beide ihre persönliche Bestzeit unterboten.

Doch genau diese Belastung wurde Adamski zum Verhängnis. Der Mannheimer erholte sich aus seiner totalen Erschöpfung überhaupt nicht mehr. Die Laktatmessung ergab einen abnorm hohen Wert, Adamski musste schließlich ins Krankenhaus eingewiesen werden. Noch fehlt eine definitive Diagnose. Adamski wird bis Anfang dieser Woche stationär zur Beobachtung und Behandlung im Krankenhaus bleiben müssen.

Ebenfalls mit kurzfristig erkranktem Partner stand Michael Ruhe (Hameln) da. Da lag es nahe, Ruhe/Käufer ins Rennen zu schicken. Ohne dass die Beiden zuvor je gemeinsam im Zweier gerudert waren, war ihr 11. Platz nicht mal ein schlechtes Ergebnis. Für Käufer war der Langstreckentest schnell abgehakt. Er und die beiden Mitglieder des Vizeweltmeister-Vierers, Toni Seiffert und Gregor Hauffe (beide Leverkusen), hoffen auf eine baldige Genesung ihres Schlagmanns Adamski.

"Wir hoffen alle, dass es nichts Schwerwiegendes ist und Filip bald wieder den Schlagplatz in unserem Vierer einnehmen kann", sagte Käufer, "schließlich wollen wir in der gleichen Besetzung wie letztes Jahr zur WM fahren."


Südwest Presse Ulm vom 29.3.2007:

RUDERN / Zwei Ulmer vor ihrem Debüt in der U-23-Klasse
Lob vom Bundestrainer

Die Ruderer kehren zurück aufs Wasser. Mit dem Start der Freiluftsaison beginnt für die Ulmer auch der Kampf um die Plätze in der Nationalmannschaft.

HJK

Kerstin Hartmann (rechts) vom Ulmer Ruder-Club Donau und ihre Partnerin Katrin Reinert haben beim Bundestrainer einen guten Eindruck hinterlassen. FOTO: hjk

Der Ulmer Ruder-Club Donau (URCD) hat die Boote aus ihrem Winterquartier geholt und startet am Samstag in Leipzig-Burghausen die Freiluftsaison 2007. Auf dem Elster-Saale-Kanal müssen sich Kaderangehörige und solche die es werden wollen in den Kleinbooten über sechs Kilometer beweisen. Neben dem bereits etablierten Urs Käufer gehen auch Max Reinelt und Jan Rupp an den Start. Für die beiden Talente ist es das Debüt in der U-23-Klasse.

Das größte Interesse dürfte allerdings dem Auftritt der Juniorenweltmeisterinnen Kerstin Hartmann und ihrer Partnerin Katrin Reinert (Heilbronn) gelten. Die Leipziger Langstrecke und drei Wochen später die Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Köln werden für das Ruder-Duo richtungsweisend sein. Es geht darum, ob der Zweier den üblichen Weg in der U-23-Klasse beschreitet oder ob sogar der Sprung in die höchste Klasse gelingt. Auf letztere Variante deutet einiges hin.

Zumal Frauen-Bundestrainer Ralf Holtmeyer von den 19-jährigen Rudertalenten bereits einen guten Eindruck bekommen hat. Gleich bei der ersten Ausfahrt mit dem Achter sah Holtmeyer, dass sich die zwei Neuen "rudertechnisch sofort angleichen konnten und auch sonst gut mitgehalten haben." Weiter konnten sie mit ihrer mentalen Stärke punkten. "Beide sind sehr ehrgeizig und wissen genau was sie wollen. In der U-23-Klasse sind sie klar die Besten" lobte Holtmeyer. Der Bundestrainer hat signalisiert, dass die Tür zur Nationalmannschaft für sie weit offen steht.

 Jetzt gilt es in Leipzig und Köln den guten Eindruck weiter zu bestätigen. Eigentlich können Urs Käufer und sein Mannheimer Partner Filip Adamski den kommenden Kleinbootrennen gelassen entgegen sehen. Sie gehören bereits zum Top-Team-Peking und werden, wie 2006 erfolgreich praktiziert, international erneut mit Gregor Hauffe und Toni Seifert im Vierer-ohne starten. Dass der Vierer national auf ernsthafte Konkurrenz stößt ist kaum anzunehmen. Doch Käufer und Adamski wollen sich auf keinen Fall verstecken. Sie sind sich sicher: "Ein gescheites Ergebnis im Zweier ist die Grundlage für eine erfolgreiche Saison."


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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 29. April 2009 um 18:02 Uhr