Vorher-Nachher: Streicheinheiten für die Bootshalle Drucken
Geschrieben von: Jörg Haußer   


Vorher

Vorher-Nachher-Shows sind sehr beliebt im TV. Eine Person, eine Wohnung oder ein ganzes Gebäude werden zuerst in bedauernswertem Zustand gezeigt und innerhalb kürzester Zeit wird mit einem Riesenaufwand an Geld, Material und Personal die Verwandlung vom hässlichen Entlein zum Fast-Model oder von der verfallenen Abrissbude zum trendigen Loft-Haus dem staunenden Publikum vorgeführt.

Die beeindruckendste Vorher-Nachher-Show im URCD ist ganz klar die Verwandlung von der alten, teilweise baufälligen Umkleide zum zeitgemäßen, stilvollen und leistungsfähigen Neubau, dem Ruderleistungszentrum. Zur Liste, was dafür in hohem Maße aufgewandt werden musste, kann man sicher auch noch die Nerven vom Vorsitzenden Andreas Huber hinzuaddieren.

Klar war auch, dass die jetzt ältere und hässlichere "Schwester", die Bootshalle, zur Einweihung des Neubaus auch ein paar äußere Streicheinheiten abbekommen muss. Nachdem unsere Alten um Bago Steinle die Patenschaft für den Rollrasen vor dem Neubau übernommen hatten, ging die Patenschaft für die Aufhübschung der Bootshalle an die Mannschaft des resolut-Achters. So wie aber zum Ende der Saison die Personaldecke des resolut-Achters für manche Regatta schon recht dünn wurde, erschien auch manchem die Aussicht auf diese Patenschaft nicht zu verlockend.

Schon im Neubau bekamen die Männer vom resolut-Achter mit Amateurstatus beim Streichen von den Profis zu hören: "Wenn ihr so rudert, wie ihr streicht . . ." Aber nach mehreren und ausdauernden Streichsitzungen im Neubau war sozusagen eine Schnelllehre absolviert, die Malerarbeiten am Altbau Bootshalle konnten also auch von einem sehr überschaubaren Team übernommen werden mit der Aussicht auf fristgerechte Vollendung.


Wo rudern sie denn - hier fehlt jede Orientierungshilfe

Anfang September wurde an der Außenwand eine Acryllösung aufgetragen, damit im nächsten Arbeitsgang die weiße Farbe mit Lotuseffekt nur einmal zum Einsatz kommen musste. Alles, was sich dem weißen Anstrich entgegenstellte – alte Farbe, Staub, Spinnennetze etc. wurde mit der Acryllösung sozusagen haftbar gemacht.

Klar war natürlich auch, dass bei der Aussicht auf eine äußerlich strahlend weiße Bootshalle auch der URCD-Schriftzug zum Bootsplatz hin farblich geliftet werden musste. Der wohlmeinende behandelnde Restaurator mit wenig Vereinskenntnissen hat dabei dem URCD eine ganz neue Vereinsfahne verpasst, sie kam komplett schwarz zurück. Jetzt ist schnelle Handarbeit gefragt - die Umrisse von Spatz und Fahne sind unter dem Schwarz gerade noch zu erkennen. Mal sehen, ob's bis zur Einweihung noch klappt.

Als krönenden Abschluss bekam die Bootshalle unten einen farblich abgesetzten Sockel, Ton in Ton genau mit dem hellgrauen Farbton des Neubaus gestrichen. Und wo bleibt das Erfolgserlebnis für die Streicher mit Amateurstatus? Auch wenn die Streichaktion weitgehend unter Ausschluss der Cluböffentlichkeit stattfand, so wird man bei jeder Ruderfahrt mit seinem Werk konfrontiert und kann sagen: "Das ist mein Sockel, den hab ich gestrichen." - auch wenn es keiner sonst weiß.

Während die einen rudern, stehen die anderen auf der Leiter und streichen, das Wetter musste also gut werden, nachdem zunächst nach einem Wolkenbruch statt Farbe die renovierten URCD-Buchstaben an der Halle angebracht wurden. Von der Leiter bekommt man außerdem ganz neue Einblicke. Kleiner Tipp an die Tennisspieler: bei der Suche nach dem Tennisball, der das Spielfeld verlassen hat, auch mal auf der Garage nachschauen.

Je nach Budgetlage sollen in den kommenden Jahren auch die Hallentore aus Holz zum Parkplatz hin ersetzt werden, da das Holz teilweise schon vom Wetter angegriffen ist. Vielleicht wird dafür ja dann wieder eine neue Patenschaft gesucht.


Scrabble im Großformat

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 13. September 2010 um 22:01 Uhr