| Kunst am Bau |
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| Geschrieben von: Jörg Haußer |
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Ein Architekt muss sich auf vielen Gebieten auskennen. Dazu sagt Wikipedia: "Das Berufsbild der Architekten ist nicht eindeutig definier- und abgrenzbar, länderweise verschieden und ständig in Bewegung. Die Spannweite der Tätigkeitsbereiche reicht von der „Baukunst“, die sich dem Entwurf und der Architekturtheorie widmet, über Ingenieurtätigkeiten und das technische Entwerfen von Gebäuden bis hin zur Bauleitung, bei der Bauplanung und -ausführung koordiniert werden und deren Augenmerk vor allem auf Terminen, Qualität und Baukosten liegt." Gefühlt ist ein Architekt in erster Linie aber ein Künstler, der seine Ideen in Stein verwirklichen will. Er braucht nur einen Bauherren, der dafür bezahlt. Bauen ist also Kunst, zu sehen auch am Neubau des Ruderleistungszentrums des URCD. Da seufzt der Künstler, wenn die Bauherren mit Blick auf ihren Geldbeutel ihm einen Teil seiner künstlerischen Ideen wieder wegnehmen wollen. Das würde dann gipfeln in der Drohung des Künstlers, dass das neue Gebäude dann nicht mehr "sein Kind" wäre. Beim Stadthaus auf dem Ulmer Münsterplatz hat der Architekt Richard Meier sogar die Inneneinrichtung bis aufs Kleinste vorgeschrieben. Auch beim Neubau des URCD wurde vom Architekten, Jossi Seidel, fast nichts dem Zufall überlassen. Manchmal gestaltet aber dann doch der Bauherr etwas selbst, kauft Möbel, hängt Bilder auf etc. Ein Teil der Möbel ist schon da, zu sehen in den Umkleiden, die bereits altersmäßig eingeteilt wurden - bei den Männern in "Junioren" und "Masters", bei den Frauen in "Girls" und "Damen". Aber auch im Kraftraum sind die "Möbel" im Anmarsch: ein Teil der Möblierung des alten Kraftraums ist zurück aus der Wiederaufbereitungsanlage und wird am kommenden Dienstag, den 10. August um 8 Uhr mit den neuen Geräten aufgebaut. Hier sind Mithelfer gefragt, eine ideale Ferienaufgabe für den URCD-Nachwuchs. Als erstes "Bild" wurde bereits das neue Schwarze Brett im Eingangsbereich aufgehängt - im Neubau gibt es da einige Auswahl mit drei Eingängen - es ist der Eingang zum Bootsplatz hin. Das nächste Bild - ein echter Schinken, was die Größenverhaltnisse anbetrifft - hat der Vorsitzende, Andreas Huber, geschenkt bekommen, es steht provisorisch im oberen Stockwerk des Neubaus. Das sehr großflächige Gemälde lädt auf den ersten Blick zu spontanen Kommentaren ein, die auch sehr gegensätzlich sein können. Da der Kraftraum noch nicht in Betrieb ist, ist die Meinungsbildung, was auf dem Kunstwerk dargestellt ist, bei den Frauen am weitesten fortgeschritten, da sie bei jedem Besuch ihrer Umkleiden mit dem Bild konfrontiert werden. Langweilig ist das Bild auf keinen Fall. In Öl sind ohne Zweifel vier Ruderer in einem Rennen verewigt, die Bootskategorie ist aber künstlerisch verfremdet. Die Gefühlslage der Ruderer ist auf jeden Fall extrem, die Körperhaltung zum Teil auch und nicht ganz einheitlich, besonders der Ruderer auf 2 scheint Probleme zu haben. Vielleicht geht da gerade was über Bord? Das Wasser ist auch sehr unruhig, aber das ist für Ulmer Ruderer ja oft Alltag. Aber da sieht jeder Betrachter sicher etwas anderes. Und das ist sicher auch ein Zweck der Kunst, sie lässt keinen unbeteiligt. Man darf gespannt sein, ob dieses Gemälde das erste ist in einer Reihe weiterer Geschenke für den URCD in der Rubrik "Kunst am Bau". |
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 27. August 2010 um 12:39 Uhr |

