Starke Saison
für Noah Anger
mit den Golden Bears
Den Huskies nur knapp unterlegen: Silber für Noah Anger und die Golden Bears (Fotos: Row2K)
GESCHRIEBEN VON CHRISTIANE ANGER
Noah Anger vom Ulmer Ruderclub zählt zu den erfolgreichsten deutschen Ruderern im amerikanischen Hochschulsport. Der 23-Jährige geht mittlerweile in sein drittes Jahr an der University of California in Berkeley und hat sich dort einen festen Platz im ersten Achter der California Golden Bears erarbeitet. Das traditionsreiche Team gehört seit Jahrzehnten zu den renommiertesten und erfolgreichsten Ruderprogrammen der Vereinigten Staaten und misst sich regelmäßig mit den stärksten Universitätsmannschaften des Landes. Neben den hohen sportlichen Anforderungen absolviert Anger ein anspruchsvolles Physikstudium, das ihm auch abseits des Bootes ein hohes Maß an Disziplin und Leistungsbereitschaft abverlangt.
Die zurückliegende Saison verlief für Berkeley über weite Strecken äußerst erfolgreich. Die Golden Bears präsentierten sich konstant auf hohem Niveau und konnten zahlreiche starke Leistungen zeigen. Dennoch erwies sich die University of Washington einmal mehr als größter Konkurrent und letztlich als kaum zu überwindende Hürde. Sowohl im direkten Vergleich als auch bei den Meisterschaften der Mountain Pacific Sports Federation (MPSF) mussten sich die Kalifornier den Huskies geschlagen geben.
Besonders dramatisch verlief das Saisonfinale bei den IRA National Championships, der prestigeträchtigsten Regatta des amerikanischen Hochschulruderns. Im Rennen um den nationalen Titel lieferte sich Berkeleys erster Achter ein packendes Duell mit Washington. Lange Zeit lag das Boot der Golden Bears in Führung und schien auf dem Weg zum Meistertitel. Doch in einer spannenden Schlussphase gelang den Huskies noch einmal ein beeindruckender Endspurt. Erst in den letzten zehn Schlägen zogen sie am führenden Berkeley-Achter vorbei und sicherten sich den Sieg, während den Golden Bears nur denkbar knapp der zweite Platz blieb.
Trotz der verpassten Meisterschaft kann Noah Anger auf eine herausragende Saison zurückblicken. Als Leistungsträger seines Teams gehörte er zu den entscheidenden Faktoren für die starken Ergebnisse Berkeleys. Seine Leistungen wurden auch auf nationaler Ebene gewürdigt: Mit der Ernennung zum All-American erhielt er die höchste individuelle Auszeichnung, die im amerikanischen Hochschulrudersport vergeben wird. Damit reiht er sich in die Liste der besten College-Ruderer des Landes ein. Auch international hat Anger bereits seine Klasse unter Beweis gestellt und für Deutschland Medaillen bei U23-Weltmeisterschaften gewonnen.
Nach einem Heimaturlaub in Ulm richtet sich der Blick nun bereits auf die kommende Saison. Für Anger beginnt sein letztes Jahr in Berkeley – und damit die letzte Chance, gemeinsam mit seinen Teamkollegen den begehrten nationalen Titel zu gewinnen. Die Motivation dafür ist groß: Nach mehreren Jahren in der nationalen Spitze und dem denkbar knappen Scheitern im diesjährigen Finale ist das Ziel klar formuliert. 2027 soll der Meistertitel wieder nach Kalifornien und in die Bootshäuser der California Golden Bears zurückkehren.
Fotos: Row2K